Hodegetria von Smolensk

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Orthodoxes Glaubensbuch - Die Hodegetria von Smolensk

Auf der Ikone von Smolensk hält die Gottesmutter ihren Sohn mit der linken Hand, mit der rechten zeigt sie auf Ihn. In der linken Hand hält der Erlöser eine Schriftrolle, die rechte ist zum Segen ausgestreckt.

Diese Ikone wurde der Überlieferung nach vom Apostel und Evangelisten Lukas gemalt. Nach Russland kam sie aus Konstantinopel. Der griechische Kaiser Konstantinos IX. Monomachos gab seine Tochter Anna dem Fürsten von černigov Jaroslav dem Weisen zur Frau und segnete sie mit dieser Ikone, als sie in die Rus’ aufbrach. Man nimmt an, dass daher auch der Name “Hodegetria” stammt. Nach dem Tod Vsevolods bekam die Ikone sein Sohn Vladimir Monomach, der sie nach Smolensk brachte. Seit jener Zeit heißt die Ikone Smolenskaja.

Im Jahre 1238 kamen die Tataren im Laufe der Invasion Batus bis zur Stadt Smolensk. Man konnte keine Hilfe von außen erwarten, und die Bewohner der Stadt legten ihre ganze Hoffnung auf die Mutter Gottes. Sie erhörte ihre innigen Gebete und befreite die Stadt.

Im XIV. Jahrhundert, als Smolensk unter der Herrschaft der litauischen Fürsten stand, brachte die Tochter des Fürsten Witold, die mit dem Großfürsten Vasilij Dmitrievič verheiratet war, die Ikone nach Moskau und stellte sie in der Mariä-Verkündigungs-Kathedrale im Kreml auf. Aber die Bewohner der Stadt Smolensk konnten sich nicht damit abfinden, ihre wundertätige Ikone verloren zu haben. Ein halbes Jahrhundert später, im Jahre 1456, kam der Bischof von Smolensk, Misail, nach Moskau. Es begleiteten ihn der Statthalter und viele angesehene Bürger. Die Botschafter aus Smolensk baten den Moskauer Großfürsten Vasilij Temnyj, ihnen die heilige Ikone wieder zu überlassen. Der Großfürst erfüllte die Bitte, und die Ikone wurde in einer feierlichen Prozession nach Smolensk zurückgebracht. Der Metropolit Iona und der Moskauer Klerus, der Großfürst und seine Familie und eine große Menge Menschen begleiteten die Ikone bis zum Jungfrauenfeld. An der Stelle des letzten Bittgottesdienstes vor der Ikone von Smolensk wurde im Jahre 1525 unter dem Großfürsten Vasilij Ioannovič zum Gedächtnis an die Befreiung der Stadt Smolensk von Litauen das Novodevičij-Kloster (Neujungfrauenkloster) mit einer Kathedrale zu Ehren der Smolenskaja-Ikone erbaut, für die eine genaue Kopie der wundertätigen Ikone angefertigt wurde.

Im Krieg des Jahres 1812, als die russischen Verteidiger Smolensk verließen, wurde die Ikone erneut nach Moskau gebracht und in der Mariä-Entschlafungs-Kathedrale im Kreml aufgestellt. Am 26. August, am Tag der Schlacht von Borodino, der mit dem Festtag der Gottesmutterikone Vladimirskaja zusammenfiel, wurden die Smolenskaja, aber auch die Ikonen Iverskaja und Valdimirskaja in einer feierlichen Prozession um die Weiße Stadt, um Kitaj-Gorod und um den Kreml getragen.

Vor der Evakuierung Moskaus wurde die Smolenskaja-Ikone nach Jaroslavl’ gebracht und nach dem Sieg über den Feind der Stadt Smolensk wieder zurückgegeben.

Die Ikone der Gottesmutter von Smolensk, die einfach oft “Hodegetria” genannt wird, ist eine der verehrtesten Ikonen der Russischen Kirche und des russischen Volkes. Der heilige Metropolit Dimitrij von Rostov (gest. 1752) schrieb über diese Ikone: “Die Allheilige Gebieterin wird Hodegetria genannt, was freudenvolle Lehrerin, Wegweiserin und starke Helferin bedeutet. Die Allheilige Gottesmutter ist für uns eine freudenvolle Wegweiserin, weil sie uns auf den Weg der Erlösung geleitet, der zur ewigen Freude führt. Sie ist für uns Schwache eine starke Helferin, weil sie uns in unseren Nöten hilft. Die Hodegetria ist freudenvoll, weil sie unsere Trauer in Freude wandelt, die Weinenden tröstet und den Trauernden Fröhlichkeit schenkt.”

Das Fest der Mutter Gottes zu Ehren ihrer Ikone von Smolensk wird am 10. August (28. Juli) gefeiert.


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