Alexei Losev

Aus Orthpedia
Wechseln zu: Navigation, Suche
Alexei Losev
Alexei Losev
Gedenken am Grab von Alexei Losev

Alexei Losev (russ. Алексей Фёдорович Лосев; 1893-1988) war ein russischer Geheimmönch, Professor und Doktor der Philologie, bedeutender Philosoph und einer der weltgrößten Experten für die Antike.

Alexei Losev absolvierte 1915 die Abteilungen für Philosophie und klassische Philologie der Moskauer Universität, wurde Schüler von Priester Pawel Florenski und stand in engem Kontakt mit Nikolaj Berdjajew. 1923 habilitierte er zum Professor. 1929 erhielten er und seine Frau Valentina heimlich die Weihe von den Athos-Mönchen auf die Namen Andronik und Athanasia. Losev wurde Anhänger der Onomatodoxie. Er beschäftigte sich intensiv mit Studien zur antiken Ästhetik, des Wortes und des Symbols, wobei seine Forschung sich häufig der Philosophie des Namens als ursprünglichem Wesen der Welt widmete.

Einen drastischen Umbruch in seinem Leben bedeutete sein Buch „Dialektik der Mythen“ («Диалектика мифа», 1930), in dem er den Marxismus und die offizielle Philosophie des dialektischen Materialismus offen verneinte. Dafür wurde er verfolgt, verhaftet und zu zehn Jahren Straflager verurteilt. Während seiner Zwangsarbeit am Bau des Weißmeer-Baltikum-Kanals verlor er fast sein ganzes Sehvermögen.

Nachdem er und seine Frau durch die Fürbitte von J. Peschkowa, Schwester von Maxim Gorki, 1932 begnadigt wurden, durfte er keine Philosophie unterrichten, erhielt aber nach großen Bemühungen die Erlaubnis, antike Ästhetik in Moskau zu lehren. Seine zahlreichen Bände zur Geschichte der antiken Ästhetik eröffneten die Tiefe und die Feinheiten des antiken Idealismus – von Sokrates, Platon und Aristoteles bis zur mystischen Apophatik bei Plotin und den Neoplatonikern. Er übersetzte auch die Werke vieler Philosophen (Aristoteles, Plotin, Sextus Empiricus, Proklus, Nicolaus Cusanus) und redigierte die Übersetzungen der Werke Platons.

Allmählich bildete sich um ihn ein Kreis junger Schülern (S. Averinzew, W. Bibikhin, K. Kedrow, S. Dschimbinow u.a.). 1980 sprach er mit seinen Anhängern offen über den Glauben, wobei er die Onomatodoxie propagierte.