Jefimija von Devič

Gedächtnis: 15. Februar
Jefimija von Devič, im Volk als die selige Stojna bekannt, wurde als Stojna Zarić zu Beginn des 19. Jahrhunderts in der Gegend von Sjenica geboren. Schon in ihrer Jugend zeichnete sie sich durch einen stillen und ernsten Charakter aus. Die volkstümliche Überlieferung berichtet, dass sie als Hirtenmädchen einst im Zorn ein Schaf schlug und daraufhin von tiefer Gewissensnot ergriffen wurde. Bald darauf verfiel sie in eine schwere Krankheit, die weder Ärzte noch Heilkundige lindern konnten. Ihre Angehörigen brachten sie schließlich zum Kloster Devič im Kosovo, wo sich die Reliquien des heiligen Joanikije von Devič befinden. Dort fand sie durch Gebet und Fürsprache des Heiligen Heilung an Leib und Seele. Dieses Ereignis bestimmte ihr ganzes weiteres Leben.
Aus Dankbarkeit blieb sie im Kloster und empfing später die Mönchsweihe mit dem Namen Jefimija. Von da an führte sie ein Leben strenger Askese, tiefer Demut und unablässigen Gebets. Sie schlief nur wenig, fastete streng und verbrachte viele Nächte im Gebet. Die Menschen, die sie kannten, bezeugten ihre Sanftmut, ihre Liebe zu den Armen und ihre geistliche Weisheit. Viele kamen zu ihr, um Rat, Trost und geistliche Hilfe zu suchen. Besonders eindringlich rief sie die Menschen zur Umkehr, zur Buße und zu einem Leben nach den Geboten Christi auf. Deshalb nannte das Volk sie oft einfach „Pokajanje“ – „die zur Reue Rufende“.
Mit der Zeit verbreitete sich der Ruf ihrer Heiligkeit weit über das Kloster Devič hinaus. Zahlreiche Gläubige sahen in ihr eine gottbegnadete Asketin und schrieben ihr die Gabe geistlicher Einsicht zu. Überliefert sind auch Mahnungen und prophetische Worte, mit denen sie vor sittlichem Verfall, Gottvergessenheit und kommenden Leiden warnte. Trotz der Verehrung, die ihr schon zu Lebzeiten entgegengebracht wurde, blieb sie selbst äußerst bescheiden und suchte jede Ehre zu meiden.
Nachdem sie viele Jahre im Dienst Gottes verbracht hatte, entschlief sie im Jahre 1895 friedlich im Herrn. Sie ist auf dem Friedhof bei der Peterskirche in der Nähe von Novi Pazar begraben.
Ihr Andenken blieb im gläubigen Volk lebendig, besonders unter den Serben im Kosovo und in Raška. Der heilige Bischof Nikolaj Velimirović verfasste später ihre erste Vita und trug wesentlich dazu bei, dass die Erinnerung an ihre heilige Lebensführung bewahrt wurde. Aufgrund der beständigen Verehrung durch das Volk und des Zeugnisses ihres tugendhaften und asketischen Lebens wurde sie schließlich im Jahr 2026 durch die Heilige Synode der Serbisch Orthodoxen Kirche offiziell verherrlicht.
Quellen:
- Svetosavlje.org – „Блажена Стојна“ / Vita und Überlieferungen (Serbisch)
Gebete
Troparion (2. Ton) und Kondakion (3. Ton) folgen ...