Josua

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Orthodoxes Glaubensbuch - Das Buch Josua

Es heißt “Buch Josua” nach dem Namen des Haupthelden der Erzählung. Der Name Josua (griechisch “Iesous” – Jesus) bedeutet “Erlösung Gottes”. Dieser Name wurde nach Gottes Auftrag auch dem Erlöser gegeben.

Das Buch wurde in der Epoche der Babylonischen Gefangenschaft verfasst, es kann auch das Buch der Epoche der Umkehr genannt werden. Der Autor bemüht sich zu zeigen, dass der Hauptgrund für das Leiden des Volkes und seine Vertreibung aus seinem Land in der Gemeinschaft mit den Heiden und im Abfall vom Glauben liegt. Die Erzählung von der Ansiedlung in Kanaan soll das unterstreichen. Dies bedeutet jedoch nicht, dass die heiligen Schriftsteller die Wirklichkeit zu Gunsten ihrer Absicht entstellten. Die Daten der biblischen Archäologie bestätigen die in dem Buch beschriebenen Ereignisse.

Die Israeliten werden im Buch Josua als unversöhnliche Feinde des Heidentums dargestellt. Sie schlossen mit den Kanaanitern keine Bündnisse, sondern verjagten sie aus den Städten und vollstreckten an einigen von ihnen den Bannfluch. Sie zogen durch das Gelobte Land unter der Führung des Herrn selbst, der das Los der Kanaaniter entschied, die mit ihrem frevelhaften Tun die Nachbarvölker ansteckten. Nachdem Josua schließlich das Gelobte Land erobert hatte, verteilte er es als Erbbesitz an die Stämme Israels. Beim Lesen des Buches sollte man beachten, dass das Hauptziel des Erzählers nicht das Entwerfen eines streng historischen, in allen Details treuen Bildes der Ereignisse ist. Das Wichtigste für ihn ist, den Nachkommen zu zeigen, dass der Herr in allen Schwierigkeiten mit Seinem Volk war und es befähigt hat, alle Feinde zu besiegen, solange es Ihm treu blieb.

Wenn wir das Buch Josua lesen, dürfen wir nicht vergessen, dass die Normen der christlichen Ethik auf die damaligen Menschen nicht ohne weiteres anwendbar sind. Sie waren faktisch halbwilde Nomaden, in deren Bewusstsein erst vor kurzem die einfachsten moralischen und religiösen Begriffe Fuß gefasst hatten.

Der religiöse Sinn des Buches Josua ist folgender: die Gabe Gottes kann man sich nicht verdienen, indem man passiv bleibt. Um das Gelobte Land zu besitzen, musste Israel all seine Kräfte sammeln und alle im Weg stehenden Hindernisse beseitigen.

Für die Christen ist das Buch Josua ein Aufruf zur Tat. Die Eroberung des Gelobten Landes ist ein Sinnbild für die Schwierigkeiten beim Eintritt ins Reich Gottes. Die Zeichen, die der Herr beim Einzug in Kanaan vollbracht hat, symbolisieren die Hilfe Gottes für alle, die für die Erlangung des Himmelreiches kämpfen und sich mühen.

Das Buch Josua ist in drei Teile geteilt:

1) die Eroberung des Gelobten Landes;

2) die Aufteilung des Landes an die Stämme;

3) das Ende des Lebens Josuas und seine Rede.

Die Kirchenväter sahen in Josua das Vorbild Jesu Christi. Er trug den gleichen Namen, er führte das Volk Gottes durch das Wasser des Jordanflusses in das Gelobte Land, genauso wie Christus die Christen durch das Wasser der Taufe in die Kirche und ins Reich Gottes führt. Die Eroberung Palästinas ist das Vorbild für die Verbreitung und Erstarkung der Kirche Christi auf Erden.


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