Petro Mohyla

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Petro Mohyla

Gedenktag: 31. Dezember

Heiliger Hierarch Petro Symeonowytsch Mohyla (auch Petrus oder Pjotr Mogila; ukr. Петро Симеонович Могила, rum. Petru Movilă, * 21. Dezember 1596; † 11. Januar 1647; heilig gesprochen 1996), durch seine Leistungen in Politik, Kirche und Bildungswesen bekannt, war seit 1633 Metropolit von Kiew und Galizien. Geboren in der Familie eines Moldawischen Fürsten, bekam er seine grundlegende Ausbildung in der Lemberger Bruderschaftsschule, die 1586 zum Schutz und zur Bewahrung des orthodoxen Glaubens gegründet wurde. Seine weitere Ausbildung erlangte Petro Mohyla auf europäischen katholischen Universitäten (vermutlich auf der polnischen Akademie in Zamość, in Holland und in Paris). Diese Studien prägten die katholischen Tendenzen seiner theologischen Auffassungen, die später in seinen Werken und Verordnungen deutlich wurden und den Gang der orthodoxen Theologie in den darauffolgenden Jahrhunderten stark beeinflusst haben. Zu seinen Werken gehört das große Euchologion (Trebnik), das bis heute von der russischen Geistlichkeit verwendet wird. Im Trebnik wurden nicht nur Gebete und Gebräuche ausgelegt, sondern auch Erklärungen und Anweisungen festgehalten, wie man sich in gewissen Fällen zu verhalten hat; außerdem dogmatische und zeremonielle Deutungen der Liturgie. Der Sluzhebnik - ein Vorschriftenkodex für den Kirchendienst - und der erste orthodoxe Katechismus gehen ebenfalls auf Mohyla zurück. Mit seinem Namen verbindet man die Entwicklung des Ausbildungssystems in der Ukraine, die nicht einfach nur die westeuropäischen Schulen kopierte, sondern ernsthaft mit ihnen konkurrieren konnte. Von ihm und teilweise aus seinen eigenen finanziellen Mitteln wurde die erste Hochschule in Osteuropa gegründet, die den Grundstein für die universitäre Ausbildung in diesem Teil des Kontinents legte.