Adalrich der Wundertäter


Gedächtnis: 29. September
Der ehrwürdige Adalrich von Ufenau lebte im 10. Jahrhundert und wird seit alters her als heiliger Einsiedler am Zürichsee verehrt. Der Überlieferung zufolge entstammte er dem schwäbischen Herzogshaus und war ein Sohn des Herzogs Burkhard und der Reginlind. Er soll zunächst Mönch des Klosters Einsiedeln gewesen sein, ehe er sich auf die Insel Ufenau im Zürichsee zurückzog, um dort ein Leben in Einsamkeit, Gebet und Askese zu führen. Die verwandtschaftliche Verbindung mit Reginlind lässt sich historisch allerdings nicht sicher nachweisen und gehört der späteren Überlieferung an.
Die älteste Nachricht, die mit dem ehrwürdigen Adalrich in Verbindung gebracht wird, findet sich in der im Jahre 1072 verfassten Vita der heiligen Märtyrerin Wiborada von St. Gallen. Darin wird von einem Einsiedler namens Alaricus berichtet, der auf einer Insel im Zürichsee lebte. Als er von der überaus strengen Askese der heiligen Wiborada erfuhr, wurde er von Gott dazu bewegt, sie vor einer übermäßigen Schwächung ihres Leibes durch Fasten und Nachtwachen zu warnen. Dieser Alaricus wird in der Überlieferung mit dem ehrwürdigen Adalrich von Ufenau gleichgesetzt.
Mit dem Leben des Heiligen ist auch seine Mutter Reginlind verbunden. Nach der späteren Überlieferung zog sie, nachdem sie an Aussatz erkrankt war, auf die Ufenau. Ihr werden die Stiftung der dem heiligen Martin von Tours geweihten Kapelle sowie der Kirche der heiligen Apostel Petrus und Paulus auf der Insel zugeschrieben. Adalrich wirkte dort als Priester und Einsiedler. Die Menschen suchten ihn um geistlichen Rat und Hilfe auf, und die Überlieferung berichtet auch von Wundertaten, die durch seine Fürbitte geschahen. So verbreitete sich sein Ruf unter den Gläubigen, und die Ufenau wurde zu einem Ort der Verehrung und Wallfahrt.
Der ehrwürdige Adalrich entschlief der Überlieferung zufolge am 29. September des Jahres 973 und wurde in der Kirche der heiligen Apostel Petrus und Paulus auf der Ufenau bestattet. Seine Verehrung ist spätestens seit dem 14. Jahrhundert sicher bezeugt. Im Jahre 1372 wurde ihm auf der Insel ein Altar geweiht.
Im 17. Jahrhundert erfuhr seine Verehrung eine besondere Erneuerung. Im Jahre 1659 wurde das Grab des ehrwürdigen Adalrich geöffnet und seine Gebeine wurden erhoben und nach Einsiedeln übertragen. Im Jahre 1663 brachte man seine Reliquien feierlich auf die Ufnau zurück und setzte sie dort in einem steinernen Sarkophag bei, während einzelne Reliquien im Kloster Einsiedeln verblieben. Im Jahre 1959 wurden die auf der Ufnau ruhenden Gebeine des Heiligen schließlich in das Kloster Einsiedeln übertragen, wo seine Reliquien seither aufbewahrt und verehrt werden.
Gebete
Troparion (5. Ton)
Früh hat dich das Königtum der Himmel angezogen, / die Blüte deiner Jugend hast du dem Herrn gewidmet, / deiner kranken Mutter und deinem Volk in Demut und Gehorsam gedient, / den stürmischen Zürichsee nicht gefürchtet, / sondern auf den Herrn vertraut: / Er wurde dir Stütze und Stab und stillte den Sturm. / Ehrwürdiger Adalrich von der Ufnau, / bitte Christus, unsern Gott, // dass er auch uns behüte in unserer Leidenschaften Sturm.