Alexandra Feodorowna, Hl. Zarin

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Zarin Alexandra
Die kleine Alix (in der Mitte) mit ihrem Vater, ihrer Mutter und ihren Geschwistern
Trauung von Nikolaj und Alexandra
Krönung und Myronsalbung des Zaren
Die Zarenfamilie
Die Zarenfamilie bei der Feier zur KanonisationHeiligsprechung des Hl. Seraphim in Sarow
Feodorowski-Städtchen
Zarin Alexandra (sitzend) mit ihren beiden ältesten Töchtern (links und rechts dahinter) als Caritas-Schwestern
Zarin Alexandra (in der Mitte) mit ihren beiden ältesten Töchtern und Soldaten im Spital
Ipatjew-Haus
Die Ermordung des Heiligen Zaren Nikolaj, der Heiligen Zarin Alexandra, des Zarensohnes, der Zarentöchter und ihrer Diener
Kirche zu Ehren aller Heiligen Russlands, errichtet in Jekaterinburg am Ort der Ermordung der Zarenfamilie
Kloster zu Ehren der Hl. Zarenmärtyrer, errichtet am Ort der Vernichtung der Körper der Zarenfamilie
Brüssel: Hl.-Hiob-Memorialkirche zum Gedenken der Hl.Zarenmärtyrer und aller in der Zeit der Verfolgung Gefallenen, errichtet auf den gesammelten Hl. Gebeinen der Zarenmärtyrer
Zarendom zu Ehren der Feodorowskaja-Ikone der Gottesmutter in Zarskoje Selo


Gedenktag: 4. Juli

Alexandra Feodorowna (1872–1918), Kaiserin von ganz Russland, rechtgläubige Zarin und hl. Leidensdulderin [1]; ihrer wird am 4. (17.) Juli (Tag ihres Dahinscheidens), sowie auch an den Festtagen der Synaxis der Neo-Märtyrer und Bekenner Russlands (am 25. Januar (7. Februar) bzw. am ersten Sonntag nach dem 25 Januar), der Heiligen von Kostroma (am 23. Januar bzw. 5. Februar) und der Heiligen von St.Petersburg (am dritten Sonntag nach Pfingsten) gedacht.

Die Heilige wurde am 25. Mai 1872 in Darmstadt in die Familie des Großherzogs Ludwig IV. von Hessen und bei Rhein und der Großherzogin Alice von Großbritannien und Irland (zweitälteste Tochter von Königin Viktoria) hineingeboren. Sie wurde lutheranisch auf den Namen Victoria Alix Helena Louise Beatrice getauft. In der Familie des Großherzogs Ludwig IV. gab es außer Alix noch die Kinder Victoria, Ella (die zukünftige Großfürstin, Nonne und Neomärtyrerin Jelisaweta Feodorowna), Ernst Ludwig und Irena, sowie auch Friedrich und Maria, die aber schon als Kleinkinder starben. Die Kindererziehung wurde von der Mutter geleitet, einer hoch gebildeteten Frau, die für ihre Wohltätigkeit bekannt war. Mit 35 erkrankte Großherzogin Alice an Diphtherie, als sie während einer Epidemie Kranke pflegte, und starb. Nachdem Prinzessin Alix ihre Mutter im Alter von 6 Jahren verloren hatte, lebte sie bei ihrer Großmutter, Königin Victoria. Am englischen Hof erhielt sie ihre Erziehung und vielseitige Ausbildung; sie lernte u.a. mehrere Sprachen in Wort und Schrift zu beherrschen. In der Familie wurde sie wegen ihrer Fröhlichkeit und Schönheit „Sonnenschein“ genannt. Sie besuchte auch Vorlesungen an der philosophischen Fakultät der Heidelberger Universität, wo sie ein Diplom als Baccalaurea in Philosophie bekam. Seit ihrer Kindheit führte sie Tagebuch und eine umfangreiche Korrespondenz.

