Numeri

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Die Bücher des Alten Testaments
Zählung und Benennung nach der Septuaginta.
Eingeklammerte Namen sind alternative Benennungen, z.B. nach der Lutherbibel.
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Die Strafe Korachs
Mose erhöht die eherne Schlange

Numeri (griech. Αριθμοί Zahlen) oder 4. Buch Mose ist das vierte Buch des Altes Testaments und des jüdischen Tanach. Die Bezeichnung bezieht sich auf die in den Kapiteln 1-4 und 26 berichteten Volkszählungen und Musterungen der Israeliten zu Beginn ihres Wüstenzuges am Sinai und am Ende der 40jährigen Wüstenwanderung vor dem Übergang in das verheißene Land.[1] Das Buch handelt vom Volk Israel in der Wüste und wurde in 36 Kapitel unterteilt, wie es sich seit dem Mittelalter etabliert hat. Zu Begin werden auch die Zwölf Stämme Israels in ihren Zahlen nach männlichen Erwachsenen und in ihrer Ordnung angegeben. Das Buch enthält, neben Exodus 19-40 und dem Buch Levitikus den letzten Teil der Sinai-Offenbarungen Gottes an sein auserwähltes Volk.

Hauptthema

Es wird von der Wüstenwanderung der Israeliten berichtet, eine Zeit der Prüfung, "in der Gott Sein Volk unterweist und straft und es auf seine große Mission vorbereitet."[2] Der Unglaube der Israeliten hindert den Zugang zum Leben mit Gott. Man beachte hierzu auch das siebenfache Murren in Numeri:

über den Weg (Kap. 11,1-3)
über das Essen (Kap. 11,4-6)
über das Land (Kap. 13,30-14,4)
über die Führer (Kap. 16,1-17,5)
über die Gerichte Gottes (Kap. 17,6)
über die Wüste (Kap. 20,2-5)
zum zweiten Mal über das Essen (Kap. 21,4-9)

Das Buch Levitikus zeigt zwei Bilder für Christus, die messianischen Verheißungen: Stern aus Jakob (Kap. 24,17-18) - und Stern von Bethlehem (Mt. 2) sowie die Erhöhung der eherne Schlange (Kap. 21,6-9) - und die Erhöhung Jesus (Joh. 3,14-15).[3]

Verfasser

Das Buch selbst nennt Mose an zwei Stellen als Autor: in Kapitel 33,2 (LUT) und Kapitel 36,13 (LUT). Der Verfasser der fünf Bücher Mose ist nach gemeinsamer jüdischer und christlicher Meinung jedoch Moses selbst. So spricht auch Jesus Christus selbst von den Schriften Moses(Joh 5,46 LUT, Luk 24,27 LUT).
Dagegen gibt es seit dem Mittelalter Versuche, die Autorschaft in verschiedene Quellen und Epochen aufzuspalten, da z.B. in allen 5 Büchern Moses die Ereignisse ohne Ich-Erzähler dargestellt werden und zwischen der Zeit des Mose und der Zeit des Erzählers oder der Erzähler unterschieden wird.[4]

Gliederung

Die hier verwendete Gliederung orientiert sich am Eintrag der Thompson-Studienbibel, Neuhausen-Stuttgart 1986, S. 1740. Es gibt alternative Gliederungen.

Am Sinai

  1. Die erste Volkszählung, Organisationsfragen zur Vorbereitung der Wanderung und kultische Gesetze finden sich in den ersten zehn Kapiteln (Kap. 1-10,10)
  2. In Kapitel 6 findet sich der älteste überlieferte Segenspruch der Bibel, der bis heute im Gottesdienst des Judentums wie des Christentums gesprochen wird. Der Segensspruch ist eine direkte Gottesoffenbarung. Aaron und seine Söhne (die Ahnen aller israelitischen Priester und Hohepriester), sollen das Volk Segnen und Gott wird das Volk segnen:
"Der HERR segne dich und behüte dich; der HERR lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig; der HERR hebe sein Angesicht über dich und gebe dir Frieden."[5]

Vom Sinai in die Wüste

  1. Es wird über die 40jährige Wanderung der Israeliten durch die Wüste berichtet. Die Israeliten murren (s.o.) unter anderem über das Manna Gottes (Kap. 11,1-6) und werden dafür bestraft. Es werden weitere Auflehnungen erwähnt (z.B. in Kap. 12). Das Volk kommt an die Grenze zu Kanaan und sendet Kundschafter aus. Diese berichten von der Stärke des Volkes und der Städte, so dass sich die Israeliten fürchteten und Gerüchte über Kanaan erfanden, damit niemand in das Land ziehen wollte. Weil sie weiterhin nicht auf Gott vertrauen und gegen ihn aufbegehren, wird die gesamte Generation vom Gelobten Land ausgeschlossen (Kap. 14).
  2. Weitere Ereignisse und Gesetze aus den Jahren der Wüstenwanderung (Kap. 15-19), z.B. das Aufbegehren Korachs gegen Mose (Kap. 16-17), der eine Gleichstellung aller Israeliten vor Gott forderte und Moses und Aarons religiöse Vorrangstellung kritisierte. Gott öffnet eine Spalte im Boden und Korach und seine Anhänger fallen hinein.
  3. In Kapitel 20 wird von Moses Sünde (ebenfalls Zweifel an Gottes Taten) berichtet. Danach (Kap. 20,22-29) wird erzählt, wie Gott Aaron zum Tod bestimmt hat und ihn darauf vorbereitet.
  4. Die Erzählung von der ehernen Schlange findet sich in Kapitel 21. Das Volk begehrt wieder gegen Gott auf. Der schickt giftige ("feurige") Schlange. Das Volk bereut darauf bei Mose, der von Gott das Gebot bekommt, eine hölzerne Schlange zu tragen. Jeder, der diese Stange erblickte wurde von seinem Schlangenbiss geheilt.

In Moab

  1. In Moab folgen weitere Verfehlungen des Volkes (Kap. 22-25).
  2. Die neue Generation wird gezählt, eine zweite Volkszählung (Kap. 26).
  3. Es folgen weitere Gesetze zum Erbe, Opfer, Fasten und Schwören (Kap. 27-30 und 36) sowie weitere Berichte von Schlachten und Landverteilungen (Kap. 31-35). Das Buch in der Ebene von Moab, wo eine neue Generation Israeliten bereit ist, den Jordan zu überqueren.

Siehe auch

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Vgl. Reinhard Achenbach: Numeri In: Michaela Bauks, Klaus Koenen, Stefan Alkier (Hrsg.): Das wissenschaftliche Bibellexikon im Internet (WiBiLex), Stuttgart 2006 ff.
  2. Vgl. Orthodoxes Glaubensbuch: Numeri.
  3. Vgl. Thompson-Studienbibel, Neuhausen-Stuttgart 1986, S. 1740.
  4. Vgl. Wikipedia: Tora-Autorschaft (13.06.15).
  5. Numeri 6,24-26 (LUT), zit. nach www.bibelserver.com
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