Artos

Aus Orthpedia
Wechseln zu: Navigation, Suche
Artos.jpg


Zu den alten heiligen Kirchenhandlungen, Gebräuchen und Gepflogenheiten zum heiligen Osterfest in der orthodoxen Kirche gehört die Verwendung des Artos. „Artos“ bedeutet aus dem Griechischen wörtlich übersetzt, Brot (artos, „ungesäuertes Hefebrot“). Der Artos hat die Form einer großen Prosphora, auf deren Oberseite ein Kreuz oder der auferstandene Erlöser selbst abgebildet ist als Zeichen des Sieges Christi über den Tod. Die symbolische Bedeutung des Artos eröffnet sich uns klar aus den Gebeten, die für seine Segnung und seine Zerteilung vorgeschrieben sind. Der Artos versinnbildlicht das Brot des ewigen Lebens, das vom Himmel kam, unseren Herrn Jesus Christus, der uns durch Seine Auferstehung am dritten Tage gespeist hat mit der geistlichen Speise. Aus der Heiligen Schrift ist uns bekannt, dass das Brot im Leben der Kirche eine besondere liturgische Bedeutung hat, die Ihre Kulmination in der Heiligen Eucharistie erreicht.

Die Apostel aßen Brot gemeinsam mit dem Herrn während Seines Erdenlebens und aßen Brot auch nach Seiner Auferstehung von den Toten (Apostelgeschichte 10,41). Wie die Heilige Überlieferung berichtet, pflegten die Apostel nach der Himmelfahrt des Herrn zur Erinnerung daran, dass Er ständig unter Ihnen weilt (Mt 28,20), an ihrem Tische den Platz in der Mitte freizuhalten und vor Ihn ein Stück Brot zu legen. Am Ende der Mahlzeit hoben sie unter Dankgebeten dieses Stück Brot hoch und riefen: "Christus ist auferstanden!" Diesen Brauch erhielten sie und gaben Ihn an ihre Jünger weiter. Die Kirchväter der folgenden Jahrhunderte ordneten ihn, damit er erhalten bliebe, dem Feste der Auferstehung Christi zu. "Wie bei den Aposteln ein Stück Brot für den Erlöser bestimmt war zum Gedenken des auferstandenen Christus, so erinnert in unserer gegenwärtigen Kirche der Artos, der zum Osterfest in der Kirche vor die Augen der Gläubigen gelegt wird, an die unsichtbare Anwesenheit des auferstandenen Christus unter ihnen."

Der Artos wird am ersten Ostertag nach dem Gebet unter dem Ambon am Ende der Liturgie geweiht und liegt zusammen mit der Ikone des Auferstandenen während der Lichten Woche nach dem Osterfest auf einem Tisch neben der Königspforte und wird bei Kreuzumzügen um die Kirche getragen. Am Sonnabend der Lichten Woche zerschneidet man am Ende der Liturgie den Artos unter dafür bestimmten Gebeten und verteilt ihn an die Gläubigen. Im Gebet zur Weihe des Artos, das wir im Trebnik finden, bittet der Priester, den göttlichen Segen auf den Artos erflehend, den Herrn, alle Sorgen zu lindern, die Krankheiten zu heilen und allen, die von diesem Brot essen, Gesundheit zu geben.