Phelonion

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Orthodoxes Glaubensbuch - Das Phelonion

Das Phelonion ist das liturgische Obergewand der Priester und in einigen Fällen auch der Bischöfe. Das Phelonion wird ohne Ärmel genäht und stellt das Gewand des Heilands bei Seiner Verspottung dar.

Der Ausschnitt für den Kopf und der untere Rand des Phelonions sind mit Borten umnäht. Solche Borten umschließen das Phelonion auch auf dem Rücken, der Brust und den Unterarmen. Sie bedeuten die blutenden Wunden auf dem Körper unseres Herrn Jesus Christus, d. h. sie haben die gleiche Bedeutung wie auch die Streifen auf den Schulterteilen des Stoicharions (siehe S. 49).

Darunter (in Brusthöhe) wird eine weitere Borte aufgenäht, die um das ganze Phelonion führt. Sie erinnert an das Blut Christi, das auf dem Kreuz aus Seiner mit einer Lanze durchbohrten Seite geflossen ist. Diese vier Borten symbolisieren die vier Evangelien, deren Verkünder die Bischöfe und Priester sind. Die Borten bedeuten auch den göttlichen Schutz, die Gnade, Kraft und Weisheit für den Priester, wenn er die Sakramente der Kirche spendet.

Am Rücken, im oberen Teil des Phelonions, befindet sich wie am Stoicharion ein Kreuz und unter dem Kreuz ein achteckiger Stern, der das Kommen des Reiches Gottes symbolisiert, den neuen Himmel und die neue Erde, da die Zahl “acht” die Zahl der kommenden Welt ist. Durch diese beiden Symbole, das Kreuz und den achteckigen Stern, sind auf dem Phelonion der Anfang und das Ende der Erlösung der Menschheit in Christus dargestellt. Die Phelonien waren früher kreisförmig geschnitten, mit einem runden Ausschnitt für den Kopf in der Mitte. Der Kreis symbolisiert die Fülle der göttlichen Gnade. Heute hat das Phelonion, wenn man es in der Mitte über der Brust aufschneidet, die Form eines Halbkreises. Nur das Gewand des Bischofs – der Sakkos – hat noch die Form eines ganzen Kreises.

Der steife obere Rückenteil des Phelonions ist das Symbol für das Joch Christi, das der Priester trägt. Das Phelonion versinnbildlicht auch Gottes Herrlichkeit und Stärke, das göttliche Licht und das Gewand der Gerechtigkeit und der Freude des Geistes. Deshalb lautet das Gebet, das beim Anziehen gesprochen wird: “Deine Priester, o Herr, werden angetan sein mit Gerechtigkeit, und Deine Heiligen werden fröhlich sein in Freude allezeit, jetzt und immerdar und in alle Ewigkeit. Amen.”

Das Epitrachelion, die Epimanikien und das Phelonion sind das “kleine” priesterliche Gewand, in dem das Stundengebet (die Horen), die Komplet und andere Gottesdienste (Andachten und Sakramente, treby) zelebriert werden. Für die Liturgie kleidet sich der Priester in das vollständige Gewand: Als erstes legt der Priester das Untergewand (podriznik) an, darüber werden das Epitrachelion, danach die Epimanikien, der Gürtel, das Epigonation, die Palica und das Phelonion angezogen. Das Epigonation und die Palica sind Auszeichnungen für Priester, deshalb werden sie nicht von allen Priestern getragen.

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