Athanasios von Brest

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Athanasios von Brest.jpg

Gedenktage: 15. Juni (Synaxis der Weißrussischen Heiligen), 20. Juli (Auffindung der Gebeine), 5. September

Der hl. Athanasios wurde um 1597 in der frommen Familie Filippovitsch in Brest geboren und erhielt eine gute Erziehung und Ausbildung in den Häusern des örtlichen Adels. 1627 verließ er das Haus des litauischen Kanzlers Sapieha, um in das Hl.-Geist-Kloster in Vilna einzutreten, wo er vom Abt Josef zum Mönch geweiht wurde. 1632 wurde er Priester und Verwalter des Dubojnskij-Klosters bei Pinsk. Nach einer Reise nach Moskau, wo er vom Zaren Michail Feodorowitsch reiche Unterstützung für die in der polnisch-litauischen Republik lebenden Orthodoxen erhielt, wurde er 1638 Abt des Simeon-Klosters in Brest. In dieser Eigenschaft überreichte er in Warschau dem König eine Klageschrift über die Lage der Orthodoxen und die Bitte um Beendigung der Union, was ihm von seiten der Unierten zahlreiche Nachstellungen eintrug.

Auf Veranlassung der Machthaber wurde er aus seinem Amt entfernt und dreimal eingekerkert und dann nach Kiew vor ein geistliches Gericht gestellt, das ihn aber rehabilitierte, so dass er in sein Kloster zurückkehren konnte. Zu Beginn des Aufstandes der orthodoxen Kosaken unter Bohdan Chmelnyzkyj gegen die polnische Herrschaft und die Union wurde Athanasios erneut eingekerkert, diesmal in Brest, und des Verrates angeklagt. Nach verschiedenen Folterungen wurde er in der Nacht vom 4. auf den 5. September 1648 erschossen.

Seine Gebeine wurden am 20. Juli 1679 erhoben, sind aber größtenteils bei einem Brand im Jahre 1816 vernichtet worden (Teile befanden sich im Kloster von Lesna). Seine Örtliche Verehrung ist zwar schon relativ rasch danach entstanden, die erste ihm geweihte Kirche aber erst 1893 im Gebiet von Grodno errichtet worden. (© "Gottesdienst zu Ehren aller Heiligen der Rus", Würzburg 1987. S. 70-78)