Abraham der Arbeitsliebende vom Kiever Höhlenkloster

Gedächtnis: 21. August und 28. September (Synaxis der ehrwürdigen Väter der Nahen Höhlen)
Der ehrwürdige Vater Abraham, der „Arbeitsliebende“, war Mönch im heiligen Kiever Höhlenkloster und lebte in der geistlichen Abgeschiedenheit der Nahen Höhlen. Sein genaues Lebensdatum ist nicht überliefert, doch wird er gewöhnlich in die Zeit vom 12. bis 14. Jahrhundert eingeordnet.
Von Jugend an strebte der ehrwürdige Abraham nach der vollkommenen Hingabe an Gott. Nachdem er in das Kiever Höhlenkloster eingetreten war, zeichnete er sich durch seinen unermüdlichen Fleiß, seine Einfachheit und seinen Gehorsam aus. Die Brüder nannten ihn liebevoll „den Arbeitsliebenden“ (греч. φιλοπόνος, kirchenslaw. трудолюбивый), weil er jede ihm aufgetragene Arbeit mit Freude und Eifer verrichtete – nicht aus Pflichtgefühl, sondern aus tiefer Liebe zu Gott.
Er erfüllte alle Aufgaben des klösterlichen Lebens – von der Arbeit in den Werkstätten über das Tragen von Wasser bis zur Bereitung der Speisen – mit innerem Frieden und schweigendem Gebet. Dabei mied er jegliches unnütze Wort und verharrte in der beständigen Erinnerung an Christus. Besonders zum Ende seines Lebens zog er sich in eine der Höhlen zurück, wo er fast ununterbrochen betete und gleichzeitig mit den Händen arbeitete – so bereitete er etwa Holz und Wasser für die Brüder vor und half bei der Herstellung liturgischer Geräte und Gefäße.
Überliefert ist, dass er auch in der Zeit, in der seine Kräfte nachließen, nicht aufhörte zu arbeiten. Der Glaube an die Heiligkeit seiner Arbeit und die Überzeugung, dass Mühe in Liebe zu Christus das Herz reinigt, prägten sein ganzes Leben.
Der heilige Abraham entschlief in Frieden, gesegnet von seinen Brüdern, und wurde in den Nahen Höhlen (Blizhnie Peščery) des Kiever Höhlenklosters beigesetzt, wo seine Reliquien bis heute ruhen.