Florian von Lorch

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Das Martyrium des Florian, um 1530, Galleria degli Uffizi in Florenz
Verurteilung des hl. Florian. Detail des Florianstors der Laurentius-Basilika in Lorch
Der Steintrog im Hochaltar der St. Laurenz-Basilika und der Plexiglas-Sarg als Innensarg des Steintroges mit den Reliquien.Der Bronzedeckel des Steintrogs trägt die Inschrift: "OSSA SS. MARTYRUM LAUREACENSIUM DENUO SUO LOCO CONDITA 1968", "Gebeine der heiligen Märtyrer von Lorch, abermals an ihrem Ort verwahrt 1968".

Der Heilige Florian (* 3. Jahrhundert, vermutl. in Cannabiaca, wohl heute Zeiselmauer bei Tulln in Österreich; † 4. Mai 304 in Lauriacum, dem heutigen Lorch in Enns, Oberösterreich) war Offizier der römischen Armee. Sein Gedenktag ist der 4. Mai, die Übertragung seiner Gebeine wird gefeiert am 28. April und 2. November.

Leben

Der Hl. Florian lebte um das Jahr 304 zur Zeit der diokletianischen Christenverfolgung, als ehemaliger Soldat, auf Grund seiner vornehmen Herkunft, im Range eines Kanzleivorstand in Cetium, dem heutigen St. Pölten. Damals wie heute, mussten die Christen verschiedene Kämpfe bestehen, die sie von den Tyrannen mit gottergebener Geisteshaltung ertrugen. Dadurch erhielten sie Anteil an den Verheißungen Christi, nach welchen derjenige, der mit Christus leidet, auch mit ihm verherrlicht wird. Diejenigen, die sich den Prüfungen nicht gewachsen fühlten, versteckten sich damals in den Bergen oder in Felsenhöhlen und versuchten sich so vor den üblen Strafen in diesem Leben zu retten. Als das Verbot der Ausübung des christlichen Glaubens von Kaiser Diokletian erging, begab sich dessen Statthalter Aquilinus in das Lager Lauriacum, das heutigen Lorch, und begann energisch nach Christen zu suchen. Bald hatte man Vierzig Heilige ergriffen und nach vielen Foltern, die sie alle siegreich zum Ruhme Christi bestanden, in den Kerker geworfen.

Gefangennahme

Als der Hl. Florian von diesen Vorgängen in Lauriacum erfuhr, sagte er, obwohl er in Cetium wohnte, zu den Seinen: "Ich muss nach Lauriacum zum Statthalter gehen und dort für Christi Namen verschiedene Martern auf mich nehmen." Damit nahm er Abschied von den Seinen und machte sich auf den Weg. Als er bereits in die Nähe des Lagers Lauriacum gekommen war und eine Brücke, die über den Fluss führte, wie gewohnt betreten hatte, traf er auf eine Militärkolonne, die aus seinen früheren Kameraden bestand und die ausgeschickt waren, um nach Christen zu suchen. Er fragte sie wohin sie gingen und sie antworteten ihm: "Hast du denn nicht von den Vorschriften des Kaisers gehört, die zum Statthalter gelangt sind? Darin befehlen sie allen Menschen, den Göttern zu opfern. Wer sich aber weigert, soll nach verschiedenen Foltern umkommen." Als der selige Florian dies hörte, sagte er: "Brüder und Kameraden, was sucht ihr noch andere, denn auch ich bin ein Christ! Geht also und meldet dem Statthalter, dass ich Christ bin und dass ich hier bin." Jene aber führten ihn gefangen zum Statthalter und sprachen: "Was suchen wir noch andere, denn auch Florian, unser Kanzleivorstand, bekennt sich als Christ." Da sprach der Statthalter zu ihm: "Florian, was sagt man da von dir? Komm, opfere den Göttern, wie ich und deine Kameraden, damit du mit uns lebst und nicht nach den Verordnungen der Kaiser mit den Verächtern bestraft wirst." Der selige Florian aber antwortete: "Das werde ich nicht tun, du aber handle wie dir befohlen ist." Da wurde der Statthalter zornig und befahl Gewalt anzuwenden, damit er unter Zwang opfere. Der selige Florian aber erhob seine Stimme zum Herrn und sprach: "Mein Herr und mein Gott, auf Dich habe ich gehofft und Dich kann ich nicht verleugnen, sondern Dein Streiter bin ich und Dir bringe ich das Opfer des Lobes dar. Deine Rechte schütze mich, denn gepriesen sei Dein Name im Himmel und auf Erden. Herr, gib mir die Kraft durchzuhalten und nimm mich auf in die Schar Deiner heiligen Streiter, die sich vor mir zu Deinem heiligen Namen bekannt haben. Herr lege mir das weiße Gewand Deiner Stärke an und festige mich in Deinem Heiligen Geist. Lass auch nicht zu, dass ich vom Teufel niedergerungen werde, sondern sei mir Führer auf dem Weg der Gerechtigkeit und festige mich in Deiner Kraft, damit ich Dich rühme und Dir lobsinge, der Du gepriesen bist in Ewigkeit. Amen."

