Panaghia Esphagmeni

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Panaghia Esphagmeni
Die Ikone der Panaghia Esphagmeni ist ein Wandgemälde aus dem 14. Jh.; sie befindet sich im Esonarthex der Kapelle des Hl. Demetrius des Klosters Vatopedi.

Die Überlieferung berichtet von einem Diakon, Sakristan im Katholikon, der wegen seiner Verpflichtungen immer unpünktlich zu den Mahlzeiten im Refektorium kam. Eines Tages, als er den verantwortlichen Mönch wie üblich zu spät um sein Essen bat, wurde er abgewiesen. Wutentbrannt kehrte der Sakristan in die Kirche zurück und wandte sich voll Unmut an die Ikone: “Wie lange soll ich dir noch dienen und mich abrackern, wenn du nicht einmal in der Lage bist, dich darum zu kümmern, dass ich zu essen bekomme?” Mit diesen Worten ergriff er ein Messer und stach in das Gesicht der Seligen Jungfrau, aus dem sofort Blut floß; der Mönch aber sank, mit Blindheit und Wahnsinn geschlagen, zu Boden. Drei Jahre hindurch verblieb er in diesem Zustand, untergebracht in einem Verschlag, der Ikone gegenüber, mit vielen Tränen die Mutter Gottes um Vergebung anflehend. Nach dieser Zeit erschien die Selige Jungfrau dem Abt und eröffnete ihm, dass sie dem verwegenen Sakristan verziehen habe und ihm seine Gesundheit zurückgeben werde; die Hand jedoch, mit der er die Gotteslästerung begangen habe, werde bei der Wiederkunft des Herrn gerichtet. Der Mönch starb, und als die Zeit gekommen war, da er, gemäß dem Brauch auf dem Heiligen Berg, exhumiert wurde, wurde offensichtlich, dass zwar sein Körper verwest war, die rechte Hand jedoch unversehrt, aber schwarz. Die Hand des Sakristan wird heute im Katholikon aufbewahrt, allerdings in einem höchst erbärmlichen Zustand, da russische Pilger, in der Überzeugung, es handle sich um eine heilige Reliquie, Teile davon mit sich nahmen.

Eine weitere Geschichte, die sich ebenfalls um diese Ikone rankt, wird von einem Priester erzählt, der als Besucher in das Kloster kam. Er bezweifelte die Echtheit des von der Ikone berichteten Wunders; als er jedoch seinen Finger an die Stelle legte, an der das heilige Bild verletzt worden war, floß sofort Blut aus ihm. Der Priester war so entsetzt, dass er tot zu Boden fiel, bevor er das Katholikon verlassen konnte.


Quellen

Das Große Kloster Vatopaedi. Ein Handbuch für den Pilger. Verlag: Das Große Kloster Vatopaedi, Berg Athos, Griechenland, 1993. ISBN 960-85391-3-7. Preis: 4,50,- €.

Im Internet zu finden auf: vatopaidi.wordpress.com