Hl. Veit

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Der Hl. Veit
Die Hll. Modestus und Crescentia

Der hl. Veit auch lat. Vitus genannt (* in Mazara, Sizilien; † um 304 in Lukanien, Süditalien) starb unter Diokletian mit seinen Pflegeeltern Modestus und Crescentia als Märtyrer. Sein Gedenktag ist der 16. Mai und 15. Juni.

Herkunft und Leben

Der hl. Vitus lebte zur Zeit der Diokletianischen Verfolgungen in Sicilien. Seine Geburtsstadt war Mazzara an der Westküste Siziliens. Als Säugling wurde er, nach damaligem Brauch reicher Bürger, den christlichen Eheleuten Modestus und Crescentia zum Säugen und zur Erziehung übergeben. Seine Amme Crescentia fasste sogleich den Entschluss, das Kind taufen zu lassen und es in den Regeln der Gottesfurcht aufzuziehen. Ihr Ehemann Modestus meldete darüber Bedenken an, da der Vater des Knaben, Hylas, sehr dem Heidentum anhing und sie möglicherweise für die christlichen Aufzucht des Kindes strafen würde. Crescentia aber hörte nicht auf ihn, sondern bat ihren Mann immer wieder darum, dass das Kind getauft würde. Schließlich willigte Modestus ein und brachte den Knaben heimlich zu einem Priester, der ihn taufte. Als er mit dem Kind zurückkam, nahm Crescentia das Kind mit zärtlicher Liebe auf die Arme und küsste es und betete: “Jetzt, o Dreieiniger Gott, gib Deinen Segen dazu, damit das Kind, welches heute den wahren Glauben empfangen hat, darin wachse und durch seinen Wandel würdig wird, in Dein Reich einzugehen, das Du ihm verheißen hast.” Unter den wachsamen Augen der frommen Eheleute wuchs das Kind zu einem engelgleichen Knaben empor. Sein Herz brannte in der Liebe zu Jesus und empfand große Abscheu vor jeder Sünde. Mit erst 12 Jahren verlieh Gott dem heranwachsenden Vitus bereits die Gabe der Wunder. Allein durch das Kreuzeszeichen heilte er Blinde, machte Stumme reden, heilte Kranke und befreite Besessene von bösen Geistern. Als Hylas erfuhr, dass sein Sohn Christ ist, stellte er ihn deswegen, unter vier Augen, zur Rede; Vitus bekannte vor seinem Vater ohne Scheu, dass kein anderer Gott existiert, als der Gott der Christen, und dass er nur an Diesen glaubt. Voller Entrüstung darüber, versuchte Hylas seinen Sohn durch Schmeicheleien und Drohungen, ja selbst durch Tränen vom wahren Glauben abzubringen. Vitus aber sprach zu seinem Vater: “Wüsstest du, o Vater, wie groß und herrlich der Gott der Christen ist, du würdest sogleich deine Götter verlassen und Den anbeten, der Himmel und Erde gemacht hat, und seine Diener mit unaussprechlicher Seligkeit erfüllt.“ Hylas aber wollte sich nicht bekehren lassen, sondern ging sogar soweit, seinen Sohn dem Statthalter zu übergeben und wegen seiner Verachtung der Götter vor diesem anzuklagen. Valerian versuchte nun ebenfalls durch Schmeicheleien und Drohungen den hl. Vitus zum Abfall zu bringen, weil er aber ebensowenig ausrichtete wie Vitus sein Vater, befahl er den Henkern ihn aufs Schärfste mit Ruten zu schlagen. Aber als die Henker mit der Geißelung beginnen wollten, erstarrten ihnen und dem Statthalter Valerian, unter unsagbaren Schmerzen, die Hände. Der Statthalter schrieb dies der Zauberei zu und bat Vitus um Hilfe. Dieser machte vertrauensvoll das Kreuzeszeichen über die erstarrten Glieder und sogleich waren sie geheilt. Nun übergab Valerian Vitus seinem Vater wieder, da er sich nicht getraute ihm noch mehr Leid anzutun. Hylas aber versuchte nun mit Hinterlist seinen Sohn zu verderben. Eines Tages führte er ihn in eine prächtiges Gemach, und schloss seinen Sohn darin ein. Als sich Vitus verwundert umblickte, sah er mehrere leicht gekleidete Mädchen, die auf ihn zu eilten und durch Liebkosungen zur Sünde verführen wollten. Vitus aber warf sich in Entsetzen auf die Knie und rief Gott zu Hilfe. Da erfüllte plötzlich himmlischer Glanz das Raum, ein Engel stellte sich zwischen den Jüngling und die Mädchen, und nun wagte keine mehr sichVitus zu nahen. Hylas aber, der durch eine Öffnung das Vorkommnis beobachtete, fühlte plötzlich heftige Schmerzen in beiden Augen und erblindete. Als Vitus seinen Vater aufschreien hörte, lies er die Türen öffnen und eilte seinem jammernden Vater der vergeblich seine Götter anflehte, zu Hilfe. Er machte das Kreuzeszeichen über den Augen seines Vaters und sogleich war der Schmerz weg und die Augen sahen wie zuvor. Allein, nun hielt Hylas seinen Sohn für einen Zauberer, lies ihn in einen finsteren Kerker einschließen und sann auf andere Mittel seinen Sohn gefügig zu machen. In der Nacht aber, als Vitus zu Gott flehte, öffnete sich plötzlich die Tür des Kerkers, und seine Pflegeeltern Modestus und Crescentia traten ein, trösteten ihn, lösten seine Ketten. Danach verließen sie gemeinsam auf einem Schiff Sizilien, das sie nach Lucanien in die Nähe von Neapel brachte, wo sie in den Hafen von Pästum einliefen und sich an dem Fluss Siler (jetzt Selo) niederließen. Hier wurden sie Bekenner von einem Adler gespeist. Aber bald hatte der hl. Vitus neue Martern zu erleiden. Nachdem sein Aufenthalt bekannt geworden war verklagte man ihn trotz seiner Wohltätigkeit, die er dem besessenen Sohn des Statthalters erwiesen hatte, welchen er gesund gemacht hatte zu mannigfachen Foltern. Man lies alle drei in einen glühenden Kessel der mit flüssigem Blei, Harz und Pech angefüllt war stürzen. Vitus, Modestus und Crescentia gingen aber unverletzt, wie aus einem heilsamen Bad, aus diesem wieder hervor. Danach wurde ein hungriger Löwe auf sie gehetzt, welcher so durchdringend brüllte, das es die Zuschauer kaum aushielten. Vitus bekreuzigte sich und schritt mutig auf den Löwen zu, worauf sich dieser vor ihm niederwarf und seine Füße leckte. Schließlich wurden alle drei auf die Folter gespannt. Auf das Gebet des hl. Vitus aber entstand ein heftiges Erdbeben, durch welches viele Götzentempel und Häuser in der Stadt einfielen wobei viele Menschen ihr Leben verloren.