Martyrium

Als der Statthalter das hörte, verlachte er ihn und sagte: "Was redest du da für dummes Zeug und verspottest die Verordnungen der Kaiser? Opfere den Göttern!" Der selige Florian aber entgegnete: "Auch als ich noch den irdischen Kriegsdienst leistete, habe ich doch heimlich meinen Gott verehrt und von Ihm konnte mich auch der Teufel nicht trennen. Du hast zwar Gewalt über meinen Körper, meine Seele aber kannst du nicht berühren, denn nur Gott hat Gewalt über sie. Bis heute habe ich mich den Befehlen der Richter gebeugt, ich war gehorsam wie es sich für einen Soldaten gebührt. Dazu aber kann mich keiner überreden, dass ich den Dämonen opfere, denn sie verdienen es nicht. Ich bete keine Hirngespinste an." Da befiel den Statthalter blinde Wut und er befahl, ihn mit Knüppel zu schlagen. Der selige Florian aber sprach: "Tobe nur soweit du Macht hast über meinen Leib, das habe ich dir ja schon zugestanden. Wenn du aber wissen willst, wie wenig ich deine Foltern fürchte, dann lass einen Scheiterhaufen anzünden, und ich werde ihn im Namen meines Herrn besteigen." Die Soldaten aber fingen an, ihn zu schlagen, und währen er noch geschlagen wurde, sprach der Statthalter zu ihm: "Florian, opfere den Göttern und befreie dich dadurch von den Folterqualen." Der selige Florian aber antwortete: "Meinem Herrn und Gott Jesus Christus bringe ich das reine Opfer. Er hat mich für würdig befunden, mich in dieser Stunde zu geleiten und Er hat mich in diesen Jubel versetzt, der mich jetzt erfüllt." Nach diesen Worten des heiligen Mannes, ließ ihn der Statthalter wiederum schlagen. Unter Schlägen aber sang der selige Florian mit so heiterer Miene, als sei er in einem Zustand großer Freude und Verzückung. Da befahl der Statthalter, man solle seine Schultern mit scharfen Eisen brechen. So geschah es und der selige Florian pries Gott noch mehr und bekannte sich immer wieder als Christ. Als sich der Statthalter gänzlich besiegt sah, sprach er das Urteil über ihn und bestimmte, dass man ihn zum Ennsfluss führen und dort von der Brücke hinabstoßen solle. Auf Befehl des Statthalters brachten ihn die Soldaten also am 4. Mai dorthin. Nach diesem Urteilsspruch ging der selige Florian freudig und jubelnd in das ewige Leben, das der Herr denen verheißen hat, die ihn lieben. Und auch als er dort angelangt war, wo sie ihn hinunterstoßen mussten, war er immer noch so heiter, als würde er zum Bade geführt. Sie befestigten einen großen Stein an seinen Hals, er aber bat die Soldaten, die ihn festhielten, um die Erlaubnis, zum Herrn beten zu dürfen. Und mit zum Himmel emporgehobenen Händen stand der selige Florian gegen Osten gewendet und sprach: "Herr Jesus Christus nimm meine Seele auf." Und so betete er fast eine Stunde lang, so dass die, welche ihn geführt hatten, Scham empfanden und sich fürchteten, ihn anzurühren. Da kam aber einer voll Wut herbei und sprach zu ihnen: "Was steht ihr da herum und vollzieht nicht den Befehl des Statthalters?" Mit diesen Worten stieß er ihn von der Brücke in die Enns und sogleich brachen die Augen dessen, der ihn von der Brücke herunter gestürzt hatte, wie alle Umherstehenden es gesehen haben.