Im Juni 1884 besuchte die zwölfjährige Prinzessin Alix anlässlich der Hochzeit ihrer Schwester Prinzessin Ella mit Großfürst Sergij Alexandrowitsch zum ersten Mal Russland. Im Januar 1889 reiste die Prinzessin mit ihrem Vater und Bruder wieder nach Russland, diesmal auf Einladung des Großfürsten Sergij Alexandrowitsch. Die Gäste verbrachten sechs Wochen in dessen Palast in St. Petersburg. Die junge Prinzessin machte großen Eindruck auf den russischen Thronfolger, den Zarensohn Nikolaj Alexandrowitsch. Die Mitglieder der Zarenfamilie hofften aber auf eine eheliche Verbindung mit der königlichen Familie Frankreichs und wünschten sich Hélène Louise Henriette, Tochter von Louis-Philippe Bourbon d’Orléans, Graf von Paris, als Braut des Thronfolgers. Im August 1890 weilte Prinzessin Alix bei Großfürstin Jelisaweta Feodorowna, doch gelang es dem Zarensohn nicht, sie zu sehen. 1894 verschlechterte sich die Gesundheit des Zaren Alexander III. Alexandrowitsch drastisch, und die Frage nach der Thronfolge und der Heirat des Zarensohnes entschied sich schnell.

Am 2. April 1894 fuhr Nikolaj Alexandrowitsch nach Coburg, um Prinzessin Alix seinen Heiratsantrag zu machen. Er wurde begleitet von Protopresbyter Ioann Janyschew (Иоанн Янышев), von 1883 bis 1910 Beichtvater der Zarenfamilie, der der Prinzessin die Grundlagen der Orthodoxie nahebringen sollte. Ekaterina Schneider (Екатерина Адольфовна Шнейдер), Lehrerin der Großfürstin Jelisaweta Feodorowna, war beauftragt, Prinzessin Alix die russische Sprache zu lehren. Am 8. April desselben Jahres fand die Verlobung statt. Prinzessin Alix und Zarensohn Nikolaj verbrachten zwölf Tage in Coburg und Darmstadt und den darauffolgenden Monat in England. Prinzessin Alix hielt das Verlöbnis für das glücklichste Ereignis in ihrem Leben. Es blieb nur, die Frage nach dem Übergang in die Orthodoxie zu klären. Die Prinzessin war sehr fromm und wagte es nicht, dem Luthertum die Treue zu brechen. Da half ihr aber das Beispiel ihrer Schwester, Großfürstin Jelisaweta Feodorowna, die sich nach acht Jahren Ehe der Orthodoxie angeschlossen hatte. Auf ihre Bitte hin blieb Protopresbyter Ioann Janyschew ein halbes Jahr am Hessener Hof, wo er Prinzessin Alix jeden Tag unterrichtete und mit ihr Gespräche führte. Später wurde er zu ihrem Beichtvater.

Im Herbst 1894 kamen alarmierende Nachrichten über die Gesundheit des Zaren nach Darmstadt. Am 5. Oktober erhielt die Prinzessin ein Telegramm, das sie dringend nach Russland rief. Am 10. Oktober kam sie auf die Krim, wo sie bei der Zarenfamilie bis zum 20. Oktober – dem Tag des Dahinscheidens von Alexander III. – blieb. Am 21. Oktober wurde Prinzessin Alix in der Kirche des Liwadien-Palasts durch Myronsalbung in den Schoß der Orthodoxen Kirche aufgenommen und zu Ehren der Märtyrerin Zarin Alexandra auf den Namen Alexandra Feodorowna getauft. Am 14. November, als am Geburtstag der Zarin Maria Feodorowna eine Milderung der strengen Trauer erlaubt war, fand in der Kirche des Winterpalastes in St. Petersburg die Eheschließung des Zaren Nikolaus II. mit Alexandra Feodorowna statt. Am 14. Mai 1896 fand in der Mariä-Entschlafungs-Kathedrale des Moskauer Kreml die Krönung des kaiserlichen Paares statt.


Zarin von ganz Russland

Die Zarin bemühte sich, ihrem Gatten dem Zaren eine „wirkliche Helferin in allen Hinsichten“ zu werden. Vater Georgi Schtschawelski, Protopresbyter vom Militär- und Marineklerus, schrieb, dass die Herrscherin „im Gesicht ihres Mannes den heiligen Gesalbten Gottes“ sah. „Nachdem sie russische Zarin wurde, schaffte sie es, Russland mehr als ihr erstes Vaterland zu lieben“ [2]. Im Nachhinein betonten die Historiker den theoretischen Verstand der Zarin und nannten ihre Briefe, die Licht auf den Zustand vom russischen Hof und von Petersburg warfen, „hochwichtige historische Materialien“ [3].

