Alexios Metschow

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Hl.Gerechter Alexios Metschow
Hl.Gerechter Alexios Metschow
Gemeinde zu Ehren des Hl. Nikolaus in Klenniki
Hl. Neumärtyrer Sergius Metschow

Gedenktag: 9. Juni

Der Hl. Gerechte Vater Alexios (Alexei) Metschow (russ. Алексей Мечев) war Erzpriester der Russischen Orthodoxen Kirche in Moskau und wurde nach dem frühen Tod seiner Frau ein bekannter Starez, der aber nicht im Kloster, sondern mit den Menschen in der Welt lebte.

Leben

Alexios Metschow wurde am 17. März 1859 in Moskau als Sohn eines Chorleiters, der im Dienste von Metropolit Philaret von Moskau stand, geboren. Nach Beendigung der Schule wollte er zunächst Arzt werden, aber seine Mutter wollte, dass er Priester würde. In seiner Jugend sang er im Chor in der Kirche des Gottesmutterikone des Zeichens (Znamenka). Der Gemeindepriester, Vater Georgi, war sehr fordernd und behandelte Alexios oft grausam und schlug ihn sogar. Aber Alexios ertrug alles, weil er sich dachte, dass dieser Priester ihm als Lehrer diente, der Fehler erkennen könne, die er selbst nicht sehe, und ihm so dabei helfe, seine Ichbezogenheit zu bekämpfen.

Im Jahr 1884 verheiratete sich Alexios mit Anna Petrowna Moltschanowa. In den folgenden Jahren bekamen sie sechs Kinder: Alexandra, Sergei, Peter, Olga, Sofia und Anna, von denen Sergei ihm am nähesten stand und später ebenfalls Priester und Neo-Märtyrer wurde.

Am 19. März 1894 wurde Alexios zum Priester geweiht und der Gemeinde des Hl. Nikolaus im Stadtteil Kleniki in Moskau, auf der Maroseika-Straße 5 (unweit der heutigen Metrostation Kitaigorod) zugewiesen. Sein Werdegang begann langsam. Die ersten acht Jahre zelebrierte er die Göttliche Liturgie in einer fast leeren Kirche; und obwohl seine Priesterkollegen ihn nicht zu seiner Pflicht ermutigten, leistete er weiterhin seinen Dienst. Schließlich kamen die Leute doch noch in Scharen zu seinen Liturgien, und Vater Alexios begann auch in Gefängnissen und kleinen Gaststätten Vorlesungen zu halten und auch in der Winkler-Mittelschule für Mädchen religiöse Unterweisungen zu geben.

Anfang des neuen [20.] Jahrhunderts erkrankte Alexios‘ Frau und starb am 29. August 1902. Vater Alexios war voller Trauer und suchte Vater Johannes von Kronstadt auf, um mit ihm über seinen Kummer zu sprechen. Dieser riet ihm: “Gehe zu den Leuten und teile ihren Kummer!”

Vater Alexios nahm sich den Rat von Vater Johannes zu Herzen. Nun war er nicht mehr nur der Vater seiner eigenen Kinder, sondern all jener, die zu ihm kamen; er sah all diese als seine eigene Familie an. Er begann, als “Starez” (“Altvater”) in der Welt zu leben und folgte dem Pfad des Guten Hirten, der nach dem verlorenen Schaf sucht. (Lk. 15:4)

Bruder Alexios war klein von Statur und glatzköpfig und trug einen struppigen Bart. Sein Gesicht war durch tiefliegende, markante Augen geprägt. Seine “Riasa” (Talar) hatte schon bessere Tage gesehen. In seinem kleinen Büro hatte er Unmengen Bücher und Briefe, Prosphora (geweihte Brote) in einer Schale, ein Epitrachelion (Priesterstola), ein Kreuz, und ein Evangelium. Das Durcheinander zeigte, dass der Priester gar keine freie Zeit für sich selbst hatte; immer gab es jemanden, der ihn erwartete. Zu ihm kamen sowohl einfache Leute als auch die Intelligenzia, Arme wie Reiche, Gläubige und Atheisten, Leute mit guten und solche mit bösen Absichten, Orthodoxe und Anderskonfessionelle und sogar Andersgläubige. Vater Alexios hieß alle offen willkommen und sprach ausführlich mit ihnen. Andere warteten derweil im Treppenhaus oder auf dem Hof, der bei Regen ganz überflutet war. Vater Alexios versuchte all diesen Leuten Führung zu bieten und sie auf ihren Weg zu weisen und ihnen vor allem die Wichtigkeit des Gebets nahezubringen.

Sein Geheimnis als Hirte war seine Kenntnis des Herzens (Kardiognosis) und sein Mitgefühl. Menschen, die zu ihm gekommen waren, hatten den Eindruck, er habe ins Innerste ihres Herzens geschaut. Vater Alexios hatte keine eigennützigen Ziele, und so konnte er erkennen, ob ein bestimmtes Ziel gut oder schlecht für eine Person war.

Er selber hatte großen Kummer erlebt, und so hatte er viel Mitgefühl für Andere. Er trug ihre Lasten (vgl. Gal. 6:2). Wenn sie von ihm fortgingen, fühlten sie, dasser im Geiste bei ihnen war. Sein Gedenkbuch (Pomiannik) enthielt Hunderte von Namen. Die Proskomedia (das Opferritual) bei der Göttlichen Liturgie dauerte bei ihm immer besonders lange, da er stets all dieser Namen gedachte.

Er war sehr verbunden mit den Starzen Anatoli (Potapow) und Nektarius (Tichonow) vom Optina-Pustyn-Kloster.

Als er die revolutionären Unruhen 1905 in Moskau miterlebte, musste er weinen, weil er Russlands bevorstehendes Unglück vorhersah. Als Beichtvater von Nikolai Berdjajew riet er diesem nach der bolschewistischen Revolution, ins Exil zu gehen, damit die Welt seine Worte vernehmen könne.

Vater Alexios starb am 22. Juni 1923 in Wereia (westlich des Moskauer Stadtzentrums). 1934 wurde sein Körper gehoben und unversehrt aufgefunden. Seine Gebeine wurden in einem neuen Grab bestattet. Sein Sohn Sergei, der nach seinem Vater Priester in der Kirche des Hl. Nikolaus geworden war, wurde im Jahr 1942 für seinen christlichen Glauben ermordet.

Das Bischofskonzil der Russischen Orthodoxen Kirche, das vom 13. bis zum 16. August 2000 in Moskau stattfand, segnete die Verherrlichung und Heiligsprechung der Kaiserlichen Märtyrer Russlands als Leidensdulder, sowie auch einige Hunderte Neo-Märtyrer und Neo-Glaubensbekenner.Dabei wurde auch Vater Alexios zu einem Heiligen und sein Sohn Sergei zum Neumärtyrer erklärt.

Aussprüche

Aussprüche von Vater Alexios:

  • (Gegen den Neid:) "Wünsche Allen Gutes, denn dadurch wirst du selbst erlöst."
  • "Haben wir das Recht, Andere geringzuschätzen?"
  • "Wir können den Mangel, den Kummer und den Schmerz unserer Selbstsucht nicht ertragen; und wir sind dem Herrn nicht dankbar dafür, dass ER auf diesem Wege unsere Seelen wachsen lässt."
  • "Strebe nicht danach, große Dinge zu vollbringen, sondern tue das, wozu dich der Herr beruft."
  • "Erfülle den christlichen Weg nicht mit dem Verstand, sondern mit dem Herzen!"