Boris Kholtschew

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Archimandrit Boris (Kholtschew)
Hl. Mönch Nektarius von Optina, geistlicher Vater von Archimandrit Boris
Gemeinde zu Ehren des Hl. Nikolaus in Klenniki
Hl. Gerechter Vater Alexios Metschow, einer der geistlichen Lehrer von Vater Boris
Hl. Neumärtyrer Sergius Metschow, einer der geistlichen Lehrer von Vater Boris
Mariä-Entschlafen-Kathedrale in Taschkent


Archimandrit Boris (Kholtschew) (russ.: Борис (Холчев), 1895–1971) war ein orthodoxer Glaubenzeuge und geistlicher Vorkämpfer der Neuesten Zeit. Seit 1916 war er Jünger des Ehrwürdigen Nektarios (Nektarij), einem Asketen und Starzen der Optina-Einsiedelei (1988 heilig gesprochen). Während seines Studiums an der historisch-philologischen Fakultät der Moskauer Universität war er ständiges und treues Mitglied der Gemeinde zu Ehren des Hl. Nikolaus in Klenniki, wo er vom Gerechten Vater Alexios (Alexij) Metschow (2000 heilig gesprochen) und später auch von dessen Sohn, Neumärtyrer Vater Sergius (Sergij) Metschow, geistlich betreut wurde.

Nachdem er 1920 sein Studium absolviert hatte, unterrichtete er Psychologie und Logik im Pädagogischen Institut der Stadt Orjol, wo er geboren worden war. Im Jahre 1922 wurde er im Laufe der antikirchlichen Regierungskampagne wegen Konfiszierung kirchlicher Wertgegenstände verhaftet, aber aus Mangel an Beweisen bald freigelassen. Danach kehrte er nach Moskau zurück, wo er in dem von Professor G. I. Tschelpanow neu gegründeten Ersten Psychologischen Hilfsinstitut für geistig behinderte Kinder arbeitete, wo er sich mit wissenschaftlicher Arbeit im Bereich der experimentellen Psychologie befasste. 1927 verzichtete er, mit dem Segen seines geistlichen Vaters, dem Starzen Nektarios, auf die Verteidigung seiner Doktorarbeit. Im selben Jahr wurde er zum Diakon geweiht. Seit Juli 1928 diente er als Priester der Moskauer Gemeinde zu Ehren des Hl. Nikolaus in Klenniki. 1931 wurde er verhaftet und als angeblicher Organisator einer „aus Personen des religiösen Kultes bestehenden antisowjetischen Einrichtung“ zu fünf Jahren Haft verurteilt. Nach seiner Freilassung zelebrierte er zu Hause göttliche Liturgien, nahm Beichten ab und betreute seine geistlichen Kinder und Nächsten als Seelsorger. Seit Mitte der 1940er Jahre, nachdem Vater Boris die Legitimität der kürzlich wieder errichteten Moskauer Patriarchie anerkannt hatte, wurde ihm offiziell erlaubt, als Priester in Mittelasien zu dienen. Seit 1949 war er Vorsteher der Hl.-Sergius-Kirche zu Fergana, und seit 1953 diente er in der Mariä-Entschlafen-Kathedrale in Taschkent. 1955 wurde er zum Mönch geweiht und im selben Jahr in die Würde des Archimandriten erhoben und zum Vorsteher der Kathedrale ordiniert. Seine durch die Kirchenverwaltung gewünsche Weihe zum Bischof wurde durch die sowjetische Regierung verhindert. 1957 wurde er (wegen fortschreitender Blindheit) vom Amt des Kirchenvorstehers entbunden und zum Beichtvater der Diözese ordiniert. Trotz seiner Krankheiten blieb er im Klerus der Kathedrale und zelebrierte bis zum Ende seines Lebens.

Vater Boris war in der Gemeinde hoch angesehen. Seine Zeitgenossen erinnerten sich an seine besondere Gabe, die Menschencharaktere tief zu verstehen. Er konnte die richtigen Worte finden, die seine Gesprächspartner bis ins Innerste der Seele rührten, was bei der Seelsorge, Abnahme der Beichte und Spendung der Taufe besonders wichtig war. So wurde er beauftragt, Erwachsene zu taufen, und tat das nie, ohne den Täuflingen eine tiefgreifende Unterweisung über Sinn und Zweck der Heiligen Taufe zu vermitteln. Sein Buch „Unterweisungen für Täuflinge“ erschien 1991 und wurde seitdem als einer der populärsten Leitfäden mehrmals nachgedruckt.