Die gekrönte Familie machte sich zum Vorbild der einigen, wahrhaft christlichen Familie. Das kaiserliche Paar hatte vier Töchter: die Leidensdulderinnen Prinzessinnen Olga (geb. am 3. November 1895), Tatiana (geb. am 29. Mai 1897). Maria (geb. am 14. Juni 1899) und Anastasia (geb. am 5. Juni 1901). Am 20. Juli 1904 kam der langersehnte und erbetene Thronfolger, Leidensdulder Zarensohn und Großfürst Alexij, zur Welt. Er erbte die Krankheit der Nachkommen von Königin Victoria – Hämophilie. Die Herrscherin, die sich sehr um die Erziehung und Ausbildung ihrer Kinder kümmerte, vermittelte ihnen unter anderem ihre Religiosität sowie auch ihre Kultur der Korrespondenz und Tagebuchführung. Nicht umsonst ist diese kaiserliche Familie, so Historiker, „eine, die in der Geschichte am besten dokumentiert ist“. [4]. Außer den schriftlichen Quellen sind über 150.000 Fotos der kaiserlichen Familie, deren Mitglieder alle eine private Kamera hatten, erhalten. Bekannt sind über 1.000 Fotoalben. [5].

Die Zarin kümmerte sich um die Gesundheit aller Familienmitglieder, insbesondere ihres Sohnes. Die Erstausbildung des Thronfolgers leitete sie selbst. Danach lud sie ausgezeichneten Pädagogen ein und beobachtete den Lehrfortschritt persönlich. Dank dem großen Taktgefühl der Zarin blieb die Krankheit des Zarensohnes ein Familiengeheimnis. Die ständige Besorgnis um das Leben Alexijs war der Hauptgrund dafür, dass Grigori Rasputin am Hof erschien, der über die Fähigkeit verfügte, Blutungen zu stoppen. Daher wurde er in gefährlichen Augenblicken zur letzten Hoffnung auf die Rettung des Kindes. Die Rolle Rasputins am Leben des Hofes verdankte sich der mütterlichen Geduld der Zarin und dem Wunsch des Zaren, den Familienfrieden zu erhalten.

Wie ihre Zeitgenossen bezeugten, war die Herrscherin zutiefst religiös. Die Kirche war für sie der Haupttrost, insbesondere als die Krankheit des Thronfolgers sich verschlimmerte. Hoffräulein Sophie Buxhoeveden merkte an, dass Alexandra „an die Heilung durch das Gebet“ glaubte. Dies verband sie mit ihrer Herkunft (über das Haus Hessen) von Elisabeth von Thüringen (1207-1231), die in Marburg, Eisenach und Wartburg Spitäler in den Namen des Hl. Georgs und der Hl. Anna errichtet und dort Lepröse geheilt hatte[6]. Die Zarin ließ in den Hofkirchen die klösterliche gottesdienstliche Ordnung einführen und nahm an allen Gottesdiensten in den Hofkirchen teil, und zwar stehend. Das Palastzimmer von Alexandra war „eine Kombination des Schlafzimmers einer Zarin mit der Zelle einer Nonne. Die riesige Wand am Bett war voll mit Ikonen und Kruzifixen[7]. Unter den Ikonen stand ein Analogion, mit altem Goldstoff bedeckt. Im Juli 1903 nahmen Nikolaj II. und Alexandra an der Feier der Heiligsprechung des hl. Mönches Seraphim von Sarow und der Erhebung seiner Gebeine teil. Aus Mitteln der Zarenfamilie wurde für die Reliquien ein Heiligenschrein mit Baldachin erbaut. Ein Jahr zuvor hatte die Zarin der Sarow-Einsiedelei eine Öllampe und kirchliche Gewänder zugeschickt, mit der Bitte, täglich einen Bittgottesdienst um ihr Wohl in der Kapelle zu halten, die über dem Grab des hl. Seraphim errichtet war. Sie war sicher, dass Russland dank den Gebeten des Heiligen einen Thronfolger bekommen würde[8].

