Erster Brief des Petrus

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Orthodoxes Glaubensbuch - Der erste Brief des Petrus

Simon Petrus, der Sohn des Jona, der Verfasser dieses Briefes, wurde in der Stadt Betsaida geboren, die am Ufer des Sees Gennesaret lag. Zusammen mit seinem Bruder Andreas übersiedelte er nach Kafarnaum, er heiratete dort und lebte im Haus seiner Schwiegermutter. Simon war Fischer. In Kafarnaum war er mit der Familie des Fischers Zebedäus befreundet, besonders mit dessen beiden Söhnen Jakobus und Johannes. Sie gingen zu viert zum Jordan, um die Predigt Johannes des Täufers zu hören. Dort sahen sie Jesus zum ersten Mal. Von Ihm bekam Simon den neuen Namen Kephas, was Fels oder Stein bedeutet. Im Griechischen lautet dieser Name “Petros”. Simon wurde ein Jünger Christi. In den Aufzählungen der zwölf Apostel wird Petrus immer als erster genannt. Er folgte dem Herrn überall nach und war Zeuge Seiner Wunder, Seiner Taten und Seiner Predigt. Petrus war der Einzige, der versuchte, den Herrn zu verteidigen, als Ihn die Wache gefangen nahm, und folgte ihr zum Haus des Hohenpriesters. Als die Diener Petrus erkannten, verleugnete er den Herrn aus Angst, was er danach bereute und worüber er sein ganzes Leben weinte. Petrus erschien der auferstandene Christus als Erstem und gab in seiner Person den Aposteln den Auftrag, Seine Schafe zu weiden, d. h. für die Mitglieder der Kirche Christi Sorge zu tragen. Petrus predigte nach der Herabkunft des Heiligen Geistes vor dem Volk in Jerusalem, heilte im Namen des Herrn Kranke und wurde für den Glauben verfolgt. Er taufte den ersten Heiden und nahm ihn in die Kirche auf, die bis dahin nur aus getauften Juden bestand.

Im Jahre 44 wurde Petrus auf Befehl des Königs Agrippa I. verhaftet, danach aber auf wunderbare Weise errettet. Darauf verließ Petrus Jerusalem, zog durch Samarien und predigte in Kleinasien und Antiochien. Im Jahre 49 nahm Petrus am Apostelkonzil in Jerusalem teil.

Gegen Ende seines Lebens kam Petrus nach Rom. Dort wurde er zur Zeit der Verfolgung durch den Kaiser Nero im Jahre 64 (oder 67) gekreuzigt. Damals erlitten auch viele andere Christen den Märtyrertod. Petrus wurde unweit der Stelle seiner Kreuzigung begraben, auf dem Vatikan-Hügel in Rom.

Der Brief des Apostels Petrus wurde – wie auch der Brief des Apostels Jakobus – von jemandem geschrieben, der die griechische Sprache gut kannte und der bei den Zitaten aus dem Alten Testament die griechische Übersetzung der Septuaginta benutzte.

Dem Apostel Petrus half Silvanus (oder Silas, vgl. 1 Petr 5, 12), ein guter Kenner der griechischen Sprache. Er schrieb die Gedanken des Apostels auf. Der Brief wurde aus “Babylon” geschrieben, obwohl sich Petrus dort wohl niemals aufgehalten hat. Petrus bezeichnete damit wahrscheinlich Rom als Zentrum des Heidentums. Auch in der Offenbarung des Apostels Johannes, im Buch Esra und im Buch des Propheten Baruch wird Rom “Babylon” genannt. Rom ist gleichsam Erbe der frevelhaften heidnischen Stadt Babylon.

Der erste Brief des Petrus ist an die Christen von Kleinasien adressiert, die in jener Zeit viele Prüfungen erlitten und für ihren Glauben hart verfolgt wurden. Der Apostel ermutigt die Brüder und erinnert sie daran, dass auch Christus Leiden ertragen hat. Dabei spricht er auch über das Gericht des Herrn. Petrus lehrt, wie die Gläubigen zu leben haben und dass sie berufen sind, über ihren Glauben mit den Menschen ihrer Umgebung zu sprechen.


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