Lambert von Lüttich

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Reliquiar des Hl. Lambert. Größte, spätgotische Reliquienbüste Europas, in der Schatzkammer der St.-Pauls-Kathedrale in Lüttich.

Der hl. Lambert von Lüttich, auch Lambert von Maastricht (* um 638 in Maastricht; † 17. September um 705 in Lüttich), war Bischof von Tongern-Maastricht und Märtyrer. Sein Gedächtnis wird gefeiert am 17. September.

Vita[1]

Herkunft und Leben

Sein Vater hieß Aper, seine Mutter Herisplindis. Sie waren vornehmer Abkunft und ebenso reich an Tugenden, wie an Gütern. Seine Eltern bemühten sich ihrem Sohn die beste Erziehung und Bildung zuteil werden zu lassen. Einer seiner Lehrer war der hl. Erzpriester Landoaldus. Um das Jahr 661 übergab ihn sein Vater zur Weiterbildung der Leitung des hl. Theobard, dem Nachfolger des hl. Remaclus als Abt in den Klöstern Malmedy und Stablo, und später auch dessen Nachfolger als Bischof von Maastricht. Als Abschluss seiner Ausbildung verbrachte er einige Zeit am Hofe König Childerichs des II., der in Maastricht und in Metz residierte. Nach der Ermordung des hl. Theobard um das Jahr 669 in der Gegend von Speyer, wurde der hl. Lambert von König Childerich zum neuen Bischof von Maastricht ernannt. Nach der Ermordung König Childerichs im Jahre 673, wurde der hl. Lambertus unter der Regierung König Theoderichs, von dessen Verwalter dem Majordomus Ebroin aus Maastricht vertrieben, da Bischof Lambert bis zum Schluss auf der Seite König Childerichs gestanden war. In der Begleitung von zwei Dienern zog er sich in das Kloster Stablo (Stabuletum) zurück, wo er 7 Jahre ein heiligmäßiges Leben führte, indem er sich in vollkommenem Gehorsam an alle Klosterregeln hielt. Als er einmal in einer Winternacht im Chor stehend eine Sandale verlor, wodurch ein Geräusch verursacht wurde, befahl der Abt dem Schuldigen, den dieser allerdings nicht kannte, zur Strafe am Fuße des vor der Kirche stehenden Kreuzes zu beten. Ohne Zögern gehorchte der hl. Lambert. Als erst nach 3-4 Stunden die Bruderschaft zusammenkam, und der Abt fragte ob alle zusammen seinen, antwortete man ihm, dass nur jener fehle, den er zur Kirche hinaus zum Beten geschickt habe. Als man diesen nun rief, waren alle ganz erstaunt, als sie den hl. Bischof Lambert ganz von Schnee bedeckt und vor Kälte fast erstarrt eintreten sahen. Der Abt und die Brüder baten ihn nun um Verzeihung; er aber beruhigte sie vollkommen, indem er den Abt wegen seiner Handlungsweise lobte.

Rückkehr nach Maastricht

Als dann Pipin von Heristal, nach der Ermordung des grausamen Ebroin durch den Edelmann Hermenfried, zum Hausmaier des fränkischen Reiches ernannt worden war, wurden die eingedrungenen Bischöfe vertrieben und die vorigen Hirten wieder in ihre Ämter eingesetzt. Nachdem Bischof Lambert mit stürmischer Begeisterung in Maastricht empfangen worden war, widmete er sich erneut mit Eifer seiner Arbeit. Unter anderem gab er der hl. Landrada den Schleier, welche das Kloster Münster-Bilsen (Belisia) zwischen Maastrich und Togern gründete. Er weihte die Klosterkirche zu Ehren der allerheiligsten Gottesgebärerin und Immerjungfrau Maria. Er entflammte seinen Nachfolger den hl. Humbertus und die hl. Oda zum eifrigen Dienste Gottes. Im damaligen Zeeland, einem Teil des heutigen Holland, das damals noch ganz von Sümpfen durchsetzt war, predigte er das Evangelium, zerstörte heidnische Tempel und Götzenbilder, und wurde so der Apostel der Torandrer. Um Erfahrungen bei der Mission auszutauschen besuchte er öfter den hl. Willibrord dem Apostel von Friesland. Die Stadt Mecheln und ihre Umgebung beruft sich auf den hl. Lambert als ihren Apostel. Bei Hofstade trägt ein Hügel den Namen des hl. St. Lambrechtsberg.

