Korbinian von Freising

Aus Orthpedia
Wechseln zu: Navigation, Suche
Korbinianschrein in der Domkrypta zu Freising

Der heilige Korbinian, auch Corbinian, (* 680 in Chartres bei Arpajon südlich von Paris; † 8. September 730 in Freising) war Missionar und erster Bischof von Freising. Sein Gedenktag ist der 8. September.

Vita[1]

Herkunft und Jugend

Der hl. Korbinian wurde zur Zeit der Könige Chlotar oder Dagobert im Jahre 680 in Chatres im Bistum Paris geboren. In der Taufe erhielt er den Namen seines Vaters Waldekisus, der aber von seiner Mutter Korbiniana aus Liebe zu ihm durch Korbinian ersetzt wurde. Noch im Jünglingsalter zog er sich in die Einsamkeit zurück und lebte 14 Jahre lang, eine halbe Stunde von seinem Geburtsort entfernt, als Klausner, neben einer dem hl. Germanus geweihten Kapelle. Als einmal ein Dieb sein Maultier gestohlen hatte, brachte es der hl. Korbinian fertig, das der Dieb durch seine Gebete zur Reue bewegt das Maultier wieder zurückbrachte. Der Ruf der Heiligkeit verbreitete sich durch ganz Frankreich und es kamen viele zu ihm, um ihn um sein Gebet zu bitten. Um das Jahr 708 machte er eine Wallfahrt nach Rom, und wohnte dort in einer Zelle in der Kirche der Apostelfürsten. Der Bischof von Rom ermahnte ihn jedoch, dass es nicht gut wäre für sich allein zu leben, da noch viele Völker ohne evangelische Lehrer seien. Er weihte den hl. Korbinian kurzerhand zum Bischof und sandte ihn aus das Evangelium zu verkünden.

Als Bischof

In sein Vaterland zurückgekehrt, predigte der Heilige überall die Heilslehre, ermahnte Volk und Priester zur Tugend und Vollkommenheit und zog sich dann wieder für sieben Jahre in die Einsamkeit zurück. Auf einer Reise zu Pipins Hof wohin er beschieden worden war, begegnete er einem Unglücklichen namens Adalbert, der wegen begangener Diebereien gehängt werden sollte. Durch Mitleid gerührt beschwor er die Henker die Hinrichtung zu verschieben, bis er mit Pipin gesprochen habe. Da seine Worte aber nichts bewirkten bereitete er den zum Tode Verurteilten auf sein Ende vor und eilte dann zum Königshof, wo er von Pipin die Begnadigung des Verbrechers erlangte. Bei seiner eiligen Rückreise fand er den Unglücklichen bereits aufgeknüpft vor, dennoch lies er ihn ablösen, und dabei stellte sich heraus das der Gehenkte noch am Leben war. Adalbert verließ daraufhin seine frühere Lebensweise, schloss sich dem hl. Korbinian an und diente sein ganzes Leben hindurch seinem Lebensretter in unverbrüchlicher Treue und Frömmigkeit. Da der Heilige in der Folge wegen des großen Andrangs zu seiner Zelle die gewohnte Ruhe nicht mehr fand, machte er eine zweite Wallfahrt nach Rom, um auf sein Bischofsamt zu verzichten und in ein Kloster eintreten zu können. Dabei reiste er über Schwaben und Bayern, bekehrte viele vom Götzendienst und wurde liebevoll von Herzog Theodo II. zu Regensburg, und auch von dessen Sohn Grimold zu Freising aufgenommen.

Korbiniansbär

Beide wünschten, ihn bei sich zu halten. Auf der Weiterreise über den Brenner geschah es, das nachts ein Bär sein Maultier riss. Darauf hin befahl der Heilige dem Bären im Namen Christi sein Gepäck zu tragen, und entließ ihn erst in Rom wieder zu seiner natürlichen Freiheit. Nach Rom gekommen erhielt er den Auftrag von Papst Gregor II. wieder nach Bayern zu ziehen und dort für die Verbreitung und Reinheit des christlichen Glaubens Sorge zu tragen. Demütig gehorchend machte sich der hl. Korbinian im Jahre 717 wieder auf die Reise nach Bayern. Auf dem Weg verweilte er längere Zeit in Mais bei Meran, bis endlich der Ruf von Herzog Grimoald von Freising ihn erreichte.

Freising

Auf die Einladung der Herzogs ließ er diesem erklären, dass er nicht eher vor ihm erscheinen werde, als bis er sich von seiner Schwägerin Piltrudis (Plektrudis) getrennt habe. Schweren Herzens kam der Herzog der Aufforderung des Bischofs nach, trennte sich von ihr und tat Buße. Darauf kam der Heilige an seinen Hof. Mit großem Eifer begann er nun um das Jahr 724 seine apostolische Tätigkeit, in deren Folge immer mehr Menschen den christlichen Glauben annahmen, so dass er Freising zu seinem Bischofssitz wählte. Neben seiner Verwaltungsarbeit als Bischof versäumte er es nie die Gottesdienste zu besuchen. Hierzu begab er sich Nachts zu Fuß von Freising in die Stephanskirche auf dem Berg Tetmons, ins heutige Weihenstephan, um am Gebet der Mönche des von ihm dort gegründeten Klosters teilzunehmen. Später baute er auch noch neben der Kathedralkirche, welche der Allheiligen Gottesgebärerin geweiht ist ein Kloster zu Ehren des hl. Benedikt. Als Korbinian durch seinen Bruder Erimbert erfuhr, dass Plektrudis ihm nach dem Leben trachte, wich er ihrem Zorne aus und ging nach Mais, wo er unter König Luitprand von Italien in Frieden seine apostolische Arbeit verrichten konnte. Nach dem unglücklichen Tod Grimoalds, welcher die Abführung Plektrudis nach Frankreich zur Folge hatte, wurde der Heilige im Jahre 726 von dessen Nachfolger dem Herzog Hugibert (Hukbert) nach Freising zurückberufen. Nach einigen Jahren ungemeiner Tätigkeit starb der Heilige am 8. September 730, nachdem er am selben Tag noch die Göttliche Liturgie zelebriert hatte.

Reliquien

Trotz seines letzten Willens in Mais beigesetzt zu werden, wurde der Heilige Bischof zunächst im Dom von Freising beerdigt. Bald darauf wurde sein Leib allerdings doch nach Mais überbracht und in der Kirche des hl. Valentin beigesetzt. Später kamen die Reliquien mit denen des hl. Valentin nach Trient und von da durch Herzog Thassilo II. nach Passau, wo der hl. Valentin Bischof gewesen war. Bischof Aribo von Freising gelang es, die Reliquien des hl. Korbinian wiederum nach Freising bringen zu lasen, wo sie heute noch ruhen. Seit Ende des 19. Jahrhunderts befinden sich die Reliquien des hl. Korbinian im Korbiniansschrein.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Dieser Text stammt aus: "Orthodoxe Heiligenleben", Vorabdruck im Internet, S.205ff. Scan des Kapitels über den Hl. Korbinian. Mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber.