Walburga von Eichstätt

Aus Orthpedia
Wechseln zu: Navigation, Suche
Die Hl. Walburga

Die hl. Walburga von Eichstätt (* 710, † 25. Februar 779/780) war eine Nonne und Äbtissin des Klosters Heidenheim. Sie war eine Nichte des heiligen Bonifatius. Ihr Gedächtnis wird gefeiert am 25. Februar.

Die hl. Äbtissin Walburga war eine Tochter des hl. Fürsten Richard von England und Schwester der hll. Bischöfe Willibald und Wunibald. Sie wurde um das Jahr 710 in England geboren. Als ihr Vater und ihre Brüder eine Wallfahrt nach Rom unternahmen, nahm sie den Schleier im Kloster Winburn in der Grafschaft Dorset. Auf Berufung des hl. Bonifatius kam sie gemeinsam mit der hl. Lioba um das Jahr 748 nach Deutschland, wo sie zwei Jahre im Kloster Bischofsheim an der Tauber lebte. 754 setzte der hl. Willibald seine Schwester als Äbtissin im von ihm gegründeten Frauenkloster in Heidenheim am Hahnenkamm ein. Tag und Nacht verharrte sie im Gebet, fastete ununterbrochen und wachte die Nächte hindurch.

Wegen ihrer Missionstätigkeit lebte sie nicht in strenger Klausur und bat deshalb Christus, der sie im Glauben stark gemacht hatte, auch am Leibe rein zu erhalten. Einmal, als sie in finsterer Nacht aus der Kirche des benachbarten Männerklosters, wo sie die Vesper besucht hatte, zu ihrem Kloster zurückkehrte, musste sie ohne Laterne durch die finstere Nacht gehen. Die Ordensschwestern hatten bereits zu Abend gegessen, und die hl. Walburga musste ungespeist schlafen gehen. Als um Mitternacht das Zeichen zum Gottesdienst ertönte, entstand plötzlich eine wunderbare Helligkeit, welche alle Schlafgemächer und selbst den Boden durchdrang. Die hl. Äbtissin pries den Herrn und dankte ihm mit lauter Stimme, dass er sich erbarmte, durch die milden Strahlen seiner Barmherzigkeit die schreckliche Finsternis zu verscheuchen.

Als der hl. Wunibald im Jahre 761 entschlief, ging sie eines Nachts zu dem Haus eines reichen Grundherren zu Hohentrühdingen, dessen Tochter, wie sie wusste, im Sterben lag. Als man sie vor der Türe seines Hauses stehen sah, ohne sie zu erkennen, wurden auf Befehl des Hausherrn die Wachhunde auf sie losgelassen. Sie aber sprach: „Der mich unversehrt und ohne dein Wissen hierher geführt hat, wird mich auch unversehrt wieder heimführen; ja Er wird auch, wenn du mit allen deinen Kräften an Ihn glaubst, die Gabe der Heilung in dein Haus einführen.“ Die Heilige ließ sich in das Gemach der Sterbenskranken führen, um welche die betrübten Eltern bitterlich weinten, und brachte die Nacht unter inständigem Gebet im Krankenzimmer zu. Bei Morgengrauen fanden die hocherfreuten Eltern ihre Tochter völlig gesund vor. Die Eltern baten Walburga um ihre unablässigen Gebete und wollten sie mit Geschenken beehren. Sie aber nahm nichts an und kehrte Gott preisend zu den Ihrigen zurück.

Im Jahr 779 oder 780 starb die hl. Walburga. Sie wurde in Heidenheim beerdigt. Um die Mitte des 9. Jahrh. wurden ihre Gebeine erhoben und nach Eichstätt übertragen. Von dem sogenannten Walburgaöl, einer wasserähnlichen Feuchtigkeit, die dem Brustbein der hl. Walburga entquillt, wird schon im 9. Jahrhundert von ihrem Biographen dem Benedictiner Wolfhard von Hasenried berichtet, dass es wundertätig sei. In England, Belgien, Holland, im Elsass und in Lothringen, sowie in ganz Deutschland wurde ihre Verehrung volkstümlich In der Peterskirche in München befindet sich eine größere Reliquie von ihr.

Textnachweis

Dieser Text stammt aus: "Orthodoxe Heiligenleben", Vorabdruck im Internet, S. 77f. Scan des Kapitels über die Hl. Walburga. Mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber.