Kreuzreliquie in Limburg

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Kreuzreliquie nun dauerhaft im Dom zu Limburg

Größter Schatz nun dauerhaft im Dom. Bistum Limburg präsentiert kostbare Kreuzreliquie auf dem Hochaltar

LIMBURG/ FRANKFURT. Der Hohe Dom zu Limburg zählt zu den bedeutendsten Bauwerken Hessens. Viele fühlen sich von der Architektur und der spirituellen Ausstrahlung angezogen. Zum Auftakt der Kreuzwoche (bis 20. September 2009) ist das Gotteshaus auf dem Domberg über der Lahn nun um eine weitere Besonderheit reicher: Die kostbare Kreuzreliquie wird nun auf der Ostempore des Doms gezeigt. Zum Jubiläumsjahr "50 Jahre Kreuzfest" haben Bischof, Weihbischof und Domkapitel beschlossen, dieses kostbare Stück dauerhaft in der Bischofskirche zu zeigen. Damit kann die Reliquie des heiligen Kreuzes nun auch im Alltag von Gläubigen und Besuchern verehrt werden. So greift das Bistum eine Tradition auf, die an Wallfahrtsorten mit bedeutenden Reliquien üblich ist. Bischof Dr. Franz-Peter Tebartz-van Elst erklärte: "Indem wir das Kreuz Christi so vor Augen haben, sehen wir das Ziel, auf das wir zugehen."

Der Bischof von Limburg hat die Reliquie in einer festlichen Prozession auf den Allerheiligenaltar im Dom getragen. Dort hat sie nun ihren festen Platz und wird durch eine Vitrine aus Glas gesichert. Hinter der Glasvitrine mit der Kreuzreliquie leuchtet am Tag das Fenster, das im Gekreuzigten den Auferstandenen zeigt. Die kostbare Hülle der Reliquie, die Staurothek, ist weiterhin im Diözesanmuseum (Domstraße 12) zu sehen. Unter dem Leitwort "Im Zeichen des Kreuzes ? die Limburger Staurothek" werden dort zurzeit bedeutende Kreuzreliquien und Kruzifixe aus dem Bistum gezeigt. Die Ausstellung wird noch bis zum 15. November in Limburg präsentiert.

"Das Stück vom Kreuz Christi ist der größte Schatz des Bistums", heißt es in der Mitteilung des Bistums. Der Legende nach hat Kaiserin Helena bei ihrer Pilgerfahrt ins Heilige Land um 320 das Kreuz entdeckt. Über Umwege gelangte die Reliquie in den Besitz des Fürsten von Nassau-Weilburg, der sie 1835 dem Bistum Limburg schenkte.

Die Präsentation bedeutender Reliquien im Dom hat Tradition - zum Beispiel auch im Bistum Trier: Wann immer der Heilige Rock in Trier gezeigt wird, pilgern Gläubige aus aller Welt zum Trierer Dom, um das ungeteilte Gewand Christi zu sehen. Vor der ersten Wallfahrt im Jahr 1512 war die Tunika Christi Jahrhunderte lang im Hochaltar des Domes eingemauert. Erst am Ende des Mittelalters besann man sich des großen Werts der Reliquie, die der Tradition nach von der heiligen Helena nach Trier gebracht worden war. Die Reliquienverehrung im Bistum Limburg hat ebenfalls eine lange Tradition, wie die Ausstellung im Diözesanmuseum dokumentiert.

Die Kreuzreliquie und die Reliquienverehrung werden auch Thema einer Internationalen Fachtagung am Samstag (19. September) in Limburg sein. Ab 10 Uhr werden Wissenschaftler aus dem In- und Ausland "im Zeichen des Kreuzes" im Priesterseminar (Limburg) zusammenkommen. Holger Klein von der Columbia University (New York) wird über die Staurothek und den Kreuzkult in Jerusalem und Konstantinopel sprechen. Über die Verehrung des heiligen Kreuzes im Mittelalter in Frankfurt a. M. und in Limburg referiert Astrid Krüger (Bad Homburg), Claus Arnold von der Goethe-Universität Frankfurt a. M. über Bistumsfeiern im 20. Jahrhundert.

Auf der Internetseite www.kreuzfest.bistumlimburg.de gibt es weitere Informationen zur Ausstellung und zum Symposion. Auch zeigt die Diözese dort Videos und Fotogalerien zur Kreuzreliquie.

http://bogoslov.ru/de/text/465377/index.html