Florinus von Remüs, Gerechter

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Büstenreliquiar in der Kathedrale von Vaduz, Liechtenstein

Gedächtnis: 17. November

Der heilige Gerechte Florinus von Remüs war Priester, der wahrscheinlich im 7. Jahrhundert im churrätischen Raum lebte und wirkte. Sein Leben ist besonders mit Remüs, dem heutigen Ramosch im Unterengadin, verbunden, wo er als Priester wirkte und nach seinem Tod verehrt wurde.

Über seine Herkunft und Jugend sind nur wenige historisch gesicherte Nachrichten erhalten. Die älteste erhaltene Lebensbeschreibung entstand erst im 12. Jahrhundert, bewahrt jedoch eine ältere örtliche Überlieferung. Nach ihr wurde Florinus im Vinschgau geboren; erst die spätere Überlieferung nennt Matsch im Obervinschgau ausdrücklich als seinen Geburtsort. Seine Eltern sollen sich nach einer Pilgerfahrt nach Rom im Vinschgau niedergelassen haben.

Als junger Mann kam Florinus nach Remüs, wo ihn der Priester Alexander aufnahm, erzog und im christlichen Glauben unterwies. Mit dieser Zeit verbindet die Überlieferung das bekannteste Wunder des Heiligen. Florinus sollte seinem Lehrer Wein bringen, gab diesen jedoch aus Mitleid einer armen Frau für ihren kranken Mann. Daraufhin füllte er das Gefäß mit Wasser, das sich auf wunderbare Weise in Wein verwandelte. Der Weinkrug wurde deshalb zu einem charakteristischen Attribut des heiligen Florinus.

Florinus wurde zum Priester geweiht und trat nach dem Tod Alexanders dessen Nachfolge in Remüs an. Dort widmete er sich der Verkündigung des Evangeliums, dem Gebet und der Sorge für die ihm anvertrauten Gläubigen. Die Überlieferung hebt besonders seine Barmherzigkeit gegenüber den Armen hervor und berichtet von weiteren Wundern.

Florinus entschlief wahrscheinlich gegen Ende des 7. Jahrhunderts in Remüs; ein zuverlässiges Todesjahr ist nicht überliefert. Er wurde in Remüs bestattet, und sein Grab entwickelte sich zu einer Wallfahrtsstätte.

Reliquien und Verehrung

Bereits im Jahre 930 ist die dem heiligen Florinus geweihte Kirche in Remüs urkundlich bezeugt. Im Laufe des Mittelalters verbreitete sich seine Verehrung vom Unterengadin und dem Bistum Chur in weitere Gebiete. Reliquien des Heiligen gelangten unter anderem nach Koblenz, wo die Florinskirche seinen Namen trägt.

Besonders eng blieb seine Verehrung mit dem Unterengadin, dem Vinschgau und dem Bistum Chur verbunden. Auch die Kathedrale von Vaduz ist dem heiligen Florinus geweiht. In der Orthodoxen Kirche wird er als Gerechter Florinus von Remüs unter den Heiligen des alten Rätiens verehrt.

Quellen: Anonymus, Vita sancti Florini; Iso Müller, Die Florins-vita des 12. Jahrhunderts; Historisches Lexikon der Schweiz, Florin (Heiliger)

Gebete

Troparion (8. Ton)

Führer der Rechtgläubigkeit, der Frömmigkeit und Heiligkeit Lehrer, Stern des Erdkreises und der Rechtgläubigen gottbegeisterte Zierde, weiser Florinus, durch deine Lehre hast Du, o Harfe des Geistes, alle erleuchtet. Bitte Christus, Gott, uns zu erretten.