Galakteon und Epistemis, Hll. Märtyrer

Aus Orthpedia
Wechseln zu: Navigation, Suche
Galakteon und Epistemis.jpg


Die Märtyrer Galakteon und Epistemis aus Emesa

Gedenktag: 5. November

In der syrischen Stadt Emesa lebte einst ein reiches und vortreffliches Paar, genannt Kletophon und Leukippe, das lange kinderlos geblieben war. Sie hatten den heidnischen Priestern viel Gold gegeben; dennoch waren sie kinderlos geblieben.

Die Stadt Emesa wurde von einem Syrer namens Secundus regiert, der vom römischen Kaiser eingesetzt worden und ein gnadenloser und eifriger Verfolger der Christen war. Um sie einzuschüchtern, befahl er, seine Folterinstrumente auf den Straßen herumzuzeigen. Schon der bloße Verdacht, der "Sekte des Galiläers" (so wurde das Christentum von den Heiden genannt) anzugehören, reichte aus, um festgenommen und der Folter unterzogen zu werden; und trotzdem begaben sich viele Christen freiwillig in die Hände der Scharfrichter, in dem Wunsch, für Christus zu leiden.

Ein alter Mann namens Onuphrius, der seine klösterliche und priesterliche Würde unter den Lumpen eines Bettlers verbarg, ging in Emesa von Haus zu Haus und bat um Almosen; und wann immer er die Möglichkeit sah, Leute von ihrem heidnischen Irrglauben abzubringen, predigte er über Christus.

Als er einmal auch zu dem großartigen Anwesen von Leukippe kam und Almosen von ihr annahm, bemerkte er, dass sie Kummer hatte, und fragte, was die Ursache ihres Schwermuts sei. Sie erzählte dem Alten von ihrem Unglück. Da erzählte ihr Onuphrius über den einen, wahren Gott, seine Allmacht und Gnade, und wie Er stets das Gebet derjenigen erhört, die sich Ihm im Glauben zuwenden. Hoffnung erfüllte die Seele von Leukippe, und sie begann zu glauben und ließ sich taufen. Bald danach wurde ihr in einem Traum offenbart, dass sie einen Sohn zur Welt bringen würde, der ein wahrer Anhänger Christi werden solle. Zuerst verbarg Leukippe ihre Freude vor ihrem Mann; nachdem der Säugling aber geboren war, offenbarte sie ihrem Mann das Geheimnis und überzeugte so auch ihn, sich taufen zu lassen.

Das Kind wurde Galakteon genannt, und seine Eltern erzogen es im Glauben an Christus und ließen ihm eine sehr gute Ausbildung zukommen. Er hätte eine große Karriere machen können; aber Galakteon entschied sich für ein unbeflecktes klösterliches Leben in Einsamkeit und Gebet.

Als Galakteon 24 Jahre alt war, beschloss sein Vater, ihn zu verheiraten. Sie fanden eine Braut, ein schönes Mädchen namens Epistemis aus guter Familie. Der Sohn wollte sich dem Willen seines Vaters fügen; aber durch Gottes Wille wurde die Hochzeit für einige Zeit verschoben. Allmählich offenbarte Galakteon seiner Verlobten seinen Glauben, und schließlich bekehrte er sie zu Christus und taufte sie heimlich selbst.

Auch einen ihrer Diener, Eutolmius, taufte er, und die Neuerleuchteten beschlossen auf Galakteons Betreiben, sich dem klösterlichen Leben zu widmen. Sie verließen die Stadt und begaben sich zum Berg Publion, wo es zwei Klöster gab - eines für Männer und eines für Frauen. Die Klosternovizen mussten alle Notwendigkeiten des täglichen Lebens mitbringen, da die Bewohner beider Klöster alt und schwach waren.

Einige Jahre lang mühten sie sich im Kloster mit Arbeit, Fasten und Gebet. Eines Tages hatte Epistemis im Traum eine Vision: Sie stand mit Galakteon in einem herrlichen Palast vor einem leuchtenden König, der ihnen goldene Kronen aufsetzte. Dies war ein Vorzeichen ihres bevorstehenden Martyriums.

Die Heiden hatten von der Existenz der Kloster erfahren, und ein militärischer Trupp Soldaten wurde entsandt, um die Bewohner zu verhaften. Aber die Mönche und Nonnen verbargen sich in den Hügeln. Galakteon jedoch wollte nicht fliehen; er blieb in seiner Zelle und las in der Heiligen Schrift. Als Epistemis sah, dass die Soldaten Galakteon in Ketten abführten, flehte sie ihre Äbtissin an, mit ihrem Verlobten und Lehrer gemeinsam die Qualen für Christus erleiden zu dürfen. Die Äbtissin segnete Epistemis unter Tränen und ließ sie ziehen.

Die Heiligen erlitten schreckliche Qualen, wobei sie aber Christus anriefen und priesen. Hände und Beine wurden ihnen abgehauen und die Zungen herausgeschnitten; schließlich wurden sie enthauptet. Beide wurden mit dem Schwert enthauptet. Dies geschah im Jahre 253.

Eutolmius, der frühere Diener von Epistemis, der ihr Bruder in Christus und Mitasket im klösterlichen Kampf geworden war, begrub heimlich die Körper der heiligen Märtyrer. Er schrieb später für seine Zeitgenossen und die Nachwelt eine Aufzeichnung ihres tugendhaften Lebens und ihres ruhmvollen Martyriums.