Sekten der Monophysiten

Aus Orthpedia
Wechseln zu: Navigation, Suche

Der Häresie der Monophysitismus unterteilte sich in mehrere Sekten.

Die Aphthartodoceten (von ἄφθαρτος „unverweslich“ und δοκέω „denken“) waren eine Monophysitische Sekte, die im 6. Jahrhundert aufkam. Sie wurden auch als Phantasiasten bezeichnet, weil sie nur den scheinbaren Körper Christi anzuerkennen schienen und sich so vom Doketismus abgrenzten; oder auch Julianisten, nach ihrem Anführer Julian, Bischof von Halikarnassos, und seinem Zeitgenossen Xenaias von Hierapolis. Sie behaupteten, durch die Vermischung (σύγχυσις) der beiden Naturen Christi habe der Leib unseres Herrn von Anfang an teilgehabt an der Unverweslichkeit des Logos und sei der Verwesung κατ᾿ οἰκονομίαν („aus großer Notwendigkeit“). ausgesetzt worden Als Beweis führten sie an, dass Christus während seines irdischen Lebens über das Wasser gewandelt ist.

Ihre Gegner unter den Monophysiten, die Severianer (nach Severus, dem Patriarchen von Antiochia), hielten dagegen, der Leib Christi sei vor der Auferstehung verweslich gewesen, weswegen sie auch Phthartolatrae (Φθαρτολάτραι, von φθαρτός „verweslich“ und λάτρεία „Verehrung“) oder Corrupticolae („Anhänger des Verweslichen“) genannt wurden. Beide Parteien glaubten an die Unverweslichkeit des Leibes Christi nach der Auferstehung. Das Wort φθορά wurde meist als „Verweslichkeit“ verstanden, manchmal aber auch nur als bloße „Schwäche“. Diese ganze Fragestellung ist eher subtil und scholastisch, wenn nicht gar vollkommen eitel, und sollte so aufgelöst werden: vor der Auferstehung ähnelte der Leib Christi dem des Adam vor dem Sündenfall; er enthielt den Keim bzw.die Möglichkeit der Unsterblichkeit und der Unverweslichkeit, war aber den Naturgewalten unterworfen und wurde durch äußere Gewalt zu Tode gebracht; aber durch die ihm innewohnende Kraft des sündenlosen Geistes wurde er vor der Verweslichkeit bewahrt und erhob sich wieder zu einem unauslöschlichem Leben, als – um einen genialen Ausspruch des Hl. Augustinus zu verwenden – die immortalitas minor („kleine Unsterblichkeit“) zur immortalitas major („große Unsterblichkeit“) wurde bzw. das posse non mori („Vermögen, nicht zu sterben“) zum non posse mori („Unvermögen zu sterben“).

Die Aphthartodoceten unterteilten sich weiter in die Ktistolatrae bzw., nach ihrem Begründer, Gajaniter, welche lehrten, dass der Leib Christi erschaffen (κτιστόν) sei, und die Aktisteten, die behaupteten, der Leib Christi, obwohl an und für sich erschaffen, sei bei seiner Vereinigung mit dem ewigen Logos unerschaffen und damit unverweslich geworden. Der konsequenteste Vertreter dieser Richtung war der Rhetoriker Stephanus Niobes (um 550), welcher erklärte, jeder Versuch, zwischen dem Göttlichen und dem Menschlichen in Christum zu unterscheiden, sei ungebührlich und nutzlos, da beides in ihm zu einer absoluten Einheit verschmolzen sei. Bar Sudaili, ein Abt von Edessa, erweiterte dieses Prinzip noch auf die Schöpfung, welche am Ende gänzlich in Gott aufgehen werde.


Weblinks