Wunder

Als der Fluss den Märtyrer Christi aufgenommen hatte, geriet er wie von Furcht ergriffen in größere Bewegung, und mit gewaltigen Wogen legte er den Leichnam auf einem emporragenden Felsen an einem bestimmten Ort nieder. Da kam auf göttliches Geheiß ein Adler geflogen und beschützte ihn mit in Kreuzform ausgebreiteten Schwingen. Da offenbarte sich der selige Florian einer Frau, die von Herzen Gott ergeben war, damit sie ihn an einem geheimen Ort in der Erde bestatte; und er bezeichnete mit genauen Angaben den Ort, wo sie ihn finden könne und wo sie ihn bestatten solle. Nach dieser Offenbarung spannte die Frau ihre Zugtiere ein, eilte zum Fluss, suchte den Leichnam und fand ihn. Aber aus Furcht vor den Heiden verbarg sie ihn unter Reisig und Laubwerk und tat so, als sei sie unterwegs, um ihr Gärtchen einzufrieden. Sie führte ihn aber zu dem Ort, den er ihr bestimmt hatte, und unterwegs geschah es, dass die Tiere in der Hitze vor Durst müde wurden. Sie blieben stehen und wollten keinen Schritt weiter gehen. Da betete die Frau bangen Mutes zum Herrn, Er möge ihr in Seiner göttlichen Barmherzigkeit zu Hilfe kommen, und sogleich brach an demselben Ort eine sprudelnde Quelle hervor, die zum Zeugnis ihrer Verdienste bis heute andauert. Und so gelangten die gestärkten Tiere zu dem Ort, den der selige Florian bezeichnet hatte und konnten sich nicht weiterbewegen. Dort bestattete ihn die Frau in der Erde. Wegen der drohenden und sehr grausamen Verfolgung, tat sie dies heimlich und mit Hast. An diesem Ort geschehen Heilungen durch die Gnade, die ihm von Gott übergeben worden ist. Dämonen werden ausgetrieben, Fiebernde geheilt und alle Kranken, die in echtem Vertrauen hoffen, werden Barmherzigkeit erlangen. Während dieser Ereignisse aber sind die 40 Bekenner, von denen oben die Rede war, im Kerker gestorben. Dies alles aber geschah in Ufernoricum im Ort Lauriacum, in einer Zeit, als Diokletian und Maximian als Christenverfolger wüteten, als Aquilinus die Geschäfte als Statthalter führte, unter der Herrschaft unseres Herrn Jesus Christus, dem Lob und Preis ist in die Ewigkeit der Ewigkeit. Amen.

Reliquien

Im Jahre 1900 fand man bei Renovierungsarbeiten im Kirchenraum mit Leinen umwickelte Gebeine von wenigstens 31 Menschen, Männern und Frauen, die vermutlich zu Beginn des 4. Jahrhunderts gelebt haben, dabei wurde auch ein Sargdeckel entdeckt, der zusammen mit den Leinentüchern in das 4. Jahrhundert datiert wurde.

Textnachweis

Dieser Text stammt aus: "Orthodoxe Heiligenleben", Vorabdruck im Internet, S.13ff Scan des Kapitels über den Hl. Florian. Mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber.

Literatur

  • Johannes Hollnsteiner: Florian. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 5, Duncker & Humblot, Berlin 1961, ISBN 3-428-00186-9, S. 254 f.

Weblinks