Polyeuktos, hl. Märtyrer

Aus Orthpedia
Version vom 7. August 2021, 15:03 Uhr von Nikolaj Mitra (Diskussion | Beiträge)
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)
Zur Navigation springenZur Suche springen
Polyeuktos.jpg

Gedenktag: 9. Januar

Der hl. Märtyrer Polyeuktos war Offizier zur Zeit des Kaisers Decius (249-251). Zusammen mit seinem Freund Nearchos bekannte er sich, trotz des Verbotes und gegen den Rat seines Schwiegervaters Felix und seiner Frau, öffentlich zu seinem christlichen Glauben. Deshalb wurde er unter Kaiser Valerian (253-259) im Jahre 259 in Melitene, dem heutigen Malataya, mit dem Schwert hingerichtet.

Vita

Der griechischen Passio nach, die wohl aus dem 5. Jahrhundert stammt, soll Polyevktos das Martyrium zu Melitine zu Beginn der Verfolgung unter Kaiser Decius (249-251) erlitten haben. Demnach war Polyevktos ein heidnischer römischer Offizier, der in der genannten Stadt stationiert war. Er war mit einem christlichen Offizier namens Nearchos befreundet und durch ihn mit den Inhalten des christlichen Glaubens bekannt. Als die Angehörigen des Militärs durch ein kaiserliches Edikt zur Teilnahme am Staatskult verpflichtet wurden, geriet Nearchos in Bedrängnis und befürchtete, dass diese schlimme Lage auch zur Entfremdung von seinen Freunden führen könnte. Doch festigte die prekäre Situation den Polyevktos ganz im Gegenteil in seiner ohnehin schon gewachsenen inneren Nähe zum christlichen Glauben. Ein Traum, in dem Christus selbst ihm erschien und ihm statt der römischen Soldatenkleidung das Gewand eines Streiters des himmlischen Heeres anlegte, wurde ihm zum letzten Anlass, sich offen und entschieden zu Christus zu bekennen. In heiligem Eifer riss er das ausgehängte Kaiseredikt ab und beschädigte die Götzenbilder, als diese von heidnischen Priestern herbeigebracht wurden, um sie der öffentlichen Verehrung darzubieten. Polyevktos wurde sofort festgenommen und einer Reihe von Folterungen unterworfen, blieb jedoch standhaft. Eine Intervention seines prominenten Schwiegervaters, des Prokonsuls Felix, blieb erfolglos. Auch seine Gattin Paulina konnte den Märtyrer nicht umstimmen. So wurde er zum Tode durch Enthauptung verurteilt, die er gesammelt und heiteren Sinnes erduldete, nachdem er sich von seinem Freund Nearchos verabschiedet hatte. Da Polyevktos nicht getauft war, ist sein Märtyrertod ein deutliches Beispiel für die sog. Bluttaufe. Die Christen von Melitine bestatteten seinen Leib. Später wurden seine Reliquien in Konstantinopel verehrt.

Auch im Westen stand Polyevktos schon früh in Ehren: Gregor von Tours (538-594) erwähnt ihn (In gloria confessorum 102). Die Merowinger-Könige riefen ihn auf Vertragsurkunden zusammen mit den hll. Hilarios von Poitiers und Martin von Tours als Schützer des Eides an.