Dank der Fürsorge der Zarenfamilie wurden mehrere orthodoxe Gotteshäuser errichtet. In Darmstadt, im Vaterland von Alexandra Feodorowna, wurde ein Gotteshaus zu Ehren der Hl. Maria Magdalena (zum Andenken von Maria Alexandrowna, der ersten russischen Zarin aus dem Hause Hessen) erbaut. Am 4. Oktober 1896 wurde in Hamburg, in Anwesenheit von Nikolaj II., Alexandra Feodorowna, Großfürstin Jelisaweta Feodorowna und dem Großherzog von Hessen zum Andenken der Krönung des russischen Kaiserpaares das Gotteshaus zu Ehren Aller Heiligen angelegt. Von ihren eigenen Mitteln ließ die Familie im Alexandrowski Park von Zarskoje Selo das Feodorowski-Städtchen mit dem Hofdom zu Ehren der Feodorowskaja-Ikone der Gottesmutter bauen (nach dem Plänen der Architekten S. Kritschinski und W. Pokrowski). Im Dom, der am 20.August 1912 geweiht wurde, war ein Gebetszimmer mit einem Analogion und einem Sessel für die Herrscherin errichtet. Die Domkrypta zu Ehren des Hl. Seraphim von Sarow erwies sich als wahrer Schatz alter Ikonenmalerei und Kirchengeräte; u.a. befand sich dort das Evangelium des Zaren Feodor Ioannowitsch. Unter der Obhut der Zarin arbeiteten auch Ausschüsse zur Errichtung von Gotteshäusern zum Andenken der Seemänner, die im Russisch-Japanischen Krieg 1904-1905 gefallen waren, sowie auch des Domes zu Ehren der Heiligen Dreifaltigkeit in Petrograd.

Eine der ersten Initiativen der für ihre Wohlfahrtstätigkeit berühmten Zarin war ihre Protektion der kaiserlichen patriotischen Frauengesellschaft laut Edikt von Zar Nikolaj II. vom 26. Februar 1896. Die außerordentlich arbeitsame Zarin, die viel Zeit mit Näharbeiten zubrachte, organisierte Wohlfahrtsjahrmärkte und Basare, auf denen selbstgemachte Souvenirs verkauft wurden. Unter ihrer Obhut funktionierten viele Wohlfahrtseinrichtungen: das „Haus der Arbeitsliebe“ mit Lehrwerkstätten für Schneiden und Nähen und einem Kinderinternat; die „Gesellschaft für Arbeitshilfe für die Intelligenz“; das „Haus der Arbeitsliebe für ausgebildete Frauen“; das „St.-Olga-Heim für Arbeitsliebe“ für Kinder von Patienten der St.-Maria-Magdalena-Klinik; das Kuratorium der „Kaiserlichen Gesellschaft für Menschenliebe“, das Spenden für die handwerkliche Ausbildung armer Kinder sammelte; die „Bienenhaus-Gesellschaft für Arbeitshilfe“; die „Zarskoje-Selo–Gesellschaft“ für Näharbeiten und die Volkskunstschule für die Handwerker-Unterrichtung; das All-Russische „Kuratorium zum Schutz von Mutterschaft und Früher Kindheit“; die Bruderschaft zu Ehren der Himmlischen Königin in Moskau (dort existierte ein Heim für 120 geistig und körperlich behinderte Kinder mit einer Schule, Werkstätten und einer Handwerksabteilung); das Krippenheim des 2. provisorischen Kuratoriums zum Schutz von Mutterschaft und Früher Kindheit; das Zarin-Alexandra-Feodorowna-Heim in Harbin; die Krippe der Peterhofer Wohlfahrtsgesellschaft; der 4. Petrograder Ausschuss des All-Russischen „Kuratoriums zum Schutz von Mutterschaft und Früher Kindheit“ mit einem Asyl für Mütter und einem Krippenheim; die Tagesmutter-Schule in Zarskoje Selo, die aus privaten Mitteln der Zarin errichtet wurde; die Gemeinde der Caritas-Schwestern der russischen Rot-Kreuz-Gesellschaft und das Haus der Herrscherin und Zarin zur Betreuung körperlich behinderter Soldaten in Zarskoje Selo; die Kreuzerhöhungs-Gemeinde der Caritas-Schwestern der russischen Rot-Kreuz-Gesellschaft; der 1. Petrograder Frauenausschuss der russischen Rot-Kreuz-Gesellschaft; die Michael-Gesellschaft zur ärztlichen Hilfe für bedürftige Soldaten-Frauen, -Witwen, -Kinder und -Waisen zum Andenken von General M. D. Skobelew (dort existierte eine Ambulanz, eine stationäre Abteilung und ein Heim für weibliche Soldatenwaisen); die All-Russische St.-Alexander-Newski-Bruderschaft der Nüchternheit (mit einer Schule, einem Kindergarten, einem Sommerhausdorf, einem Buchverlag und Volksgesangschören).

Zur Zeit des Russisch-Japanischen Krieges bereitete Alexandra Feodorowna persönlich die Spitalzüge und Medikamentenlager zur Verschickung an die Front vor. Auch in der Zeit des Ersten Weltkrieges war die Zarin sehr aktiv. Am Anfang des Krieges absolvierte sie mit ihren ältesten Töchtern Olga und Tatiana Kurse zur Pflege von Verwundeten bei Zarskoje Selo. In den Jahren 1914 und 1915 war der kaiserliche Lazarettzug in Moskau, Luga, Pleskau, Grodno, Dwinsk (heute Daugaupils), Vilno (Vilnius), Kowno, Landwarowo, Švenčionys, Tula, Orel, Kursk, Kharkow, Woronesch, Tambow, Rjasan, Witebsk, Twer, Lichoslawl, Rschew, Welikije Luki, Orscha und Mahiljou im Einsatz, wo die Zarin und ihre Kinder verwundete Krieger verpflegten. Für die mobilen Lager und Feldlager der Zarin wurden mehrere Sonderzüge errichtet. Bei jedem Lager gab es eine Feldkirche und einen Priester. Um den verwundeten Soldaten und ihren Familien materielle Unterstützung zu leisten, wurden der Oberste Rat zur Betreuung der Familien der in den Krieg Einberufenen sowie auch der Familien von verwundeten und gefallenen Soldaten und die All-Russische Gesellschaft der Heilstätten zum Andenken des Krieges der Jahre 1914-1915 gegründet. Unter der Obhut der Zarin befanden sich folgende Lazarette: das J.A.Naryschkina-Haus der Menschenliebe; das orthopädische Institut zu Petrograd; die Michael-Gesellschaft zum Andenken M.D.Skobelews und andere. Im Winterpalast arbeitete von 1914 bis 1917 der Ausschuss des Lagers der Zarin.

Von außerordentlichem Interesse für die russische Kultur, Geschichte und Wissenschaft sind die Alltagsgegenstände des Palastes sowie die Sammlungen von Antiquitäten, Büchern und Kunstwerken, die von der Zarin und ihrer Familie zusammengetragen wurden. Alles, was für die Paläste bestimmt war, war einzigartig - Duplikate waren nicht erlaubt. Die Bibliothek der Zarin und der Prinzessinnen, die sich im Winterpalst befand, zählte ca. 2.000 Bände; dort wurden auch Manuskripte aufbewahrt. Bücher von Alexandra Feodorowna fanden sich auch in Liwadien und in Zarskoje Selo. Sie sind mit ihrem Exlibris gekennzeichnet und sind Meisterstücke der Verlags- und Bandkunst. Die Unterstützung der Firma Fabergé durch Alexandra Feodorowna und die gesamte kaiserliche Familie führte zur Entstehung einer ganz neuen Form in der angewandten Kunst – des sogenannten „kaiserlichen Stils“, des „Fabergé-Designs und -Stils“. Die Zarin sammelte Antiquitäten und förderte die Wissenschaft. Sie erhielt ein Ehrendiplom des archäologischen Instituts. Der „Ausschuss zur Errichtung des Moskauer Museums der schönen Künste zu Ehren Kaisers Alexander III.“ wählte sie zum Ehrenmitglied für ihre aktive Förderung des Museums. Unter der Obhut der Zarin stand auch die kaiserliche Gesellschaft für Orientalistik, deren Ziel es war, „unter den östlichen Völkern genaue und vollständige Informationen über Russland zu verbreiten, sowie auch die russische Gesellschaft mit den materiellen Bedürfnissen und Eigenheiten des geistigen Lebens des Orients vertraut zu machen“.

Alexandra Feodorowna war auch eine geübte Malerin. Die von ihr geschaffenen Ikonen werden im Gotteshaus zu Ehren der Heiligen Maria Magdalena in Darmstand aufbewahrt. Anfang 1903 machte sie, beraten von I. Wsewoloschski, dem Hermitage-Direktor, Entwürfe für die russischen Kostüme für einen Wohlfahrtsball im Winterpalast. Die Zarin trug Kleider aus Goldstoff, die nach Entwürfen genäht waren, die nach Kleidern der Zarin Maria Iljinitschna gemacht wurden. Ein anderes Werk von Alexandra Feodorowna war der Entwurf des Erkennungszeichens für die Abteilungen der kaiserlichen Eskorte. Die Zarin sammelte Kunstwerke aus vielschichtigem Glas und gab öden kaiserlichen Porzellan- und Glasfabriken persönlich Produktionsanweisungen.

In den letzten Jahren ihres Zarentums, insbesondere in der Zeit des Ersten Weltkrieges, wurde Alexandra Feodorowna zum Gegenstand einer gnadenlosen und haltlosen Verleumdungskampagne, die von den Revolutionären und ihren Komplizen sowohl in Russland als auch in Deutschland geführt wurde. Es wurden zahlreiche Gerüchte über angeblichen Ehebruch und ihr angebliches Verhältnis zu Rasputin und über ihren Verrat Russlands zugunsten Deutschland verbreitet. Diese Lügen, die als Mittel zum Sturz des Zarenhauses und zur Verwirrung des russischen Volkes aufgeblasen wurden, waren eine Zeit lang nicht nur in der Boulevardpresse, sondern auch in wissenschaftlichen Publikationen weit verbreitet. Obwohl der Herrscher über die Reinheit des Privatlebens der Zarin wusste, befahl er persönlich, eine Geheimermittlung anlässlich der „verleumderischen Gerüchte über den Verkehr der Zarin mit Deutschen und sogar über ihren Verrat an Russland“ einzuleiten. Obwohl die Zarin vor dem Krieg tatsächlich die Verbesserung der Beziehungen zu Deutschland unterstützte, wurde festgestellt, dass die Gerüchte, sie habe einen Separatfrieden angestrebt bzw. den Deutschen die russischen Kriegspläne übergeben, vom deutschen Generalstab erfunden und verbreitet wurden. Nach der Abdankung des Herrschers bemühte sich der Sonderausschuss für Ermittlung bei der provisorischen Regierung, die Schuld von Nikolaj II. und Alexandra Feodorowna an wenigstens einem Verbrechen festzustellen, kam aber zu dem Schluss, dass beide „rein wie Kristall“ gewesen seien.

Die Diffamierung des Erscheinungsbildes der Zarenfamilie, der weit verbreitete Verlust des Glaubens und der Treue an sie, sowie der deutliche Wunsch breiten Schichten der Elite des Reiches, die monarchistische Organisation des Staates zu überwinden, hatten die Entfernung der kaiserlichen Familie von der Macht zur Folge. Am 2. März 1917 war Kaiser Nikolaj II. infolge eines Komplotts der Generäle und Politiker, die später die provisorische Regierung bildeten, gezwungen, für sich selbst und für den Thronfolger Alexij auf den Thron zu verzichten. Heutzutage behaupten allerdings immer mehr Historiker, dass seine Abdankung gefälscht und damit unwirksam war.

Gefangenschaft und Martyrium

Am 8. März 1917 wurde die Zarin mit ihren Kindern (die alle schwer an Masern erkrankt waren) durch General Lawr Kornilow in Zarskoje Selo für verhaftet erklärt. Am selben Tag wurde der Zar in Mahiljou gefangen genommen und am 9. März nach Zarskoje Selo eskortiert. Am 1. August desselben Jahres brach die Zarenfamilie aus dem Alexandrowki-Palast von Zarskoje Selo ins Exil nach Tobolsk auf, wo sie im Hause des ehemaligen Bürgermeisters erneut verhaftet wurde und dort acht Monate blieb.

