Matthias, Apostel

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Hl. Ap. MATTHIAS.jpg
Statue über dem Sarkophag des Apostels Matthias in Trier

Gedenktag: 9. August, 30. Juni (Gedenken der 12 Apostel),

Der Apostel Matthias († vermutlich 63) stammte aus Bethlehem und erhielt seine Erziehung vom hl. Simeon, dem Gottempfänger. Er gehörte zunächst den 70 Jüngern des Herrn (Gedenktag 4. Januar) an, nach Christi Himmelfahrt wurde er den zwölf Aposteln zugezählt.

Leben

Nach Jesus Auffahrt kehrten die Junger vom Ölberg nach Jerusalem zurück, wo im Obergemach alle einmütig im Gebet und Lobgesang verharrten – die Mutter Gottes, die elf Apostel sowie die anderen Jünger und die Frauen, zusammen etwa 120 Personen –, in Erwartung der Herabsendung des Paraklet (Apg 1). Damals erhob sich Petrus in ihrem Kreis und schlug vor, an Stelle des Verräters Judas Ischariot unter denjenigen, die dem Herrn gefolgt waren von der Taufe am Jordan an, einen anderen zu wählen, damit er mit ihnen zusammen Zeugnis ablege für die Auferstehung des Herrn. Man schlug zwei vor für diese Wahl: Joseph Barsabbas, mit dem Beinamen Justus, und Matthias. Da man sie als gleicherweise würdig erfand, erhoben die Apostel dieses Gebet zu Gott:
"Du, Herr, Herzenskenner aller, zeige von diesen beiden den einen an, den du auserwählt hast, damit er die Stelle dieses Dienstes und Apostelamtes empfängt, von dem Judas abgewichen ist, um an seinen eigenen Ort zu gehen." (Apg l, 24-25 ELB)

Dann zog man Lose, und die göttliche Vorsehung erwählte Matthias, um die Zahl der Zwölf, Symbol der Vollkommenheit, wieder voll zu machen. Nach dem Pfingstfest zog auch er hinaus in die Welt um die Frohe Botschaft von Christus zu verkünden und die Menschen zu einem Leben nach den Geboten des Herrn anzuleiten, zuerst in Palästina, dann in Äthiopien. Der Verfolger der Christen zu Jerusalem, der Hohepriester Anna, forderte ihn vor Gericht, indem er Christus und seine Jünger als Verderber der Sitten des Volkes und Verräter des Vaterlandes darstellte. Matthias aber bewies auf Grund der Weissagungen und Vorbilder, dass Christus der verheißene Messias sei. Er wurde wegen Gotteslästerung verurteilt und gesteinigt und nach seinem Tod noch enthauptet.

Wunder

Einmal ist Matthias von Heiden, die ihn auf die Probe stellen wollten, ein giftiges Getränk gereicht worden. Matthias nahm das Getränk zu sich, ohne dass es ihm schadete. Darüber hinaus hat der Apostel Blinde, Lahme und Taube geheilt.[1]

Reliquien

Seine Reliquien wurden zu Beginn des 4. Jahrhunderts von Bischof Agritius als Geschenk von Kaiserin Helena nach Trier gebracht. Sie befinden sich heute in der Eucharius-Basilika der Benediktinerabtei St. Matthias, die seit 1127 nach dem Apostel benannt ist. Es ist das einzige Apostelgrab auf deutschem Boden.

Ikonographie

Matthias wird als Apostel mit Buch und Rolle dargestellt. Viele Abbildungen zeigen ihn auch mit den Marterwerkzeugen: so wird der Apostel mit Beil, Schwert, Lanze oder Steinen abgebildet.[2]

Weblinks

  • Das Synaxarion - die Leben der Heiligen der Orthodoxen Kirche. In 2 Bänden. Gestützt auf die 6-bändige Ausgabe des Hl. Klosters Simonos Petra. Zweiter Band. März bis August. Kloster des Hl. Johannes des Vorläufers, Chania (Kreta) 2006, ISBN 960-88698-2-X, S. 689.

Einzelnachweise

  1. Heiliger Apostel Matthias, in: Heiligenkalender des Bistums Münster.
  2. Heiliger Apostel Matthias, in: Heiligenkalender des Bistums Münster.