Ignatios der Gottesträger, Märtyrerbischof von Antiochien

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Hl. Märt. Ignatios der Gottesträger, Bischof v. Antiochien († 107) (Gedenktag: 20. Dezember, 29. Januar).

Der Hl. Ignatius wurde um 35 in Antiochia (Syrien) geboren. Er wurde Schüler der Hll. Apostel Petrus und Johannes und von letzterem selbst zum Bischof von Antiochien geweiht. Wegen seines starken und leidenschaftlichen Glaubens wurde er "Theophoros" (griech. Gottesträger) genannt. In seinen Briefen an die christlichen Gemeinden betonte der Hl. Ignatius immer wieder seine Sehnsucht nach dem zu erwartenden Martyrium um Christi willen. Im Amphitheater des Flavian in Rom, später "Kolosseum" genannt, wurde er von Löwen zerfleischt und starb als Märtyrer im Jahre 107.

Der Hl. Ignatius gilt in der Orthodoxen Kirche als einer der Hll. Väter. Seine Reliquien wurden im Jahre 107 nach Antiochien zurückgeführt und später nach Rom in die Kirche S. Clemente überliefert.

Der Hl. Ignatius war einer der ersten christlichen Autoren, welcher die sieben Sendschreiben ("Briefe") geschrieben hat: die ersten vier wurden in Smyrna verfasst und hatten die verfolgten Christen im Gefängnis von Smyrna sowie die Christengemeinden in Rom, Ephesus, Tralles und Magnesia als Adressaten. In Troas schrieb er drei weitere Briefe nach Philippi, an die Gemeinde von Smyrna und an deren Bischof Polykarp. Die Briefe sind Trost- und Lehrschreiben. So festigte er mit seiner Betonung der bischöflichen Autorität die organisatorischen Fundamente der jungen Kirche: "Wer einen Bischof ansieht, sollte Christus selbst wiedererkennen können." Er klagte für die Institution des Bischofs alle Autorität in Lehr- und Ordnungsfragen ein und forderte die Unterwerfung der Diakone und Laien unter die kirchliche Autorität: "Es ist klar, dass man den Bischof wie den Herrn selbst ansehen muss." Und: "Wer den Bischof ehrt, wird von Gott geehrt; wer ohne den Bischof etwas tut, dient dem Teufel", hieß es in seinen Predigten.

Der Hl. Ignatius vertrat ein mystisch angehauchtes Christentum, Ziel eines Christen sei die Verschmelzung mit Gott; das Heil werde durch Gottes Einwohnung in den Gläubigen erworben. Der Hl. Ignatius war der erste christliche Autor, der die Jungfrauengeburt Jesu aus Maria betonte.


Quelle

russische-kirche-l.de