Martyrium

Den Martertod erlitt der hl. Lambert weil er Pipin wegen seiner Konkubine Alpais getadelt und beide zur Besserung ermahnt hatte. Pipin hatte wegen Alpais seine rechtmäßige Gemahlin verstoßen. Alpais brachte Karl Martell zur Welt. Als aber Alpais in einem Kloster starb, verschworen sich einige Freunde der Alpais darunter ein gewisser Dodo, angeblich ein Bruder von Alpais, gegen den hl. Bischof. Sie bestellten eine Schar Provokateure, welche die Kirche von Maastricht wiederholt plünderten; als einige Verwandte des hl. Lambert ohne sein Wissen diesen schließlich auflauerten und einige erschlugen, nahm dies Dodo zum Anlass, auf der Stelle Rache zu nehmen. Er überfiel den hl. Lambert in seiner Villa Legia an der Maas, wo heute die Stadt Lüttich steht. Der Heilige hatte gerade seine Nachtgebete in der Hauskirche die den hll. uneigennützigen Kosmas und Damian geweiht war beendet, und sich zum Schaf begeben, als ihm ein Diener namens Baldoveus die Ankunft von Feinden meldete. Unter dem Getöse der zerbrechenden Türen griff der Heilige im Reflex zuerst zu seinem Schwert um sich zu verteidigen, sich besinnend warf er dieses aber sogleich von sich und verbot auch den Umstehenden sich zu verteidigen. Auf dem Boden kniend betete er für die Mörder, und wurde von diesen mit einem Wurfspieß durchbohrt. Dies geschah am 17. September 708 oder 709. Zusammen mit ihm erlitten auch seine Hausgenossen das Martyrium, von welchen die hll. Petrus und Andoletus besonders erwähnt werden. Ihre Reliquien werden zusammen mit denen des hl. Florebertus in einem Sarg aufbewahrt, und sind neben dem hl. Lambert beigesetzt worden. Die Reliquien des hl. Lambert wurden auf der Maas nach Lüttich überführt und in dem Grabmal seines Vaters in der Kirche des hl. Petrus beigesetzt.

Wunder

Sowohl an seinem Grab als auch am Ort seines Martyriums begannen sich Wunder zu ereignen. Die Mörder des hl. Lambert sollen alle eines elenden Todes gestorben sein, wobei Alpais an seinem Tod keine Schuld haben soll. Im dem Zimmer in welchem der hl. Lambert ermordet worden war wurde eine Kirche eingerichtet. Im Jahre 714 wurde hier der legitime Sohn von Pipin Heristal und seiner Gemahlin Plectrudis Grimoaldis von einem gewissen Rangarius erstochen. Am 24. Dezember 721 oder 722 wurde der unversehrte Leib des hl. Lambert durch Bischof Humbert erhoben und nach Lüttich übertragen. Seine Kirche zu Lüttich wurde 1794 durch Sansculotten zerstört. Nur der Platz auf dem die Kirche stand trägt noch den Namen Lambertusplatz. An Wundern auf die Fürbitte des hl. Lambert werden besonders Hilfe in Kriegsgefahren erwähnt, die durch Prozessionen mit seinen Reliquien abgewehrt wurden, einmal im Jahre 1141, als die widerrechtlichen Besetzer des Schlosses von Bouillon aus diesem vertrieben werden mussten, und sich die Belagerung des Schlosses hinzog, wurde auf Wunsch des Heeres ein Teil der Reliquien des Heiligen ins Lager gebracht, worauf einer der Besetzer Graf Hugo erkrankte und in Reue starb, und sein Bruder Rainald sich bekehrte und verspricht nie mehr etwas vom Besitz des hl. Lambert anzutasten. Am 14. April des Jahre 1489 wurden die Reliquien des hl. Lambert und der hll. Petrus und Andoletus erneut erhoben und unversehrt gefunden.

Reliquien

Reliquien des Heiligen befinden sich in St. Peterskirche in Rom, in Freiburg im Breisgau, in der Benediktinerabtei Liessies im Hennegau in Frankreich und an vielen anderen Orten. In der Steiermark trägt ein Kloster seinen Namen.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Dieser Text stammt aus: "Orthodoxe Heiligenleben", Vorabdruck im Internet, S.207ff. Scan des Kapitels über den Hl. Lambert. Mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber.