Prokimenon

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Ein Prokimenon (griechisch Προκείμενον "Vor-Text" "etwas, was vor dem Text steht") ist ein ausgewählter Psalmvers, der die Schriftlesung einleitet und zu dieser in einer inhaltlichen Beziehung steht. Das Prokimenon entspricht dem Graduale der römischen Messe. Welches Prokimenon gesungen wird und in welchem Ton wird dem Oktoichos entnommen. Feste können ihre eigenen Prokimena haben.

Vortragsform

Vor allem in der monastischen Praxis wird das Prokimenon gesungen. Das Prokimenon wird vom Lektor angekündigt: "Weisheit, Prokimenon". Dann singen einige Sänger den Ison, während der Kantor oder Lektor zunächst den ersten Vers des Prokimenons rezitiert. Daraufhin wiederholt der Chor (oder die Chöre) diesen Vers.[1] Dann singt der Kantor oder Lektor den 2. Vers, der Chor wiederholt den ersten und so weiter. Am Schluss wiederholt der Kantor oder Lektor die erste Hälft des ersten Verses, und die Chöre ergänzen die zweite Vershälfte. Wenn ein Fest zusammen mit einem Sonntagsgottesdienst gefeiert wird, kann ein Vers des Festprokimenons die letzte Strophe des Sonntagsprokeimenon ersetzen.

In der Göttlichen Liturgie

In der Göttlichen Liturgie wird das Prokimenon nach dem Trisagion gesungen um die Apostellesung einzuleiten. Im weiteren Verlauf unterscheidet sich die griechische von der slawischen Vortragspraxis.
Das Prokimenon, das vor der Evangeliumslesung gesungen wird ist das Alleluja.

In anderen Gottesdiensten

In anderen Gottesdiensten leitet das Prokimenon die alttestamentliche Lesung ein.[2]

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Vgl. auch zum Folgenden: Archimandrit Johannes (Pfeiffer): Dass ihr anbetet in Geist und Wahrheit, Buchhagen 1999, S. 177.
  2. Vgl. OrthodoxWiki: Prokeimenon (Stand: 26.05.15).