Gottesmutterikone von Iveron

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Orthodoxes Glaubensbuch - Gottesmutterikone von Iveron (Iwerskaja)

Gedenktage: 12. Februar, Dienstag der Lichten (Osterwoche), 13. Oktober (Überführung nach Moskau)

Auf der Iwerskaja-Ikone der Muttergottes hält die Allheilige Gottesgebärerin das Kind auf dem linken Arm; die rechte Hand weist im Gebet auf den Erlöser. Der Kopf des Erlösers ist erhoben, und sein Gesicht ist ein wenig der Gottesmutter zugewandt, die Ihm ihr Haupt zuneigt. Auf der rechten Wange der Gottesmutter ist eine Wunde dargestellt, aus der Blut fließt. Sie ist das Merkmal, an dem man die Iwerskaja erkennen kann.

Die Geschichte dieses heiligen Bildes ist folgende: Eine fromme Witwe, die nahe der Stadt Nikaia wohnte, die unweit von Konstantinopel liegt, hatte eine wundertätige Ikone der Gottesmutter. Es war dies im IX. Jahrhundert, zur Zeit der ikonoklastischen Häresie und der grausamen Verfolgung der Ikonenverehrer. Einmal drangen in das Haus dieser Frau Soldaten des ikonoklastischen Kaisers Theophilos ein, welche die Ikone holen und vernichten sollten. Die Witwe flehte sie an, bis zum nächsten Tag zu warten. Aber einer der Soldaten, von dämonischer Bosheit getrieben, schlug mit seinem Speer in das Gesicht der Gottesmutter. Aus der verletzten Stelle auf der Ikone floss wie aus einem lebendigen Körper Blut.

Da die Witwe die wundertätige Ikone vor weiterer Lästerung schützen wollte, warf sie sie ins Meer. Die Ikone begann aufrecht stehend auf den Wellen zu schwimmen, als ob sie jemand halten würde. Der Sohn der frommen Frau, der Zeuge dieser Ereignisse geworden war und später Mönch auf dem Berg Athos wurde, erzählte den Athosmönchen über die Ikone, die von seiner Mutter dem Meer übergeben worden war.

Danach verflossen viele Jahre. Eines Tages bemerkten die Mönche des Iveron-Klosters auf dem Athos im Meer eine Feuersäule, die bis zum Himmel reichte und über einer Muttergottesikone stand. Nach inständigem Gebet der Mönche erschien die Mutter Gottes dem greisen Mönch Gabriel im Traum und trug ihm auf, über das Meer zu gehen, um die Ikone zu holen. Der alte Mönch erfüllte mit festem Glauben den Auftrag der Gebieterin, und nachdem er ohne Angst über das Wasser wie über festes Land geschritten war, nahm er das wundertätige Bild in seine Hände. Die Mönche des Iveron-Klosters empfingen die heilige Ikone mit Freude und Ehrerbietung und brachten sie in die Kirche. Aber am nächsten Tag sahen sie, dass sich die Ikone nicht in der Kirche, sondern über dem Klostertor befand. Die Mönche brachten die Ikone in die Kirche zurück, aber am nächsten Morgen befand sie sich wieder am gleichen Platz über dem Klostertor. Das wiederholte sich einige Male, bis die Allheilige Gottesmutter dem ehrwürdigen Gabriel ihren Willen kundtat. Sie sagte, dass sie nicht von den Mönchen beschützt werden wolle, sondern selbst deren Beschützerin werde, nicht nur im irdischen, sondern auch im ewigen Leben.

Über dem Klostertor wurde eine Kirche zu Ehren der Gottesgebärerin erbaut, und die wundertätige Ikone wurde dort aufgestellt, wo sie sich bis heute befindet. Seit jener Zeit heißt die Ikone Iwerskaja.

Die Geschichte des Iveron-Klosters kennt viele Begebenheiten der wunderbaren Hilfe der Mutter Gottes: Befreiung von Barbaren, Vermehrung von Weizen-, Wein- und Ölvorräten und Heilung von Kranken. Die Kunde von der wundertätigen Ikone erreichte auch Russland. Der Archimandrit des Novospasskij-Klosters, Nikon (der spätere Patriarch), wandte sich an den Archimandriten des Iveron-Klosters, der damals in Moskau weilte, mit der Bitte, eine Kopie des wundertätigen Bildes nach Russland zu schicken. Der Athosmönch Iamvlich Romanov malte eine Kopie, und am 14. Oktober 1648 wurde dieses Bild nach Moskau gebracht. Diese Ikone wurde, wie auch andere Kopien der Iwerskaja, durch zahlreiche Wunder bekannt.

Das Fest zu Ehren der Muttergottesikone Iwerskaja wird dreimal im Jahr begangen, und zwar am 25. (12.) Februar, am 26. (13.) Oktober und am Dienstag der Lichten (Oster-) Woche.


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