Gottesmutter vom Zeichen von Kursk von der Wurzel

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Kurskaja 1.jpg

Gedächtnis: 8. März (Moskauer Patriarchat), 8. September und 27. November

Die Ikone der allheiligen Gottesgebärerin vom Zeichen von Kursk mit dem Beinamen "von der Wurzel"

Als im 12. Jahrhundert in Folge des Mongolensturms das russische Land immer wieder durch tatarische Einfälle verheert wurde, litt auch das Gebiet um die Stadt Kursk unter diesen Angriffen. In Folge der Verwüstung wurde am Ende auch die Stadt Kursk vollständig zerstört. Das Gebiet entvölkerte sich und verwandelte sich in eine unwirtliche, von Wäldern geprägte Wildnis.

Die Einwohner der etwa 90 Werst (162 km) von Kursk entfernten Stadt Ryl'sk, die durch einen glücklichen Zufall vor den Einfällen der Tataren verschont geblieben waren, pflegten dort zur Jagd zu gehen. Und so geschah es, dass am 8.September 1295, dem Festtag der Geburt der Allerheiligen Gottesgebärerin, eine kleine Schar von Jägern aus Ryl'sk am Fluß Tuskora ca. 50 km von Kursk zur Jagd ging. Während einer der Jäger, der ein frommer und gottesfürchtiger Mann war, in den Wäldern nach Jagdbeute Ausschau hielt, stieß er auf eine Ikone von nicht sehr großen Ausmaßen, die umgekehrt auf einer Baumwurzel lag. Kaum hatte er die Ikone aufgehoben, um sie anzuschauen, als aus der Stelle, auf der sie lag, eine kräftiger, üppiger Quell klaren Wassers hervorsprudelte.

Ikone im Oklad mit Samteinschlag

Die Ikone gehörte zu dem Typus der Gottesmutterikonen "Znamenije" (Gottesmutter vom Zeichen). Dem Jäger, der sie gefunden hatte, war klar, dass es sich hier nicht um eine gewöhnliche Ikone handeln konnte. Er rief seine Begleiter, und mit vereinten Kräften fällten sie sogleich Holz für eine kleine Kapelle, in welcher sie die so gefundene Ikone aufstellten. Nachdem die Bewohner von Ryl'sk von der neu erschienenen Ikone der Mutter Gottes erfahren hatten, begannen sie, diese zu besuchen und zu Allheiligen Gottesgebärerin vor ihr zu beten. Im Laufe kurzer Zeit ereigneten sich durch die Gebete zur Gottesmutter vor dieser Ikone zahlreiche Wunder.

Als der Ryl'sker Fürst Vasilij Šemjaka von der Ikone hörte, befahl er, sie in die Stadt Ryl'sk zu bringen. Zum feierlichen Einzug der heiligen Ikone ging die ganze Stadt in einer großen Prozession der herannahenden wundertätigen Ikone entgegen. Nur Vasilij Šemjaka selber weigerte sich, an der Prozession teilzunehmen, worauf er erblindete. Nach inbrünstiger Reue und Gebet vor der heiligen Ikone wurde er jedoch wieder sehend. Aus Dankbarkeit hierfür baute er in Ryl'sk eine der Geburt der Gottesmutter geweihte Kirche, in welcher er die heilige Ikone aufstellen ließ. Seit dieser Zeit wird der 8. September, der Tag ihrer Erscheinung, als ihr alljährliches Fest begangen.

Jedoch nicht für alle Zeit verblieb die Ikone in Ryl'sk. Dreimal verschwand sie auf wunderbare Weise von dort, und man fand sie an dem Ort wieder, wo sie zuerst dem Jäger erschienen war. Da begriffen die Ryl'sker, dass es der Allheiligen Gottesgebärerin wohlgefällig ist, wenn ihre wundertätige Ikone an dem Ort ihrer Erscheinung verbleibt. So errichteten sie dann dort eine Kapelle, in welcher die Ikone zur Verehrung der Gläubigen aufstellt wurde.

Im Jahre 1385 wurde das Gebiet rund um Kursk erneut von den Tataren verwüstet. Sie versuchten auch die Kapelle und die Ikone zu verbrennen, aber die hölzerne Kapelle geriet nicht in Brand. Der neben der Kapelle wohnende Priester, Vater Bogolep, erklärte ihnen, dass die Ursache für dieses Wunder in der wundertätigen Ikone selber liege. Daraufhin hauten die erzürnten Tataren die Ikone mittendurch, und warfen die zwei Hälften in verschiedene Richtungen, die Kapelle aber brannten sie nieder. Den Priester nahmen sie gefangen und verbannten ihn auf die Krim, wo er die Herden der Tataren weiden musste. Nach einiger Zeit wurde er jedoch von den Gesandten des Moskauer Fürsten, die auf die Krim gekommen waren, losgekauft. Danach kehrte er zu dem Ort zurück, an dem die Kapelle gestanden hatte. Nachdem er lange unter Gebet und Fasten gesucht hatte, fand er die beiden Hälften der heiligen Ikone, legte sie aneinander, und sie fügten sich so gut zusammen, das am Ende keine Spur von dem Schnitt übrig blieb und an der Stelle nur so etwas "wie Tau" herausfloss.

Als die Bewohner von Ryl'sk von diesem Wunder erfuhren, wollten sie die heilige Ikone wieder in ihre Stadt bringen, aber wiederum kehrte sie von dort an den von der Allheiligen Gottesgebärerin als Aufenthalt für ihre wundertätige Ikone gewünschten Ort zurück. Dort verblieb sie fast zweihundert Jahre. Durch das Gebet vor dieser Ikone der Gottesmutter ereigneten sich im Laufe der Zeit viele Wunder.

