Diptychon

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Ikone in Form eines Diptychons
Jahresdiptychon der entschlafenen obersten Personen der Romanow-Dynastie und der entschlafenen Eltern der Heiligen Gerechten Gottes

Das Wort Diptychon (Plural Diptycha bzw. eingedeutscht Diptychen; vom altgriechischen Adjektiv δίπτυχος díptychos ‚doppelt gefaltet‘) bezeichnet ursprünglich zwei mit einem Scharnier verbundene Tafeln. In der Kirche bezeichnet es auch liturgische Namenslisten von hochgestellten Kirchenmitgliedern.

Ikonen

Ein Diptychon ist eine zweiteilige Ikone, die (z.B. zum Schutz auf Reisen) zusammengeklappt und zur Verehrung wieder aufgeklappt werden kann. Es wird auch als “Reiseikone” bezeichnet. Meist zeigen die beiden Teile den Erlöser (Christus) und die Gottesgebärerin (Theotokos).

Namenslisten

Als Diptychon wird auch eine Liste von Namen Lebender und Verstorbener bezeichnet, derer die Gemeinde während des Gottesdienstes gedenkt. Die Lebenden werden auf der einen Seite aufgelistet, die Verstorbenen auf der anderen. Wenn einer der Aufgelisteten stirbt, wird sein Name auf der einen Seite durchgestrichen und auf der anderen Seite hinzugefügt. Heute wird diese Liste meist eher in einem Notizbuch geführt.


Primaslisten

Als Diptychon wird auch die Namensliste bezeichnet, die von einer autokephalen Kirche verwendet wird, um der Primasse aller autokephaler Kirchen in der Welt zu gedenken. Die Namen werden bei der Liturgie vom Diakon verlesen (und vom Chor wiederholt), allerdings nur auf einem Hierarchen-Gottesdienst, der von einem Patriarchen oder Oberhaupt der autokephalen Kirche geleitet wird.

Die Redewendung einen Bischofsnamen in die Diptychen einschreiben bedeutet, dass die Kirche sich mit ihm in Kommunion betrachtet; den Namen eines Bischofs entfernen bedeutet entsprechend, die Kommunion mit ihm aufzuheben.