Richter

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Orthodoxes Glaubensbuch - Das Buch der Richter

Wie auch das Buch Josua beschreibt dieses Buch die Eroberung des Gelobten Landes, aber von einem anderen Gesichtspunkt aus. In ihm wird gezeigt, dass jeder Stamm selbstständig für sein Erbteil kämpfte und deshalb nicht selten keinen Erfolg hatte.

Zentralpalästina war noch unter Josua erobert worden, im Norden geschah alles viel langsamer und überall auf unterschiedliche Weise. Kriegerische Mittel wurden mit friedlichen verbunden. An einem Ort wurde das Land erobert, an einem anderen wurden Verträge mit seinen früheren Eigentümern geschlossen.

Die Ereignisse geschahen etwa zu folgenden Zeiten: der Auszug aus Ägypten – 1250 v. Chr., die Eroberung Zentralpalästinas – 1210 v. Chr. und die Besiedlung Nordpalästinas – 1200 v. Chr.

Das Buch der Richter weist folgende Einteilung auf: 1) Einführung; 2) Hauptteil, mit dem die Geschichte der Richter beginnt; 3) zwei Nachträge, die von der Ansiedlung eines der Stämme Israels und der Gründung eines neuen Heiligtums berichten, aber auch über den Krieg und die Strafe für das Verbrechen in Gibea. In der Einführung, die sich nicht direkt auf die Geschichte der Richter bezieht, wird der Tod Josuas beschrieben und noch einmal die Eroberung des Heiligen Landes dargestellt.

Die Exegeten unterscheiden die “großen” und die “kleinen” Richter. Zu den “großen” gehören Otniël, Ehud, Barak und Debora, Gideon, Jiftach und Simson. Sie alle unterscheiden sich nach Herkunft, Charakter und Taten. In der Sprache der Bibel bedeutet “richten” nicht nur Recht sprechen und über die Erfüllung des Gesetzes wachen, sondern auch herrschen. Allen Richtern gemeinsam ist, dass sie vom Herrn für die Erfüllung einer Mission, die für das Volk heilbringend war, erwählt wurden. Die Namen der “kleinen” Richter sind folgende: Schamgar, Tola, Jaïr, Ibzan, Elon und Abdon. In der Bibel wird nicht über ihre heilbringenden Taten für das Volk erzählt, es wird nur über ihre Herkunft, ihre Familie, den Begräbnisort eines jeden und über die Zeitperioden berichtet, in denen sie in Israel gerichtet haben. Die Gesamtzahl der Richter ist zwölf, sie entspricht der Zahl der zwölf Stämme Israels.

Die Erzählung über die Richter stellt die Zeit zwischen dem Tod Josuas und der Herrschaft des Königs Saul, des ersten Königs Israels, lückenlos dar. Das Hauptziel des Buches ist die religiöse Deutung der beschriebenen Ereignisse. Die Geschichten, die in dem Buch erzählt werden, folgen einem gleichbleibenden Schema: die Menschen tun Böses – der Herr überantwortet sie den Unterdrückern – sie bitten Gott um Hilfe – der Herr schickt ihnen einen Richter als Retter.

Das Buch der Richter ist die einzige Quelle, aus der man etwas über die hier beschriebene Epoche erfahren kann. Daher kann man die Hauptereignisse dieses Buches zeitlich nur annähernd datieren.

Im Laufe dieser ganzen Periode der Wirren mussten die Israeliten nicht nur gegen die ersten Besitzer des Gelobten Landes, gegen die Kanaaniter, kämpfen, sondern auch gegen die Nachbarvölker: die Moabiter, Ammoniter, Medianiter und die Neuankömmlinge – die Philister.

Oft kämpften die Stämme Israels alleine, bis sie sich schließlich im Angesicht der allgemeinen Gefahr vor der Zeit des Königs Saul vereinigten. Das Wichtigste, was sie einte, war der Glaube an den Einen Gott.

Der Inhalt des Buches der Richter

Die Lage Israels unter den Richtern

Der Herausragendste unter ihnen in der Treue zu Gott – Gideon, der Stärke nach – Simson

Die Prophetin Debora und ihr Lied

Der Götzendienst des Stammes Dan

Die Bestrafung des Stammes Benjamin durch die anderen Stämme für seine Schandtat


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