Gregor der Theologe

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Heiliger Hierarch Gregor der Theologe

Gedenktage: 25. Januar, 30. Januar

Der Нeilige Hierarch Gregor der Theologe (auch "Gregor von Nazianz" genannt; * um 329; † 390) war Bischof von Sasima in Kappadokien, kurzzeitig Metropolit von Konstantinopel und einer der bedeutendsten Kirchenväter. Er formulierte die Lehre über die Heilige Dreiheit und prägte so entscheidend die christliche Theologie.


Herkunft

Der Heilige Gregor der Theologe wurde 329 oder 330 auf dem Landgut Arianz(os) bei Nazianz (heute das Klostertal Morphou/Gelveri bei Güzelyurt in der Türkei) geboren. Dieses Gut gehörte damals zum Ort Karballa, der seit dem frühen 3. Jahrhundert von verschiedenen christlichen Klostergemeinschaften besiedelt war. Sein Vater Gregor von Nazianz der Ältere war zu diesem Zeitpunkt der 328 gewählte Bischof des nahegelegenen Nazianz (heute zwei Ruinenhügel nordwestlich des türkischen Dorfes Bekârlar, früher Nenezi). Ursprünglich gehörte die wohlhabende jüdische Familie der heidnisch-jüdischen Religionsgruppe der Hypsistarier an, die sich von der Verehrung des einen Gottes (griechisch ὕψιστος – hypsistos, der Höchste) ableiten. Der um 275 geborene Gregor von Nazianz der Ältere hatte im Alter von weniger als fünfzig Jahren bereits das Amt des Ortsrichters erreicht. Im Jahre 325 wurde er kurz nach dem Auftrieb gebenden 1. Ökumenischen Konzil in Nikaia durch seine schon zuvor christlich gewordene Ehefrau, die heilige Nonna (Nona), zum Christentum bekehrt. Schon drei Jahre später wählten ihn die Kappadokier wegen seiner Lebenserfahrung und seiner Treue zu den Konzilsbeschlüssen zum Bischof von Nazianz. Zur Familie gehörte damals auch die heilige Gorgonia, welche Gregor und Nonna bereits um 300 geboren wurde (nach anderen Darstellungen wie im griechischen Synaxarion wurden alle Kinder erst im hohen Alter der Eltern geboren). Nach dem Übertritt des Vaters zum Christentum 325 wurde die Familie nicht nur mit dem heiligen Gregor dem Theologen, sondern auch noch mit seinem etwas älterem Bruder, dem heiligen Caesarius von Nazianz (Kaisarios) gesegnet.

Ausbildung

Von Kindheit an wurde er von seiner frommen Mutter Nonna Gott gewidmet. Er erhielt seine wissenschaftliche Bildung zuerst in Caesarea in Kappadokien, der Hauptstadt seiner Heimat, wo er Basilios den Großen kennenlernte, der dort um die gleiche Zeit wie Gregor der Theologe geboren war und dessen Familie dort lebte. Dann ging er nach Caesarea Maritima in Palästina und von dort nach Alexandria, wo er den Hl. Athanasios antraf. Zuletzt vervollständigte er ab etwa 348 seine Ausbildung in Athen bei dem christlichen Lehrer Prohairesios und dem heidnischen Lehrer Himerios, den angesehensten Rhetoren seiner Zeit. Dort schloß er mit dem Hl. Basilios dem Großen eine enge Freundschaft, die sein Leben lang halten sollte. Damals war eine rhetorische Ausbildung für die Jugend im Alter von etwa 15 bis 19 Jahren üblich. Durch seine weiten und langjährigen Studienreisen standen dem Hl. Gregor nun die glänzendsten Laufbahnen eines Rhetors offen.

Der Überlieferung nach war der 331 geborene Flavius Claudius Julianus, Sohn des Julius Constantius, eines Halbbruders Konstantins des Großen, Mitschüler von Gregor dem Theologen und Basilios dem Großen in Athen. Gregor hätte häufig vorausgesagt, dass Julianus ein Abtrünniger und Verfolger der Kirche werden würde, was dann auch in dessen Zeit als Kaiser Iulianus Apostata (griechisch Ἰουλιανὸς ὁ Ἀποστάτης‚ Julian der Apostat) auch eintrat. Historisch nachweisbar ist, dass sich Julian Apostata heimlich Mitschriften des heidnischen Rhetors Linanios besorgte, bei welchem Basilios der Grosse 355 Schüler war. Hier liess sich eine Abwendung vom Christentum erkennen. Julian wurde 355 Caesar und 361 bis 363 Alleinherrscher des römischen Reiches.

