Theodor Stratilates

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Der Hl. Theodor Stratilates
Das Grab des Hl. Theodor in der Kirche San Salvador, Venedig

Der hl. Theodor Stratilates war ein Christ, der als römischer General das Evangelium predigte. Er starb als Märtyrer als er sich weigerte, römische Götzen anzubeten. Sein Gedächtnis wird am 8. Februar gefeiert, das Fest der Übertragung seiner Gebeine am 8. Juni.

Leben

Der Hl. Theodor der Heerführer lebte in Bythien unter Kaiser Licinius, der, obwohl er die Schwester des apostelgleichen Kaiser Konstantinus geheiratet hatte, bis zu seiner Amtsenthebung im Jahre 323, ein unversöhnlicher Feind der Christen blieb. Der Hl. Theodor war adeliger, römischer Herkunft, hatte gleich nach seiner Geburt die christliche Taufe empfangen, und war christlich erzogen worden. Als junger Mann trat er ins Heer ein, und erlangte dort wegen seiner hervorragenden Fähigkeiten den Rang eines Stratilaten, eines Generals. Neben der Wahrnehmung seiner Aufgaben beim Militär, lebte Theodor untadelig in allen christlichen Tugenden. Da erfuhr er, daß in seiner Heimatstadt Euchaita ein Ungeheuer in der Form eines gefährlichen Drachens sein Unwesen treibt. Aus Liebe zu seiner Heimatstadt verließ er daraufhin nachts das Heerlager und begab sich heimlich nach Euchaita. Da er nicht wusste, wo genau sich der Drache aufhielt, und zur nächtlichen Stunde, niemand da war, der ihm hierüber Auskunft geben konnte, stieg Theodor vom Pferd und legte sich im hohen Gras nieder um ein wenig zu ruhen. Ohne zu ahnen, daß der Drache ganz in der Nähe war schlief der Hl. Theodor ein. Einer gottesfürchtigen Frau aber, mit Namen Eusebia, die nicht weit entfernt wohnte, war die Ankunft des Hl. Theodor nicht verborgen geblieben, und da sie ihn vor der nahen Gefahr warnen wollte, trat sie zu ihm und weckte Theodor vom Schlaf auf. Sie ermahnte ihn diesen Ort schnell wieder zu verlassen, denn in der angrenzenden Schlucht wohne eine gewaltige Schlange, welche jeden Tag zum Vorschein kommt und alles was ihr in den Blick fällt Tiere und Menschen unterschiedslos verschlingt. Nachdem Theodor ihre Warnungen vernommen hatte, bat er sie zurückzutreten und etwas entfernt stehen zu bleiben; ”- dann wirst du die Kraft meines Christus sehen.“ sprach er zu ihr. Nachdem sich die Frau von diesem Ort entfernt hatte, warf sie sich weinend zur Erde und betete dafür, daß der Gott der Christen ihm in dieser Stunde helfen möge. Theodor bekreuzigte sich, schlug sich an die Brust und seinen Blick zum Himmel hebend, wandte er sich im Gebet an Gott: “Herr Jesus Christus, der Du von Gott-Vater hervorgestrahlt bist,- und mir in den Kämpfen den Sieg über die Gegner gegeben hast, Du bist auch jetzt Derselbe, Herr Jesus Christus, wahrer Gott; und so sende mir von Deiner heiligen Höhe überwindende Kraft, damit ich diesen Feind, den Drachen bekämpfe. Dann sprach er zu seinem Pferd, ihn um Christi Willen, der Menschen und Tieren Kraft gibt, im Kampf zu unterstützen. Darauf blieb das Pferd ruhig stehen und erwartete die Ankunft des Drachen. Danach forderte er den Drachen heraus, indem er ihm vom Rand der Schlucht aus zurief und ihm im Namen Christi befahl herauszukommen. Der Drache hörte Theodors Stimme und begann sich zu bewegen wovon die Erde an diesem Ort erbebte. Theodor aber bekreuzigte sich und bestieg sein Pferd. Als der Drache plötzlich heran schoss schlug sein Pferd gegen diesen aus und bemühte sich ihn zu zerstampfen und mit allen vier Hufen zu treten. Da durchbohrte Theodor den Drachen mit dem Schwert und tötete ihn. Dabei sagte er Gott Dank, daß Er ihm den Sieg über die Schlange gegeben hatte. Dann kehrte er zu seinem Regiment zurück. Als die Tat des Hl. Theodor bekannt wurde, bekehrten sich hierdurch viele Bewohner von Euchaita zum christlichen Glauben. Aber Theodor wurde dafür bei den Richtern angezeigt. Kaiser Licinius hatte nämlich Befehl gegeben, nicht mehr gegen die Masse, der an Christus Gläubigen vorzugehen, sondern nur die vornehmsten und berühmtesten Christen, welche den anderen zum Vorbild dienten herauszusuchen und diese, mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln, zum Abfall zu bewegen. Als der unverbesserliche Kaiser Licinius von Theodors Tat hörte, wollte er ihn mit List gefangennehmen. Er sandte ihm eine höfliche Einladung, in welcher er ihn als schön, tapfer und sehr würdig pries, um ihn bei dieser Gelegenheit auf seine Treue gegen den Kaiser zu überprüfen. Theodor aber gewann den kaiserlichen Boten für sich, und lies dem Herrscher schriftlich mitteilen, daß er, der vom Kaiser Geladene, den Kaiser zum Gegenbesuch einlädt, mit dem Versprechen gemeinsam die kaiserlichen Götter zu verehren, um den Volk zu zeigen, wie seine Oberen die väterlichen Gebräuchen bewahren. Bald danach erfuhr Theodor in einem Traum, daß er hierbei das Martyrium erdulden werde.

