Lavra des Heiligen Savvas

Aus Orthpedia
Wechseln zu: Navigation, Suche
Hl. Savvas.jpg

Die Laura des Heiligen Savvas ist eines der ältesten Klöster der Orthodoxen Kirche und vielleicht auch das bedeutendste. Denn dieses Kloster spielte eine wichtige Rolle in der Entwicklung des Mönchtums, der Gottesverehrung, der Theologie, und der Bewahrung des orthodoxen Glaubens vor den Sekten.

Der Heilige Savvas wurde bereits im Alter von acht Jahren Mönch in seiner Heimat Kappadokien in Kleinasien. Im Alter von 18 Jahren zog er in das Heilige Land und unterwarf sich dem Heiligen Efthymios dem Großen. Im Jahre 478 kam er hierher, an diesen Ort, gemäß der Weisung, die er von einem Engel erhalten hatte, und nach einigen Jahren begann er, seine eigene Mönchsbrüderschaft zu bilden. Als die erste kleine Kirche, genannt die „Theoktistos" („von Gott selbst erbaut") und dem Heiligen Nikolaos geweiht, nicht mehr für die Brüderschaft ausreichte, erbaute der Heilige die große Kirche, das heutige Katholikon (die Zentralkirche) des Klosters, zu Ehren der „Verkündigung der Gottesgebärerin", das im Jahre 502 eingeweiht wurde.

Außer der „Großen Laura" gründete der Heilige Savvas noch viele weitere Klöster, Koinobia und Lauren(1). Die Bedeutendsten sind die Koinobia von Kastellia, das Koinobion der Novizen (Dokimon), Gadara, Nikopoleos, Spileon und Scholarion und die Lauren von Eptastomon und die „Neue Laura".

Man sagt, dass der Heilige Savvas und der Heilige Theodosios alle Mönche zum Himmelreich geführt haben. Der Heilige Savvas wurde in der ganzen Welt für seine Heiligkeit bekannt. Er starb 532 n. Chr. und ein paar Jahre später fand man seinen Leichnam unverwest. Die Kreuzfahrer brachten ihn in den Westen; aber im Jahr 1964 verlangte der Heilige Savvas von den Lateinern in einer Vision, dass sie ihn in die Laura zurückbringen sollten, was auch im Oktober 1965 geschah.

Es scheint, dass die Begegnung des Heiligen Savvas mit den Engeln etwas Gewöhnliches für ihn gewesen ist: Ein Engel bat ihn, hierher zu kommen und hier zu bleiben. Ein Engel offenbarte ihm den Tod des Heiligen Anthimos (o enklistos, d.h. der eingeschlossen gelebt hat) und die Vergebung des Mönches Jakob. Ein Engel begleitete den Heiligen, als er den Kaiser Anastasios in Konstantinopel im Jahre 502 n. Chr. besuchte, und der Kaiser selbst sah diesen Engel. Der Heilige Savvas selbst lebte sehr asketisch, wie ein Engel, und durch diese Askese gelangte er zur Vollendung der Tugenden, der Liebe zu Gott und dem Nächsten, zu Sanftmut und Demut.

Charakteristisch ist die Gewohnheit, die er von den Heiligen vor ihm übernahm (dem großen Efthymios und dem Heiligen Theoktistos) und die von den Heiligen nach ihm fortgeführt wurde (wie z.B. vom Heiligen Stefanos, dem Wundertäter), nämlich die 40-tägige Fastenzeit nur mit ein wenig Brot und Wasser in der Wüste zwischen der Laura und dem Toten Meer zu verbringen.

Nach dem Tode des Heiligen Savvas und bis zur Zerstörung des Heiligen Landes durch die Perser im Jahre 614 n. Chr. und durch die Araber im Jahre 638 n. Chr. wuchs das Mönchtum in der Wüste Judäas und in der Laura zu seiner vollen Blüte. In der Laura des Heiligen Savvas lebten 5.000 Mönche und in der Wüste, vom Toten Meer bis nach Bethlehem und von Jericho bis Hebron, gab es insgesamt 15.000 Mönche und 70 Klöster (Lauren und Koinobia).

