Die wundertätige Ikone der allheiligen Gottesgebärerin des Kaisers Androkios

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Diese Ikone mit einer seltenen Kopfbilddarstellung der Gottesmutter war die Schutz-Ikone des Rhomäers Androkios III. Palaiologos (* 1296 in Konstantinopel; † 15. Juni 1341 ebenda), von 1328 bis zu seinem Tod Kaiser. Dieser ließ sie in der Hauskapelle des byzantinischen Kaiserpalastes in Konstantinopel aufstellen. Im Streit um den Hesychasmus unterstützte der Kaiser Gregorios Palamas gegen die Angriffe Barlaams von Kalabrien, der schließlich 1341 auf einer Synode, der Androkios vorsaß, verurteilt wurde.

Nach dem Tod des Kaisers kam die Ikone 1347 als Geschenk in das Kloster Monemvasia in der Morea. Die Stadt Monemvasia unterstellte sich 1464 Venedig, das die Stadt bis 1540 gegen die Türken zu halten vermochte. 1690 konnte sie wieder von Venedig zurückerobert werden, fiel aber im Verlauf des Venezianisch-Österreichischen Türkenkrieges 1715 wieder an die Türken. In dieser zweiten türkischen Epoche reduzierte sich die Bevölkerung von 25.000 auf wenige hundert Einwohner.

Als während des griechischen Aufstand von 1821 türkische Truppen diesen Teil Griechenlands vollends verwüsteten, brachte der damalige Vorsteher des Klosters Bischof Agapios von allen Schätzen des Konventes nur diese eine Ikone in Sicherheit und floh mit ihr in die Stadt Patras. Vor seinem Tode vermachte er sie einem Verwandten, dem russischen Generalkonsul Nikolaos Vlasopoulos. Dessen Sohn Alexander sandte die heilige Ikone im Jahre 1839 mit einem Schiff vom Heiligen Berg Athos aus nach Odessa. Von dort aus wurde die Ikone dann entsprechend den Wünschen des Absenders zu Kaiser Nikolaus I. (Nikolaj I Pavlovič, Kaiser 1825 bis 1855) gebracht.

Dieser ließ die heilige Ikone zunächst in der Hauskirche des Winterpalastes aufgestellen. Zu Ostern 1839 waren die Erneuerungsarbeiten am und im Winterpalast abgeschlossen. Dort verblieb sie bis zum Jahre 1877. Dann wurde das Heiligtum in die Dreieinigkeitskirche auf der Petersburger Seite der Neva übertragen. Später kam die Ikone dann in das Kazaner Frauenkloster bei Vysnij Volocek im Gouvernement Tver’. Hier verblieb sie am Anfang der kommunistische Zeit in der Hauptkirche in einem speziell dafür angefertigten Schrein auf der linken Chorseite der Ikonostase. Nach der Schließung des Klosters in den 1920-er Jahren verliert sich die Spur der Original-Ikone. Vermutlich sind die kostbaren Edelmetallbeschläge abgenommen und eingeschmolzen und die Ikone selbst ist dann zerstört worden.

Am unteren Rand der Orginal-Ikone befand sich auch eine Inschrift, die in relativ schlichten und zierlosen griechischen Majuskelbuchstaben (mit einigen Abkürzungen) bekundete, dass dies „DIE HERRIN DES ANDRONIKOS, DES SELBSTHERRSCHERS VON KONSTANTINOPEL, DES PALAIOLOGEN“ sei. Diese Inschrift dürfte allerdings eine jüngere Hinzufügung gewesen sein, denn in byzantinischer wie früher nachbyzantinischer Zeit wäre der Kaiser niemals als Herrscher „von Konstantinopel“, sondern „der Römer“ bezeichnet worden. Die Formulierung der Inschrift deutet somit eher auf das 18. oder 19. Jahrhundert hin.

Quelle: https://orthodoxe-katechese.jimdo.com/