Martyrium und Tod

Bei seinem Treffen mit Licinius gelang es Theodor mit der Begründung sich auf das morgige Opfer besonders vorbereiten zu wollen, in den Besitz der kostbaren Götzenbilder zu gelangen. Bei dieser Gelegenheit zerstörte er sie vollständig, und verteilte das materiell Wertvolle unter die Armen. Als die große Stunde der öffentlichen Götzenverehrung kam, erfuhr Licinius zu spät von Theodors Betrug und wurde zu Aller Gespött, während Theodor triumphierte. Kaiser Licinius lies Theodor daraufhingefangennehmen und foltern. Zuerst wurde er geschlagen, dann mit bleiernen Schlägeln gepeitscht, mit Eisenzangen wurden ihm die Seiten aufgerissen und mitbrennenden Fackeln die Wunden gebrannt. Schließlich wurde das geronnene Blut mit scharfen Eisen abgeschabt. Dabei bekehrten sich aber durch die übernatürliche Standhaftigkeit des Heiligen immer mehr Menschen zu Christus. Dann musste er fünf Tage auf spitzen Nägeln stehen. Nachdem er dies alles überlebt hatte, wurde er gekreuzigt, gleichzeitig mit scharfen und spitzen Eisenstangen durchbohrt, und mit scharfen Eisen sein Leib zerschnitten. Schließlich wurden sogar Kinder angestellt die mit Pfeil und Bogen nach seinen Augen schossen, so daß sich die Pfeile in seine Augenlider bohrten. Nach diesen Qualen, wandte sich der Biograph des Lebens und der Leiden des Hl. Theodor, der mit am Kreuz stand und die inneren Qualen Theodors mitzuhören und mitzufühlen schien, sein Buch fortwerfend und unter Tränen an den sterbenden Theodor und bat ihn ihm sein letztes Wort zu sagen: Theodor aber sagte seinem Biographen, daß er seine Arbeit zu Ende zubringen und sein Martyrium und seinen Tod schriftlich festzuhalten soll. Dann wandte sich Theodor an Gott von Welchem er sich verlassen fühlte, und bat Ihn seinen Geist aufzunehmen. Da erschien ihm ein Engel und heilte ihn mit der Aufforderung nicht an Gottes Allgegenwart zu zweifeln und für Christus bis zum Schluss zu kämpfen. Daraufhin begann Theodor Gott in Psalmen zu preisen und sang: “Ich erhebe Dich Meinen Gott und meinen König und ich preise Deinen Namen in Ewigkeit und von Ewigkeit zu Ewigkeit.“ Kaiser Licinius aber wollte den Leib des Hl. Theodor vom Kreuz herabnehmen lassen und in einem bleiernen Sarg im Meer versenken lassen, damit sich kein Gläubiger ihnen nähern kann, und schickte zwei seiner Hundertschafter Antiochios und Patrikios um den Leib Theodors herbeizubringen. Aber die so unterwiesenen Soldaten trafen das Kreuz des Hl. Theodor leer an, Theodor aber neben dem Kreuz auf der Erde sitzend und Gott preisend. Da sagte Antiochios zu Patrikios: “In Wahrheit sagen die Galliläer, daß ihr Christus von den Toten auferstanden ist. ER ist auch Derselbe, glaube ich, Welcher Theodor, Seinen Knecht auferweckt hat. Als Patrikios etwas näher herantrat und den Hl. Theodor neben dem Kreuz sitzen und Gott loben sah, sprach er mit lauter Stimme: ”Groß ist der Gott der Christen und außer Diesem gibt es keinen anderen.“ Dann baten beide Theodor sie im Glauben an Christus aufzunehmen, da sie von nun an ebenfalls Christen wären. “ Außer diesen beiden Hundertschaftern bekehrten sich an diesem Tag weitere siebzig Soldaten zu Christus. Als Licinius erfuhr, daß Theodor seine frühere Gesundheit wiedererlangt hat, wütete er über die Maßen und ließ sich in groben Ausfällen aus. Aber auch die von Licinius geschickte Verstärkung, welche die Bekehrten bestrafen sollte, bekehrte sich zum großen Teil zu Christus und wandte sich schließlich sogar gegen Licinius selbst. In dem dabei entstandenen Tumult wurde der Proconsul Sixt, getötet. Theodor aber beschwichtigte das Volk mit den Worten, daß Christus am Kreuz hängend, die Engel zurückgehalten hat, damit sie nicht das Menschengeschlecht auslöschten. Dann zog Theodor mit einer Schar durch die Gefängnisse. Dabei öffneten sich die Gefängnistüren allein durch sein Wort, und Kranke und Besessene erlangten ihre frühere Gesundheit und Befreiung von unreinen Geistern, wenn er ihnen die Hände auflegte, oder diese nur den Saum seiner Kleider berührten. Gleichzeitig nahm die Zahl der Bekehrten ständig zu. Schließlich schickte Licinius seinen Leibwächter zu Theodor, mit dem Auftrag ihn zu enthaupten. Dem Heiligen wurde noch ein letztes Mal gewährt sich an das versammelte Volk zu wenden. Da bat er darum, daß sein Leib in seiner Heimatstadt Euchaita beigesetzt würde. Seinem Biographen erlaubte er nach dessen Tod an seiner linken Seite beigesetzt zu werden. Nach einem längeren Vorbereitungsgebet wurde der Hl. Theodor enthauptet. Das ganze Volk erwies ihm nach seiner Hinrichtung große Ehre, nahm Kerzen und Weihrauch, und Christen bestatteten ihn am vorgeschriebenen Ort und überführten ihn dann am 8. Juni mit großer Feierlichkeit nach Euchaita, wo sich viele Wunder am Grab des Heiligen zum Ruhme Christi ereigneten. Ihm sei die Ehre und die Anbetung, mit dem Vater und dem Hl. Geiste, in Ewigkeit. Amen.

