Heilige Stätten

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Orthodoxes Glaubensbuch - Der Besuch von Heiligen Stätten

In alten Zeiten bestand der fromme Brauch, Wallfahrten zu heiligen Stätten zu unternehmen. Die Pilger zogen bis nach Jerusalem, um jene Orte zu verehren, wo Christus geboren wurde, wo Er lebte, den Tod erlitt und auferstand. Das russische Wort palomnik (Pilger) kommt daher, dass die Pilger Palmzweige mit nach Hause nahmen; ihre großen Blätter schienen für unsere Breiten ein Wunder zu sein. Nach und nach ging diese Bezeichnung auf alle über, die heilige Stätten besuchten, sogar wenn sie die Grenzen Russlands nicht überschritten.

Eine Wallfahrt war ein besonderes Ereignis. Die Fußwanderung, die mit großen Schwierigkeiten und Entbehrungen verbunden war, schuf eine Atmosphäre der Hochschätzung der heiligen Stätte, genauso wie uns die Fastenzeit auf ein großes Fest, etwa Ostern oder Weihnachten, vorbereitet. Je schwieriger die Reise war, mit umso größerer Freude erreichte der Pilger das Ziel seiner Wallfahrt, umso inständiger betete er und dankte Gott für Sein besonderes Erbarmen und Seine Gnade. Es ist bekannt, dass die russischen Zaren, wenn sie ins Dreifaltigkeits-Sergius-Kloster pilgerten, von Moskau aus den Weg zu Fuß zurücklegten, und in bestimmten Dörfern zum Essen und zur Nächtigung blieben. Es gibt eine allgemeine Regel – wenn du zumindest etwas würdiger sein möchtest, die Gnade zu empfangen, musst du dich geistig und auch körperlich anstrengen. Auch wenn wir heutzutage kaum die Möglichkeit und Zeit haben, zu Fuß irgendwohin zu gehen und unterwegs zu beten, sollten wir uns doch wenigstens mit Kniefällen, Fasten und intensiverem Gebet als sonst vorbereiten.

Und wenn du an einer heiligen Stätte angekommen bist, vergiss nicht, aller daheimgebliebenen Verwandten und Bekannten und aller orthodoxen Christen (mit dieser Schlussformel) zu gedenken. Das nächste Mal, wenn sie hier oder an einer anderen heiligen Stätte sein werden, werden sie sicherlich auch an uns denken. In den Klöstern werden oft Helfer für die Wirtschaft gebraucht, und üblicherweise arbeiten die Pilger neben dem Besuch der Gottesdienste auch körperlich mit.

Es ist schlecht, wenn der Besuch der heiligen Stätten zu etwas Alltäglichem wird oder sich in eine Vergnügungsreise verwandelt. In diesem Fall sollte man die Regel beherzigen, die es verbietet, die Pfarrgemeinden beliebig zu wechseln. Wenn du eine Kirche ausgewählt hast, so sollst du sie ständig besuchen.

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