Petar, Metropolit von Dabar und Bosnien, Hll. Priestermärtyrer

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Heiliger Petar von Dabar und Bosnien

Heiliger Petar von Dabar und Bosnien (mit bürgerlichem Namen Jovan Zimonjić, * 24. Juni 1866 in Grahovo, † ???) war Bischof Metropolit von von Zahum und Herzegowina (1903-1920) und Metropolit von Dabar und Bosnien (1920-1951)mit Sitz in Sarajevo. Im Jahre 1941 wird er von der Kroatischen Polizei ins Konzentrationslager abgeführt wo sein weiteres Leben und sein Tod ungeklärt bleiben. Die serbische Bischofssynode kanonisierte Metropolit Petar (Zimonjić) 1988 als Priestermärtyrer. Die orthodoxe Kirche verehrt seinen Andacht am 4. September nach dem julianischem und 17. September nach dem gregorianischem Kalender.


Das Leben des Heiligen Petar von Dabar und Bosnien (1866-1941)

Autor: Dragan Stojišin


Heiliger Petar (geboren Jovan) war der Sohn Mares und des Herzogs Bogdan Zimonjić, Priester und Herzegowinas Volksheld. Wie auch bei seinem Vater, so ist auch das Leben des Heiligen Petars sehr eng mit der Geschichte des Serbischen Volkes in Bosnien und Herzegowina verbunden.

Der Heilige Petar wurde am 24. Juni 1866 in Grahovo geboren. Seine erste Bildung erhielt er von seinem Vater im elterlichem Hause und später im Priesterseminar in Reljev, im Jahre 1883/84, welche er im im Jahre 1887 beendet hatte. Danach studierte er in der Orthodoxen Theologie Universität in Tschernovic (heute Ukraine). Im Jahre 1893 wurde er zum Suplent und 1895 zum Profesor im Priesterseminar in Reljev ernannt. Als unerschöpfter und talentierter Pädagoge, führte der Heilige Petar ein sehr bescheidenes Leben, war zu jedem lieb, ehrlich und hatte somit eine große Zahl von Freunden und Bekannten.

Im Kloster Žitomislić wurde der Heilige Petar am 6. September 1895 Mönch und schon am 7./8. September zum Diakon. Im Jahre 1901 bekam der Heilige Petar eine Stelle als Vertreter in der Erzdiözese von Dabar und Bosnien, wo er auch zum Bischof von Zahum und Herzegowina ernannt worden wurde. Der Byzantinische Patriarch, Joakim III, hatte den Heiligen Petar zwischen drei Kandidaten ausgewählt.

In der Diözese wurde bekannt gegeben, dass die Bischofsernennung am Pfingsten Dienstag, dem 27. Mai 1903, in der Mostarischen Stadtkirche sei. So war es auch, denn am 27. Mai wurde der Heilige Petar zum Bischof von Zahum und Herzegowina ernannt. Der Neuernannte Bischof wendete sich dem Volke mit warmen Wörtern, unter anderen: „Frieden herrsche in unserer Kirche, welche sich als gute Mutter um uns bemüht…“

In die Diözese kam der Erzbischof in einer sehr schweren Zeit, wo auch ein sehr unordentlicher und vernachlässigter Zustand herrschte. Zurzeit, als er Bischof dieser Diözese war, spielten sich einige sehr große und tragische Ereignisse (Okkupation Bosnien und Herzegowinas – 1908, Balkankriege, I Weltkrieg – 1914). Während einer Hungerzeit im Kriege, 1914, hatte der Erzbischof Petar, über seine Priester, Kinder nach Vojvodina geschickt. Unter diesen Kindern war auch unserer Kirchenhistoriker, Dr. Djoko Slijepčević.

Durch seine strenge Lebensart und einem Leben, welches einem Heiligen ähnelt, hatte der Erzbischof Petar die Orthodoxe Kirche in seinem Volk bewahrt. In seiner Erzdiözese arbeitete der Erzbischof so herzlich, apostolisch und asketisch, wie einst der Heilige Vasilije von Tvrdoš und Ostrog. Während seiner Zeit, als Erzbischof, wurde der Erzbischöfliche Sitz errichtet (später wurde dieser Sitz von Seiten Kroatischer Mächten, im Jahre 1992, zerstört). Das Ende des I Weltkrieges erlebte er in Mostar und später wurde er, wegen Bedarfs der Kirche, in die Erzdiözese von Dabar und Bosnien geschickt.

Die Heilige Bischofskonferenz der Vereinten Serbischen Orthodoxe Kirche ernannte Petar zum Erzbischof von Dabar und Bosnien mit dem Sitz in Sarajevo. In der Erzdiözese Dabar und Bosniens, zeigte sich der Heilige Petar als ein Pastor, der mit seinen Taten seine Reden und Predigten bestätigte. Nach dem märtyrerischem Tode des Serbischen Patriarchen Varnavas, war Erzbischof Petar einer der Kandidaten als Patriarch, jedoch wurde Gavrilo Dožić zum Patriarchen ernannt, weil er die meisten Stimmen während der Bischofskonferenz bekam.