Christ

Nach 356, wahrscheinlich 357 oder spätestens dann 358, kehrte Gregor der Theologe etwas später als sein Freund Basilius der Grosse in seine Heimat Kappadokien zurück und empfing die hl. Taufe von seinem Vater, dem für ihn zuständigen Bischof. Zu dieser Zeit war es üblich, sich wie Jesus im Alter von etwa 30 Jahren taufen zu lassen. Mit diesem Schritt wandte sich Gregor gänzlich von der profanen Wissenschaft und Rhetorik ab. Im Jahre 358 begab er sich zu Basilios dem Grossen, der mit einigen Gleichgesinnten in der Wildnis des Flusstales des Iris (dem heutigen Yeşil Irmak) ein Eremitenleben führte.

Der Überlieferung nach verfaßten die beiden heiligen Hierarchen hier erstmals die Klosterregeln, welche bis heute eine der Grundlagen des orthodoxen Mönchtums bilden.

Priester

Nach dem häretischen Konzil von Rimini im Jahre 359 war die Kirche Kappadokiens zerstritten, weswegen der alternde Bischof Gregor von Nazianz seinen Sohn entweder noch in diesem Jahr, spätestens aber dann 360 zurückrief und ihn baldmöglichst zum Priester weihte (361 oder 362), um einen Gehilfen zu haben. Doch darauf war Gregor der Theologe noch nicht vorbereitet, so dass er erneut zu Basilios floh. Nach drei Monaten hatte er seine inneren Zweifel überwunden und kehrte auch auf den Rat seines Freundes zurück nach Nazianz, um seine alternden Eltern zu unterstützen.

Gregor versuchte, in verschiedenen Konflikten zu vermitteln, nicht nur zwischen Anhängern des Arianismus und seinem Vater, sondern auch zwischen diesem und den Mönchen. Auch in der Verwaltung gab es Streitigkeiten wie die um die Höhe der Steuern.

In diese Jahre fallen die Versuche des Julian Apostata, eine heidnische Reichsreligion einzuführen. Gregor der Theologe antwortet ihm daraufhin in einer ganzen Reihe von Briefen und Gedichten.

Bischof von Sasima

Im Jahre 370 wurde Basilius der Grosse trotz einer starken arianischen Opposition zum Metropoliten von Caesarea gewählt, nachdem er zuvor seinen Freund Gregor den Theologen für dieses Amt vorgeschlagen hatte. Ohne die Unterstützung des alten Bischofs Gregor von Nazianz, der sich hierfür in einer Sänfte in die kappadokische Hauptstadt tragen ließ, wäre die Wahl kaum noch zustande gekommen. Selbst die Provinzregierung dieser Metropole von damals fast einer halben Million Einwohnern war arianisch gesinnt. Unter der Aufsicht des Metropoliten standen seinerzeit etwa 50 Bischöfe.

Im Jahre 371 zeigte sich der arianisch gesinnte Kaiser Valens fest entschlossen, alle trinitarischen Bischöfe abzusetzen. Als es ihm bei Basilios nicht gelang, verkleinerte er dessen Einflussgebiet durch die Teilung Kappadokiens im Jahre 372. Basilius antwortete mit der Weihe seines Bruders Gregor von Nyssa und seines Freundes Gregor dem Theologen zu Bischöfen.

Gregor der Theologe wurde Bischof von Sasima. Die Lage von Sasima ist heute nicht mehr eindeutig bekannt. Favorisiert werden Zamzama oder Hasaköy in Kappadokien. Es sind außer Gregor dem Theologen nur noch drei weitere Nachfolger erwähnt: Ambrosius (458), Eleusios (6./7. Jahrhundert) und Konstantin (787). Dieses Bistum ist dennoch seit 1909 ein Titularbistum der römisch-katholischen Kirche (Dioecesis Sasimensis).

Metropolit von Konstantinopel

Auf Bitten der Christen und überzeugt vom Hl. Basilios übernahm er im Jahre 380 die erzbischöfliche Kathedra von Konstantinopel. Dort sammelte er durch seine Predigten sogar Häretiker, Heiden und Juden um sich. Die Arianer aber verfolgten den Heiligen mit Spott und wiegelten das Volk gegen ihn auf. Doch der Heilige Gregor, ein eifriger Kämpfer für die Orthodoxie, ertrug alles mit Ruhe und Geduld.

Zweites Ökumenisches Konzil

Auf dem 2. Ökumenischen Konzil wurde der Hl. Gregor zum Vorsitzenden erwählt. Als einige Bischöfe seine Amtsführung bekämpften, bat er aus Friedensliebe um die Entlassung aus dem Patriarchenamt.

Rückzug auf sein Landgut

Den Rest seines Lebens verbrachte er in seiner Heimat, wobei er sich stets um die kirchlichen Angelegenheiten kümmerte und die Häretiker (wie Arianer) in seinen Schriften bekämpfte. Wegen seiner berühmten theologischen Werke wurde er von der Kirche mit dem Beinamen "der Theologe" geehrt.

Tod

Der Heilige starb im Jahre 390, der Überlieferung nach am 25. Januar. Dieser Tag wurde sein Gedenktag.

Weblinks