Deesis

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Deesis-Mosaik in der Hagia Sophia

Als Deësis wird die mittelalterliche Darstellung des am jüngsten Tag zu Gericht sitzenden Jesus bezeichnet. Jesus zur Seite sitzen Maria auf der linken und Johannes der Täufer auf der rechten Seite. Beide leisten Fürbitte für die zu richtenden Seelen. Die Deësis bildet damit das Kernstück der Ikonostase.

Beschränkt sich die Darstellung der Fürbitte auf diese drei zentralen Figuren, spricht man von einer kleinen Deësis. In einer großen Deësis wird die Kerngruppe von weiteren Heiligen und Engeln in bittender Haltung flankiert.

Ursprünglich in Byzanz entstanden, sind Deësis-Darstellungen seit dem 11. Jahrhundert bekannt und verbreitet.

Bekannte Werke sind z. B. das Deësis-Mosaik in der Hagia Sophia oder das Fresko des Theophanes Strelitzas in Karyes auf Athos.

Orthodoxes Glaubensbuch - Darstellung der Mutter Gottes in der Deesis-Reihe

In der Deesisreihe der Ikonostase wird die Gottesmutter gewöhnlich in voller Größe dargestellt, sie trägt ein langes Gewand, und ihr Haupt ist bedeckt. Ihre Gestalt ist nach links gewandt, zu Christus, der den Mittelpunkt bildet; ihre Hände sind bittend zum Herrn ausgestreckt. Die Ikone der Gottesmutter selbst ist links vom Zentrum angebracht, wenn man zur Ikonostase blickt. Maria bittet ihren Sohn und Gott für das Menschengeschlecht.

Die Darstellungen der Mutter Gottes in den alten Deesisreihen der Mariä-Verkündigungs-Kathedrale im Moskauer Kreml, in der Mariä-Entschlafungs-Kathedrale in Vladimir und in der Mariä-Geburt-Kirche im Ferapontov-Kloster in der Nähe des Kirillov-Klosters wurden von den besten Ikonenmalern der Alten Rus’ Feofan Grek, Andrej Rublev und Dionisij gemalt.

Eine der ältesten russischen Darstellungen der Gottesmutter in der Deesisreihe ist jene mit drei bis zur Taille gemalten Figuren vom Ende des XII./ Anfang des XIII. Jahrhunderts in der Mariä-Entschlafungs-Kathedrale im Moskauer Kreml, wo die Ikone ihren Platz über den Reliquien des heiligen Metropoliten Filipp hat.


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