Tod und Reliquien

Der hl. Vitus aber und seine Begleiter und Mitstreiter, der hl. Modestus und die hl. Crescentia fanden sich an ihren früheren Aufenthaltsort am Flusse Siler versetzt. Hier gaben sie in Frieden ihre heiligen Seelen, in der Form von zum Himmel aufsteigenden weiße Tauben, auf. Eine Frau, mit Namen Florentia, welche drei Tage später im Flusse Siler in Todesgefahr geriet, wurde durch eine Erscheinung des hl. Vitus gerettet. Sie erhielt den Auftrag die hll. Leichnamen, welche drei Tage durch herbeigeflogene Adler beschützt worden waren zu bestatten. Florentia begrub die drei Heiligen dort, wo sie sie aufgefunden hatte, am Ufer des Flusses Siler. Im Jahre 775, unter der Regierung König Pipins, wurden die Reliquien des hl. Vitus nach Paris in das Kloster des hl. Märt. Dionisius, unter dem Abte Fulrad, übertragen. Seither war das Kloster vor Blitzschlägen und anderem Ungewitter gefeit. Im Jahre 836 kamen die Reliquien des hl. Vitus, anlässlich der Verbannung des Abtes Hilduin, des Hauptgegners von Kaiser Ludwig, aus St Denis nach Corvey in Westfalen. Bei der Übertragung geschahen viele Wunderheilungen an Kranken, Lahmen und Blinden. Später schenkte Kaiser Heinrich I. eine Armreliquie dem rechtgläubigen König Wenzelslaus von Böhmen, welcher den Grund für den zu Ehren der Reliquien des hl. Vitus errichteten St. Veitdom zu Prag legte. Weitere Reliquien sind im Dreifaltigkeitskloster Buchhagen.[1]

Textnachweis

Dieser Text stammt aus: "Orthodoxe Heiligenleben", Vorabdruck im Internet, S.136ff. Scan des Kapitels über den Hl. Vitus. Mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber.

Einzelnachweise

  1. Vgl. Webseite des Dreifaltigkeitsklosters Buchhagen.