Damals wurden auch der Heilige Xenofon, der hohe Würdenträger des Kaisers, und seine zwei Söhne, der Heilige Arkadios und der Heilige Johannes hier einfache Mönche.

Die größte Persönlichkeit des Klosters nach dem Heiligen Savvas war der Heilige Johannes von Damaskus, der hier Mitte des 8. Jahrhunderts lebte und vielleicht der größte Theologe, Philosoph und Hymnenschreiber in diesen ruhmreichen Jahren des christlichen Reiches geworden ist.

Andere große Persönlichkeiten der Laura waren der Heilige Michael der Synkellos und die Heiligen Theofanis o Graptos und Theodoros o Graptos, die Bekenner - diese drei wurden vom Heiligen Theodoros dem Säulensteher nach Konstantinopel eingeladen, um bei der Bekämpfung der Häresie des Ikonoklasmus zu helfen.

Der Heilige Theodoros der Sabbait, eine andere große Persönlichkeit der Laura, wurde im Jahre 836 n. Chr. zum Bischof der Stadt Edessa in Syrien ernannt.

Durch seine Heiligkeit erreichte er, dass der Kalif von Bagdad Al-Muavia zum Christentum übertrat. Dieser erlitt später für seinen Glauben an Christus das Martyrium. Der Heilige Michael der Osiomartys, ein Verwandter des Heiligen Theodoros von Edessa, erlitt einige Jahre zuvor ebenfalls das Martyrium, weil er sich weigerte den unsittlichen Angeboten der Königin Seida, der Ehefrau des Kalifen Abdalmalik zu folgen.

Es gibt noch viele heilige Sabbaiten, bekannte und unbekannte, unter diesen unterscheidet man jene, die das Martyrium durch die Perser im Jahre 614 n. Chr. erlitten und jene die von arabischen Räubern im Jahre 796 n. Chr. gemartert wurden. Insgesamt war des Kloster 14 Mal feindlichen Angriffen ausgesetzt.

Der russische Abt Daniel, der die Heiligen Stätten im Jahre 1106-1107 besuchte, berichtet, dass er hier im Kloster vor den heiligen Reliquien fünf großer Heiligen betete, die sich in einem unverwesten Zustand befanden und einen Wohlgeruch verbreiteten: die des Heiligen Johannes von Damaskus, Johannes des Hesychasten, Theodoros von Edessa, des Osiomartyros Michael und des Heiligen Afrodisios.

Die Sabbaiten waren immer Verfechter des Glaubens, nicht nur im Heiligen Land, sondern auch außerhalb. Der Heilige Savvas selbst spielte gemeinsam mit dem Heiligen Theodosios die Hauptrolle bei der Mobilisierung der Mönche Judäas gegen den Monophysitismus im Jahre 516 n. Chr. Die späteren Sabbaiten haben eine herausragende Rolle bei der Verurteilung der Häresien des Origenes, des Monoteletismus, des Ikonenkampfes und des Papismus gespielt, als die Franken im Jahre 809 n. Chr. zum ersten Mal die Häresie des Filioque in Jerusalem einführten.

Sehr bedeutend für die Anbetung in unserer Orthodoxen Kirche ist das Typikon des Heiligen Savvas, also die umfassende Anleitung, wie die Gottesdienste in der Kirche vollzogen werden müssen. Das Typikon des Heiligen Savvas wurde nach und nach durch viele Heilige gestaltet: durch den Heiligen Chariton, Efthymios den Großen, Theoktistos, Savvas den Geheiligten, Sofronios und Johannes von Damaskus.

