Nikolaus von Myra

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Der Hl. Nikolaus

Gedenktage: 9. Mai, 6. Dezember

Hl. Nikolaus, Erzbischof von Myra in Lykien, Wundertäter († 342-351)

Der Hl. Nikolaus (griech. Nikolaos,) wurde in der 2. Hälfte des 3. Jahrhunderts in Patara in Lykien (heute ein Ruinenfeld bei Kalkan in der Türkei) geboren. Als Jugendlicher wollte er in ein Kloster in Palästina eintreten. Dann kehrte er jedoch in seine Heimat zurück und wurde um 300 zum Bischof von Myra (heut. Kocademre bei Kale) geweiht. Während der bald darauf einsetzenden Christenverfolgung unter Kaiser Diokletian (285-300) wurde er ins Gefängnis geworfen.

Im Jahre 325 nahm er am 1. Ökumenischen Konzil von Nicäa teil. Seine Lebensgeschichte erzählt von seiner großen Barmherzigkeit. Einst half er einer verarmten Familie durch gezielte Geldgeschenke, die er heimlich durchs Fenster warf; das ersparte es dem Vater, seine drei Töchter ins Lusthaus zu verkaufen. Ein anderes Mal rettete er drei zu Unrecht zum Tod Verurteilte, indem er das Schwert des Henkers ergriff. Danach erschien der Hl. Nikolaus dem Kaiser im Traum und bat um ihre Befreiung. Um ein in Seenot geratenes Schiff mit Seeleuten, die von Ephesus nach Lykien fuhren, zu retten, erschien er an Bord, beendete den Sturm und brachte das Schiff sicher in den Hafen. Es verbreitete sich auch die Geschichte von den Getreidehändlern, die der Hl. Nikolaus im Traum bat, bei der Hungersnot in Myra zu helfen. Dem Schiffsherrn gab er ebenfalls im Traum drei Goldmünzen als Kaution, welche dieser auch noch nach dem Erwachen in seiner Hand hielt. Damit konnte der Hl. Nikolaus durch seine Tat seine Stadt ernähren. Der Hl. Nikolaus starb am 6. Dezember 342 in Myra.

Seine Reliquien lagen zuerst in seiner Heimat. Dort wird sein Sarkophag noch heute in der wiederhergestellten Unterkirche von Demre von Wallfahrern der Ostkirche verehrt. Im Jahre 1087 überbrachten Seeleute die Gebeine des Heiligen nach Bari und errichteten dort auf den Trümmern des byzantinischen Gouverneurspalastes die monumentale Basilika St. Nicola. Dieser Tag im Mai wird in Bari mit einem großen Umzug begangen.

Die Verehrung des Hl. Nikolaus entwickelte sich noch zu seinen Lebzeiten in der byzantinischen Tradition und kam dann zunächst in die slawischen Länder. Daher wurde der Hl. Nikolaus einer der am meisten verehrten Heiligen, auch in Russland. Nach Rom kam seine Verehrung im 8. Jahrhundert und verbreitete sich dann zunehmend auch in Mittel- und Südeuropa. Um 980 entstand in Deutschland die erste Nikolauskirche in Brauweiler. In Deutschland wurde Nikolaus im 10. Jahrhundert besonders durch Kaiserin Theophanu, die griechische Ehefrau des Kaisers Otto II., gefördert. Schon damals entstand der Brauch, dass der Hl. Nikolaus die Kinder beschenkt. Vom 11. bis zum 16. Jahrhundert wurden diesseits der Alpen über 2.200 Kirchen nach dem Heiligen Nikolaus benannt. Somit wurde der Heilige Nikolaus wegen seiner menschenfreundlichen und hilfsbereiten Art einer der beliebtesten Volksheiligen in vielen Nationen.

Nach: Kirchenkalender



Weiterführende Links:

Ikonographie (über 200 Ikonen von Hl.Nikolaus)

Historischer Hintergrund:
Der Hl. Nikolaus von Myra

Geographischer Hintergrund: de.wikipedia.org/wiki/Myra_%28Lykien%29 Link: de.wikipedia.org/wiki/Nikolaus_von_Myra