Im 16. Jahrhundert, zur Zeit der Herrschaft des Zaren Fjodor Ivanovič, wurde die Stadt Kursk wieder aufgebaut. Damals wurde die heilige Ikone auch auf Befehl des Zaren nach Moskau gebracht, wo der fromme Zar viel vor ihr betete und sie in einen Rahmen weiterer Ikonen einfassen ließ. Dieser Ikonenrahmen zeigt am oberen Ende einer Darstellung des Herrn als "Gott Sabaoth". rundum laufend sind kleinere Ikonen der heiligen Propheten dargestellt, die über die Allheilige Gottesgebärerin und die Geburt unseres Erlösers aus ihr geweissagt hatten. Die Zarin Irina Feodorovna schmückte die Ikone mit einer reichen goldenen und silbernen Verkleidung (Oklad), worauf die heilige Ikone wieder in ihre Kapelle zurückgebracht wurde. Im selben Jahr wurde unter Beistand des Zaren anstelle der Kapelle eine Kirche zur Geburt der Allheiligen Gottesgebärerin errichtet und an diesem Ort auch ein Kloster gegründet. Außerdem wurde über der Heilquelle am Erscheinungsort der heiligen wundertätigen Ikone eine weitere, der "Lebensspendenden Quelle" geweihte Kirche erbaut. Das neue Kloster wurde "Korennaja Pustyn'" (Wurzel-Einsiedelei) genannt, in Erinnerung an die Erscheinung der Ikone an einer Baumwurzel.

Im Jahre 1598 wurde die heilige Ikone wegen des Einfalls der Krimtataren in Südrußland sicherheitshalber nach Kursk gebracht, und in der Einsiedelei wurde eine exakte Kopie von ihr aufgestellt. 1603 entführte der "falsche Demetrius" die Ikone aus Kursk in sein Lager nach Putivlj, und dann nach Moskau, wo sie bis 1615 in den kaiserlichen Gemächern verblieb. Danach wurde sie auf Geheiß des Zaren Michail Feodorovič nach Kursk zurückgebracht und in der dortigen Kathedrale aufgestellt. Von dort kam sie im Jahre 1618 in der Kirche des "Znamenskij" (Ikone der Gottesmiutter vom Zeichen-) Klosters. Von dieser Zeit an blieb die heilige Ikone den größten Teil des Jahres in Kursk und wurde nur an bestimmten Feiertagen in die Korennaja Pustyn gebracht. Von 1806 an wurde auf Anordnung des russischen Kaisers festgelegt, daß die Ikone vom Freitag der 7. Woche nach Ostern an bis zum 12. September in der Korennaja-Pustynj verbleiben solle. An diesem Tag wurde die heilige Ikone dann in einer feierlichen Prozession aus Kursk in die Korennaja Pustynj getragen, die sich vom Snamenskij-Kloster in Kursk bis zur Korennaja Pustyn hinzog. Diese Ordnung wurde bis zum Jahre 1919 eingehalten, als die heilige Ikone vor der antireligiösen Zerstörungswut derBolšchewiki gerettet wurde. Denn schon 1898 hatten atheistische Revolutionäre versucht mittels einer Bombe die Ikone zu zerstören. Trotz großer Verwüstungen in der Kirche blieb die heilige Ikone selbst jedoch unversehrt.

Schließlich verließ die heilige Ikone im Jahre 1919 in Begleitung von Bischof Feofan von Kursk und Obojan und einiger Brüder des Znamenskij-Kloster Rußland und wurde nach Serbien gebracht. Im Jahre 1920 besuchte sie auf Bitte von General Wrangel noch einmal die Krim und wurde von den Resten der weißen Armee in den ersten Novembertagen des Jahres 1920 zunächst nach Konstantinopel evakuiert. Die heilige Ikone kehrte dann nach Serbien zurück, wo sie bis 1944 blieb, als sie zusammen mit dem Bischofssynod der Russischen Auslandskirche nach Westeuropa gelangte. Nach dem Krieg befand sie sich zunächst in München unter der Obhut von Metropolit Anastasij. Im Jahre 1951 übersiedelte schließlich Metropolit Anastasij und der Bischofsynod nach Amerika. Dort fand auch die wundertätige Ikone ihren neuen Platz in der Novaja Korennaja Pustyn in Mahopak bei New York. Seit 1957 wird sie jedoch in der ihr geweihten Hauptkirche des Bischofssynods in New York aufbewahrt. Von Zeit zu Zeit reist die Ikone von dort aus zu Orten, an welchen die russischen Emigranten in der ganzen Welt eine neue Heimat gefunden haben. Seit der Wiedervereinigung der Auslandskirche mit ihrer russischen Mutterkirche hat die Ikone auch wiederholt Russland besucht.

Gebete

Troparion (4. Ton)

Als eine unüberwindliche Mauer und Quelle der Wunder, haben wir dich erworben, Gottesgebärerin Allreinste, deshalb besiegen wir die Heerscharen der Widersacher, indem wir dich bitten, unserem Vaterland Frieden zu schenken und unseren Seelen große Gnade.

Kondakion (4. Ton)

Kommt, ihr Gläubigen, lasst uns die wunderbare Erscheinung des allehrwürdigen Bildes der Gottesmutter lichterfüllt feiern, und Gnadengaben von ihm schöpfend lasst uns in Rührung rufen zu der, die dieser Ikone Urbild ist: freue dich, Maria Gottesgebärerin, Mutter Gottes, Gesegnete.