Panaghia Paramythia

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Panaghia Paramythia
Die Ikone der Panaghia Paramythia ist ein Wandgmälde aus dem 14. Jh., das sich ursprünglich im Exonarthex des Klosters Vatopedi, vor der Kapelle des hl. Nikolaos, befand und später in einen Schrein in der Kapelle gleichen Namens gebracht wurde. Früher war es der Brauch, dass die Mönche beim Verlassen des Katholikons die Ikone küssten und dass der Abt den Schlüssel beim Pförtner abgab.

Der Überlieferung nach geschah es eines Tages, noch in byzantinischer Zeit, dass der Abt, als er dem Pförtner die Schlüssel übergeben wollte, von der Ikone her folgende Worte hörte: “Öffne heute die Tore des Klosters nicht, geh auf die Mauern des Klosters und vertreibe die Piraten”. Die Stimme wiederholte diese Worte ein zweites Mal. Als er sich umwandte und auf die Ikone blickte, sah er, wie das Heilige Kind seine Hand auf den Mund der Mutter legte, und hörte es sagen: “Nein, Mutter, lass sie bestraft werden, wie sie es verdienen”. Die Selige Jungfrau jedoch nahm die Hand von Christus, bewegte ihren Kopf leicht und wiederholte ihre Worte. Die Mönche eilten auf die Mauern, erblickten die Piraten, die inzwischen tatsächlich das Kloster umzingelt hatten und darauf warteten, dass die Tore geöffnet würden, damit sie eindringen und das Kloster plündern könnten. Das wundervolle Eingreifen Unserer Lieben Frau hatte das Kloster gerettet, die Ikone aber hat seither die Spuren dieser Bewegungen ihrer Figuren bewahrt. Von Stund an stellten die Mönche ein ewiges Licht vor der Ikone auf, die Freitagsliturgie wird zu ihren Ehren vollzogen, jeden Tag eine besondere Litanei gebetet. Es war eine Zeitlang sogar der Brauch, dass die Mönche in dieser Kapelle ihre Tonsuren bekamen.

Ebenfalls mit dieser Ikone in Verbindung gebracht wird das Leben des Seligen Neophytus, der “Aufseher” in ihrer Kapelle war. Eines Tages wurde er vom Kloster ausgesandt, damit er für eine bestimmte Zeit in einer Metochie auf Euböa diene. Als er dort ernsthaft erkrankte, bat er die Selige Jungfrau, dass sie ihm die Gnade gewähren möge, in seinem Heimatkloster zu sterben. Unverzüglich hörte er eine Stimme, die ihm beschied: “Neophytus, geh in dein Kloster und sei nach Ablauf eines Jahres bereit”. Neophytus dankte der Gottesmutter für diese Lebensfrist und wies seinen Diener an, die Rückkehr vorzubereiten. Ein Jahr später, als er gerade die Heilige Kommunion erhalten hatte, hörte er wieder die Stimme der Gottesmutter, dieses Mal vor der Kapelle der Panaghia Paramythia: “Neophytus, deine Zeit ist gekommen”. Er begab sich in seine Zelle, wurde krank, und nachdem er um Vergebung seiner Sünden gebeten hatte, gab er seinen Geist auf.


Quellen

Das Große Kloster Vatopaedi. Ein Handbuch für den Pilger. Verlag: Das Große Kloster Vatopaedi, Berg Athos, Griechenland, 1993. ISBN 960-85391-3-7. Preis: 4,50,- €.

Im Internet zu finden auf: vatopaidi.wordpress.com