Innerhalb weniger Jahrhunderte hatte es überall die Vorheeschaft, sogar in Konstantinopel und auf dem Berg Athos, nachdem es mit Regeln des Studitenklosters in Konstantinopel kombiniert worden war. Charakteristisch für das Sabbaitische Typikon ist, dass jeden Sonntag Agrypnia (Nachtwache) gehalten werden muss, dass die 150 Psalmen Davids in 20 Abschnitte eingeteilt wurden, und anderes mehr. Auf der Grundlage dieses Typikons wurden auch andere liturgische Elemente eingeführt: der kleine Abendgottesdienst (Mikros Esperinos) vor der Nachtwache (Agrypnia), die Prozession (Liti, Moleben), die von der Segnung von Brot und Wein (Artoklasia) begleitet wird, dass wir die Trauben jedes Jahr am 6.August zum ersten Mal segnen, etc. In Russland, wo anfänglich das Typikon der Hagia Sophia, Konstantinopel, eingeführt wurde und später dasjenige Alexios des Studiten durch den Heiligen Theodosios aus dem Höhlenkloster in Kiew eingeführt wurde, herrschte zuletzt das Sabbaitische Typikon in der Ausgabe von 1682 vor; es blieben jedoch Teile des Typikon Alexios' des Studiten erhalten, wie die Segnung der Kolyba (Kolivo, Kutia, Kanun).

Nach den Kreuzzügen und der Vorherrschaft der Mameluken und der Türken im Heiligen Land, erlebte die Laura keine „goldenen Zeiten" mehr, es war aber immer das bedeutendste Kloster der Wüste. Hier mussten alle Mönche des Patriarchates von Jerusalem gelebt haben, um das monastische Leben zu erlernen, wie es in den Regeln des Patriarchen Dositheos vermerkt ist.

Der Überlieferung nach erschien die Allheiligste Gottesgebärerin dem Heiligen Savvas vor dem Bau der ersten Gebäude der Laura und versprach ihm, dass die Mönche, die in Geduld an diesem schwierigen Ort leben und ihre mönchischen Pflichten erfüllen würden, auf ihre Fürsprache das Heil erlangen würden, und dass die Laura bis zur zweiten Ankunft des HERRN erhalten bliebe. Tatsächlich wurde die Laura trotz aller Angriffe bis heute nicht zerstört.

Es ist beeindruckend wenn man überlegt, dass das Kloster im Tal Josafat gebaut ist, d.h. am Bach Kidron. Dieses Tal ist die Verlängerung des Ortes, an dem der Thron des Richters bei der zweiten Ankunft errichtet werden wird, d.h. vom Ölberg.

Auf dem Grund des Felsens, auf dem die Laura erbaut ist, fließt ständig geheiligtes Wasser. Dieses Wasser hat Christus auf wunderbare Weise geschenkt, nachdem der Heilige Savvas dafür gebetet hatte, dass die Mönche nicht mehr dazu gezwungen seien, viele Kilometer nördlich zu gehen um Wasser zu holen.

Dieser Brunnen ist der einzige in der Wüste, der ständig Wasser gibt, von ihm trinken die Sabbaiten und die Pilger.

Es ist bekannt, dass bei allen orthodoxen Mönchen, dank des Segens des Schima (σχημα), wenn sie sterben keine Todesstarre eintritt, sondern dass sie beweglich bleiben. Im Kloster des Heiligen Savvas geschieht zusätzlich ein weiteres Wunder: wenn die Leiber der Sabbaiten zerfallen, geben sie keinerlei üblen Geruch von sich, wie es sonst der Fall ist, und das obwohl sie nicht in der Erde begraben werden, sondern auf Steinbänken aufgebahrt werden. Dies kann man feststellen, wenn man bei der Bestattung eines Sabbaiten-Mönches dabei ist, denn nur dann wird der versiegelte Friedhof geöffnet, indem auch der Heilige Savvas bestattet war.

Es handelt sich um eine Krypta unter dem Haupthof der Laura.

