Brynach, Einsiedler bei Carn-Engyle in Wales

Gedächtnis: 7. April
Der ehrwürdige Brynach (auch Brenac oder Bernach) lebte im 5. und 6. Jahrhundert und gehört zu den frühen Heiligen von Wales.
Über seine Herkunft und seine Jugend sind nur wenige sichere Nachrichten überliefert. Während eine Überlieferung ihn aus Irland stammen lässt, verbindet ihn eine andere unmittelbar mit Wales.
Die ausführliche Vita des Heiligen entstand erst im 12. Jahrhundert, weshalb manche Einzelheiten seines Lebens der späteren hagiographischen Überlieferung angehören. Sicher ist jedoch die alte Verehrung Brynachs in Wales, besonders in Pembrokeshire, wo mehrere Kirchen und Ortsnamen bis heute sein Gedächtnis bewahren.
Von Jugend an strebte Brynach nach dem geistlichen Leben. Er entsagte den vergänglichen Freuden der Welt und suchte die Stille, um sein Leben ganz Gott zu weihen. Nach der Überlieferung führte ihn sein Weg schließlich in den Westen von Wales. Wie andere wandernde Asketen und Missionare jener Zeit verband er die Verkündigung des Evangeliums mit einem strengen asketischen Leben und der Gründung christlicher Gemeinden.
Besonders eng ist sein Name mit Nevern in Pembrokeshire und dem nahe gelegenen Berg Carn Ingli verbunden, dessen Name als „Berg der Engel“ gedeutet wird. Am Fuße des Berges errichtete Brynach eine Zelle und eine Kirche; später entstand dort eine monastische Gemeinschaft, in der sich Schüler um ihn sammelten. Wenn er die völlige Einsamkeit suchte, zog er sich auf den Berg zurück und verbrachte dort lange Zeit in Fasten, Gebet und geistlicher Betrachtung. Die Überlieferung berichtet, dass ihm dort Engel erschienen und er im Gebet Gemeinschaft mit den himmlischen Mächten hatte.
Sein asketisches Leben war von Fasten, Nachtwachen und unablässigem Gebet geprägt. Seine Nahrung war gering und seine Ruhe bemessen, doch erfüllten Friede und geistliche Freude seine Seele. Durch Demut, Gehorsam und Enthaltsamkeit wurde er seinen Schülern zum Vorbild. Mit der Zeit verbreitete sich der Ruf seines heiligen Lebens, und viele Menschen kamen zu ihm, um Rat und Trost zu suchen. Mit Sanftmut und Weisheit führte er sie zur Umkehr und zu einem gottgefälligen Leben und wurde so vielen zum geistlichen Vater. Besonders sorgte er sich um die Armen und Bedrängten und stärkte durch sein inständiges Gebet jene, die bei ihm Hilfe suchten.
Mit Brynach verbindet die Überlieferung auch zahlreiche wunderbare Begebenheiten. Es wird erzählt, dass wilde Tiere in seiner Gegenwart zahm wurden und ihm sogar beim Bau seiner Kirche dienten. Solche Erzählungen brachten in der späteren Überlieferung besonders seine durch Askese wiederhergestellte Harmonie mit der Schöpfung zum Ausdruck. Auch mehrere Kirchen und christliche Gemeinschaften im Westen von Wales führen ihre Ursprünge auf sein missionarisches Wirken zurück. Vor allem Nevern blieb über die Jahrhunderte ein Mittelpunkt seines Gedächtnisses.
Nachdem der ehrwürdige Brynach viele Jahre im Gebet, in der Askese und im Dienst an den Menschen verbracht hatte, übergab er im 6. Jahrhundert seine Seele in die Hände des Herrn. Die Kirche bewahrt sein Gedächtnis als das eines gotttragenden Einsiedlers und Missionars, der durch sein verborgenes Gebetsleben und seine Sorge für die ihm anvertrauten Menschen das Evangelium Christi verkündete.
Quellen: Rumänisch-Orthodoxe Erzdiözese von Großbritannien und Nordirland, „Saint Brenac of Wales (†7 April)“; OrthodoxWiki, „Brynach“; Dmitry Lapa, „Saints Brynach and Derfel Gadarn of Wales“, OrthoChristian.
Gebete
Troparion (2. Ton)
O heiliger Brynach, du verließest deine irische Heimat, um Gott zu suchen in der Einöde von Pembroke. Da du nun vor Christus, unserem Gott, stehst, lege bei Ihm Fürsprache ein, wir bitten dich, dass Er mit uns Erbarmen haben möge.
Kondakion (2. Ton, allgemein für Mönche)
Mit der Reinheit der Seele hast du dich auf gottgefällige Weise gerüstet und das unablässige Gebet wie einen mächtigen Speer geführt, mit dem du die Scharen der Dämonen durchbohrtest. O unser Vater Brynach, bitte ohne Unterlass für uns alle.