Während des II Weltkrieges entfloh Erzbischof Petar nicht an ein Sicheren Ort, sondern war zusammen mit seinem Volk in Sarajevo. Jedoch, Anfang Mai 1941, hat der Kroatische Beauftragter für Bosnien, Božidar Brale, vom Erzbischof verlangt, dass seine Priestern nicht mehr mit kyrillischer Schrift schreiben sollen. Der Erzbischof hat dies Abgelehnt und wartete jeden Moment darauf festgenommen zu werden.

Am Nachmittag des 12. Mai 1941, haben Kroatische Polizeibeamten den Erzbischof ins „Direktorat“ gebracht, unter dem Verbot, dass ihn jemand folgt. Aus dem Polizeirevier wurde Erzbischof Petar ins Gefängnis in Beledija gebracht. Hier bleibt er ca. drei Tage, nachdem er wieder in die Erzdiözese zurückkehrt um ein paar Sachen zu holen, jedoch haben die Kroatischen Mächte Geld, Anerkennungen und andere Wertgegenstände konfisziert.

In Zagreb wurde er am 17. Mai 1941 im Zagrebschen Polizeigefängnis gebracht. Danach kommen seine Zeiten in verschiedenen Konzentrationslagern, wo er auf verschiedenen und grausamen Weiße gequält worden war. Die letzten Erwähnungen über das Leben, des Heiligen Erzbischofs Petars von Dabar und Bosnien im Konzentrationslager Gospić, haben wir von Relja Bilanović, welcher erfahren hatte, dass vor ihm in diese Lager der Erzbischof Zimonjić war.

Die Serbische Kirche hatte auf alle Arten versucht etwas über den Erzbischof zu erfahren, jedoch ohne Erfolg. Nach dem Krieg wurde Božidar Brale vor Gericht angeklagt, wegen der Festnahme des Erzbischofs Petar, jedoch negierte er etwas mit dieser Angelegenheit zutun zu haben. Heutzutage gibt es verschiedene Versionen über den Tod des Erzbischofs Petar von Dabar und Bosnien, weshalb man nicht mit Sicherheit sagen kann, wo das Grab dieses großen Märtyrers ist - einem Mann, der sein ganzes Leben der Serbischen Kirche und dem Serbischem Volke gewidmet hat.

Erzbischof Petar gehörte zu den am gebildeten Bischöfen der Serbischen Kirche. Das erfahren wir aus seinen Hirtenbriefen und Predigten. Er predigte, unter anderen, sehr häufig die Einigkeit der verschiedenen Religionen, mit seinem schönstem Motto: „Der Bruder ist einem lieb, egal welcher Religion er sein (ser.: Brat je mio, ma koje vere bio)“. Mit seiner Güte und Ehrevollem Herzen hatte Erzbischof Petar ein sehr großes Ansehen bei allen Bürgern gehabt, egal welchem Glaube oder Nationalität. Da er lange Liebe, Vergebung und Barmherzigkeit gepredigt hatte, hat er sein märtyrerisches Leben aufgegeben, um auch in weiteren Generationen zu zeigen, dass ein guter Pastor in Taten spricht und mit Taten bezeugt. Er lebte und arbeitete nach den Worten der Helligen Apokalypse (2, 10): „Sei Treu bis zum Tod! Und ich werde dir den Siegeskranz des Lebens geben“. Seine wörtlichen Reden wurden sehr gerne gehört, tief gedeutet und lange in Gedächtnis gehalten und seine schriftlichen Wörter – gedruckte Hirtenreden und Predigten – zeigen einen gelehrten und traditionellen Menschen, aber einen, welcher mehr in Taten zeigt als beweist.

Die Heilige Bischofskonferenz der Serbisch Orthodoxen Kirche hat 1998 den Erzbischof Petar Zimonjić zum Heiligen priesterlichen Märtyrer ernannt. Die Kirchen in Donićima bei Gacko, Vojkovićima und Foča / Srbinje, sind dem Heiligem priesterlichem Märtyrer Petar geweiht. Im zu Ehren wird am 17./4. September angedacht und unser Priesterseminar ehrt Ihn als unseren Schutzpatronen.


Gebete

Den Gottesdienstlichen Text zum Feiertag des Heiligen Priestermärtyrer Petar von Dabar und Bosnien kann man hier downloaden.


Troparion (8. Ton)

In der Herrlichkeit Christi Mitanteilhaber / und Miterbe der Aposteln, / Priestermärtyrer Peter, Metropolit von Dabar und Bosnien / und Erzbischof Herzegowinas, / für den rechten Glauben an Christus erlittest du den Märtyrertod. / Das ewige Leben erbst du mit deiner Herde, / Deshalb Heiliger, mit allen Neumärtyrern, / bete jetzt zu Christus Gott: / um zu retten auch unser orthodoxes Volk.


Kontakion (4. Ton)

Als du das bischöfliche Gewand anzogst, / folgtest du den Großen Hochpriester, / nahmst das Märtyrerkreuz auf deinen Schulter; / Damit bezeugnetest du deine Liebe, / wie dein Namensgleicher Apostel, mit dem Tode; / Der Kirche und deinem Volke wurdest du ein dreifach großer Beter vorm Herrn.


Lobpreis

Wir preisen dich, Heiliger Priestermärtyrer Petar, und verehrern deine Heilige Andacht, da du für uns zu unserem Christus Gott betest.


Quelle