Der Heilige Savvas vollbringt viele Wunder der Heilung von Krebs, aber auch der Kinderlosigkeit von Eheleuten. Früher gab es in der Laura eine Dattelpalme, deren Datteln die Unfruchtbarkeit der Eheleute heilte. Diese Palme vertrocknete kurz bevor der Leichnam des Heiligen Savvas in das Kloster übergeführt wurde, im Jahre 1965. Danach gab man den Pilgern Stücke der dürren Palme als Segen. Vor wenigen Jahren wuchs aus der alten Wurzel wieder ein neues Bäumchen hervor. Die Blätter der neuen, kleinen Dattelpalme haben dieselbe Eigenschaft, sie heilen die Unfruchtbarkeit, wenn man aus den Blättern einen Tee zubereitet, und ihn nach angemessener Vorbereitung - mehrtätiges Fasten, Beten, Kirchgang, Heilige Beichte, vor allem aber mit Glauben trinkt.

Der Heilige Savvas wirkte und wirkt immer noch sehr viele Wunder. Als er starb, wurde das Geschäft eines Christen in Jerusalem ausgeraubt. Dieser bat den Heiligen Theodoros den Großmärtyrer ihm zu helfen, aber er erhielt keine Antwort. Nach fünf Tagen erschien ihm der Heilige Theodoros, zeigte ihm, wo sich das gestohlene Gut befand und erklärte ihm, dass er nicht früher kommen konnte, weil alle Heiligen den Auftrag hatten, die Seele des Heiligen Savvas zu empfangen und sie an den Ort der Ruhe zu führen.

Eine mündliche Überlieferung berichtet, dass 1965, kurz vor der Rückkehr des heiligen Leichnams in die Laura, die lateinischen Priestergewänder gewechselt und die orthodoxen Gewänder angezogen wurden. Dabei hob sich der Leichnam an, um beim Wechseln der Priestergewänder zu helfen.

Das monastische Leben im Kloster des Heiligen Savvas ist sehr streng. Die byzantinische Zeit wird gewahrt, d.h. die zwölfte Stunde des Tages fällt immer zusammen mit dem Sonnenuntergang. Die Gottesdienste beginnen ein oder zwei Stunden nach Mitternacht (Normalzeit) und dauern 6-7 Stunden jeden Tag, und zwischen 9 und 10 Stunden in der großen 40-tägigen Fastenzeit. Gegessen wird nur einmal am Tag, außer samstags, sonntags und an den großen Festtagen, wo dann zweimal aufgetischt wird. Während der 40-tägigen Fastenzeit besteht das Essen an den Wochentagen aus Trockennahrung. Der Heilige Savvas möchte nicht, dass die Sabbaiten eine große Auswahl an Nahrung haben und viel Gartenarbeit, deshalb gibt es in der Laura nur wenige Dekorpflanzen, Oliven- und Zitronenbäume. Als junger Mönch wurde der Heilige Savvas von dem begierlichen Gedanken versucht, einen Apfel zu essen, obwohl keine Essenszeit war. Als er diesen Gedanken besiegte und den Apfel vernichtete, legte er sich selbst das Gebot auf, bis zu seinem Tod keinen Apfel mehr zu essen. Damit die Sabbaiten sich an die Enthaltsamkeit des Heiligen erinnern und sie wahren, essen sie niemals Äpfel. In der Wüste, wo die Temperaturen von 0°C bis 45-50°C reichen, regnet es in der Umgebung des Klosters nur 3 oder 4 Mal im Jahr. Dieses Wasser wird in Behälter innerhalb der Laura geleitet und wird von den Mönchen für Hilfsarbeiten genutzt. Es ist offensichtlich, dass die Gewährung des Wassers einzig und allein in Gottes Händen liegt. Im Kloster wird kein elektrischer Strom genutzt, außer in Sonderfällen für Bauarbeiten. Viele Schlangen und Skorpione kommen aus der Wüste in die Laura, aber mit der Gnade Gottes und dem Schutz des Heiligen Savvas haben sie nie einem Mönch geschadet.

Wir wünschen Ihnen, dass die Gnade Gottes, auf die Fürsprache des Heiligen Savvas und aller Heiligen Sabbaiten, Sie in Ihrem geistlichen Kampf stärkt.

Quelle

Impantokratoros.gr