Besonnener Räuber

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Der besonnene Räuber

Der besonnene Räuber ist jener, der rechts von Jesus am Kreuz litt, die eigene Sündigkeit als Ursache der gerechten Strafe ansah und, von Jesus begnadigt, als erster Mensch nach dem Sündenfall ins Paradies kam.

Der Heilige Lukas (Lk. 23, 39-43) berichtet uns über das Verhalten der zwei Verbrecher, die zusammen mit Jesus gekreuzigt wurden (s. auch Mt. 27,44; Mk. 15,32): Einer aber der gehenkten Übeltäter lästerte ihm und sagte: „Bist du nicht der Christus? Rette dich selbst und uns!“ Der andere aber antwortete und strafte ihn und sprach: „Auch du fürchtest Gott nicht, da du in demselben Gericht bist? Und wir zwar mit Recht, denn wir empfangen, was unsere Taten wert sind; dieser aber hat nichts Ungeziemendes getan.“ Und er sprach zu Jesu: „Gedenke meiner, wenn du in dein Reich kommst!“ Und Jesus sprach zu ihm: „Wahrlich, ich sage dir: Heute wirst du mit mir im Paradiese sein.“

Bedenkenswert ist, dass der erste Mensch, der ins Paradies kam, also nicht einer war, der alles nach dem Gesetz tat und als gerecht und makellos hätte bezeichnet werden können, sondern eben ein Räuber, der durch seine Worte „wir empfangen, was unsere Taten wert sind" die wahre Demut eines Menschen zeigte, der seine Sündhaftigkeit anerkennt und Leiden als deren Folge ansieht und annimmt, anstatt zu murren. Daher wird er als „Besonnener (Wohlverstehender) Räuber" bezeichnet, der richtig handelt (also das tut, was zum Wohle führt). Das Gedenken bedeutet: das Ansprechen des liebenden, zu sich rufenden Gottes, das Gegenliebe voraussetzt oder erweckt.