Wunder

Zur Zeit Kaiser Zimiskes, als die Skyten das römische Reich bedrängten, und der Kaiser selbst durch sie in Gefahr geriet, erhob sich plötzlich ein heftiger Sturm, während dessen Wüten brennende Fackeln in das Heer der Skyten getragen wurden. Gleichzeitig sah das ganze römische Heer einen geheimnisvollen Reiter auf einem Schimmel, als erster in den Kampf ziehen, wodurch die Feinde, zu ihrer baldigen Niederlage, in Verwirrung gerieten. Der Überlieferung nach war der Reiter kein anderer, als der Hl. Theodor Stratilates. Die Heimatstadt des Hl. Theodor wurde später in Theodoropolis umbenannt. Heute heißt sie Avkhat.

Die Ikone

Die Ikone des Hl. Theodor dem Heerführer von Kalbensteinberg wurde, von dem Ritter Phillipp Rieter (1566-1635), von einem Feldzug in Polen nach Franken mitgebracht, und um das Jahr 1613 in der Dorfkirche von Kalbensteinberg, das damals mit dem umliegenden Land Eigentum des Rittergeschlechtes der Rieter war, aufgehängt. Neben der Beachtung, welche die Ikone durch die ansässige Bevölkerung wegen ihrer besonderen Schönheit genießt, wurde sie in der Zeit der Napoleonischen Kriege von in Deutschland mitkämpfenden Russen ehrfürchtig verehrt.

Wallfahrtsorte

Wallfahrtsorte des Hl. Theodor, der am 8. Februar und am 8. Juni, dem Tag der Übertragung seiner Reliquien nach Euchaita verehrt wird, befinden sich in Konstantinopel, in Athen, in Venedig, in der röm.-kath. Kirche San Salvatore, wohin seine Reliquien im Jahre 1260 von Mesembria gebracht wurden, außerdem in Rom, und in Köln.

Textnachweis

Dieser Text stammt aus: "Orthodoxe Heiligenleben", Vorabdruck im Internet, S.19. Scan des Kapitels über die Ikone des Hl. Theodor Stratilates. Mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber.

Weblinks