Justina von Padua, Jungfrau und Märtyrerin

Gedächtnis: 7. Oktober
Die heilige Jungfrau und Märtyrerin Justina von Padua lebte zu Beginn des 4. Jahrhunderts und erlitt wahrscheinlich während der Christenverfolgung unter den Kaisern Diokletian und Maximian um das Jahr 304 das Martyrium. Über ihr Leben sind nur wenige historisch sichere Nachrichten erhalten, doch ihre Verehrung lässt sich bereits in der Spätantike deutlich nachweisen.
Nach der überlieferten Leidensgeschichte stammte Justina aus Padua und hatte sich als christliche Jungfrau ganz Christus geweiht. Während der Verfolgung wurde sie wegen ihres Glaubens ergriffen und vor Gericht gestellt. Weder Drohungen noch die Aufforderung, den heidnischen Göttern zu opfern, konnten sie dazu bewegen, Christus zu verleugnen. Sie blieb ihrem Glauben treu und nahm schließlich das Todesurteil auf sich. Nachdem sie im Gebet ihre Knie zur Erde gebeugt hatte, wurde sie mit dem Schwert durchbohrt und vollendete so ihr Martyrium. Als Tag ihres Martyriums überliefert die Kirche von Padua den 7. Oktober 304.
Die Christen bestatteten ihren Leib auf einem Friedhof außerhalb des damaligen Padua. An dieser Stelle entwickelte sich früh eine besondere Verehrung der Märtyrerin. Über ihrem Grab entstand eine Gedächtnisstätte, und zu Beginn des 6. Jahrhunderts ließ der Prätorianerpräfekt und Patrizier Opilio dort eine prächtige Basilika mit einem angrenzenden Oratorium errichten. Bereits um das Jahr 565 bezeugte Venantius Fortunatus das Heiligtum der heiligen Justina. Auch ihre Darstellung in frühchristlichen Mosaiken des 6. Jahrhunderts sowie weitere alte Zeugnisse zeigen, dass sich ihre Verehrung schon früh über Padua hinaus verbreitet hatte.
Eine spätere Überlieferung verbindet Justina mit dem heiligen Prosdocimus, dem ersten Bischof von Padua, und bezeichnet sie als dessen Schülerin. Diese Tradition setzt ihr Leben jedoch teilweise bereits in das 1. Jahrhundert und lässt sich daher nicht mit der historisch wahrscheinlicheren Datierung ihres Martyriums in die diokletianische Verfolgung zu Beginn des 4. Jahrhunderts vereinbaren.
Das Grab der heiligen Justina blieb über die Jahrhunderte Mittelpunkt ihrer Verehrung. An der Stelle ihres frühchristlichen Heiligtums erhebt sich heute die große Basilika Santa Giustina in Padua. Ihre Reliquien wurden im Jahr 1177 wieder aufgefunden. Während der Umgestaltung der Basilika wurden sie im Jahr 1627 vorübergehend erhoben und am 7. Oktober desselben Jahres feierlich unter dem Hochaltar beigesetzt. Dort wird der Leib der heiligen Märtyrerin bis heute verehrt; weitere Teile ihrer Reliquien werden in Reliquiaren der Basilika aufbewahrt.
Die frühe und weit verbreitete Verehrung der heiligen Justina gehört zu den bedeutenden Zeugnissen des christlichen Padua. Als Jungfrau, die Christus auch angesichts des Todes nicht verleugnete, wird sie als Märtyrerin und standhafte Bekennerin des Glaubens verehrt. Ihr Gedächtnis wird am 7. Oktober begangen.
Quellen: Passio Sanctae Iustinae Virginis et Martyris; Venantius Fortunatus, Vita Sancti Martini; Benediktinerabtei Santa Giustina in Padua, Santa Giustina, vergine e martire; Pravoslavie.ru, Christian Shrines of Padua, Part II
Gebete
Troparion (4. Ton)
O heilige Jungfrau Justina, du hast dein Gewand der Reinheit gerötet mit dem Blut deines Martyriums, du erleuchtest die Welt mit der Gnade der Heilung und betest bei Christus, unserem Gott, für unsere Seelen.