In der Gefangenschaft lehrte Alexandra Feodorowna ihre Kinder das Gesetz Gottes und Fremdsprachen. Sie beschäftigte sich mit Näharbeit, Malerei und Lektüre von Erbauungsliteratur. Das gemeinsame Beten vereinte die Familie, deren Leben durch Glauben, Hoffnung und Geduld geprägt war. Umfangen von Feinden, wendeten sich die Eingekerkerten der Erbauungsliteratur zu; sie verstärkten sich durch die Vorbilder des Heilandes und der Heiligen Märtyrer und bereiteten sich auf das Martyrium vor. In Gefangenschaft schenkte die Zarin ihren Kindern die Bücher: „Das Leben und die Wunder des Heiligen Gerechten Symeon von Werkhnjaja Tura“, „Die Vita unseres ehrwürdigen Vaters Seraphim von Sarow“, „Der Trost im Tode derer, die unseren Herzen nah sind“, „über das Erdulden von Kummer“, „Die Wohltaten der Gottesmutter an die Menschheit durch ihre heiligen Ikonen“. Die zahlreichen Anmerkungen in den Büchern, insbesondere in denen der Zarin, sprechen für den hohen geistlichen Zustand der Zarenfamilie. In ihnen geht es um Glauben, Demut und allgemeiner Verzeihung sowie auch den Wunsch, den Geboten des Herrn treu zu sein[9]. Unter den Büchern von Alexandra Feodorowna befanden sich „Die Klimax“ des Hl. Johannes Klimakos, „Über das Erdulden von Kummer und die Lehre der Heiligen Väter, zusammengestellt vom Bischof Ignatius Brjantschaninow“, ein Gebetbuch und die Bibel [10].

Am 26. April 1918 mussten der Zar, die Zarin und die Prinzessin Maria Nikolajewna auf Befehl aus Moskau nach Jekaterinburg fahren und den schwer kranken Alexij der Fürsorge der älteren Schwestern überlassen. Am 30. April wurden sie in einem Haus, das früher dem Ingenieur H. K. Ipatjew gehört hatte, in Haft gesetzt. Die Bolschewisten nannten es „Haus für Sonderzwecke“ und die Eingekerkerten „Bewohner“. Das Haus, umgeben von einem hohen Zaun, wurde von über 30 Menschen bewacht. Am 23. Mai um zwei Uhr morgens wurden auch die Prinzessinnen Olga, Tatiana, Anastasia und der Großfürst Alexij nach Jekaterinburg gebracht. Das Leben der Zarenfamilie wurde der Anstaltsordnung unterworfen. Dazu zählte die Isolierung von der Außenwelt, ein ärmlicher Verpflegungssatz, die Begrenzung der Spaziergänge auf eine Sunde Dauer, häufige Durchsuchungen und Feindseligkeit der Wächter.

Am 12. Juli beschloss der bolschewistische Ural-Sowjet angesichts des sich nahenden tschechoslowakischen Korps und der Sibirischen Armee die Ermordung der Zarenfamilie. Nach einigen Angaben erhielt Philipp (Schaja Isaakowisch) Goloschtschokin, Kriegskomissar im Ural, der Anfang Juli 1918 Moskau besucht hatte, dafür das Einverständnis von Wladimir Lenin. Am 16. Juli wurde Lenin ein Telegramm gesendet, in dem der Ural-Sowjet mitteilte, dass die „Hinrichtung“ der Zarenfamilie keinen Aufschub dulde, und um dringende Benachrichtigung bat, ob Moskau dagegen Einwände hätte. Die Leitung der Ermordung übernahm Jakow (Jankel Haimowitsch) Jurowski, der am 4. Juli zum Posten des Kommandants des „Hauses für Sonderzwecke“ ernannt worden war.

In dieser traurigen Zeit zeigte die Zarin außergewöhnliche Geistesgröße und „eine erstaunlich helle Ruhe, die sie und ihre ganze Familie bis zum Tag ihres Dahinscheidens aufrichtete“ [11]. Am 16. Juli, einige Stunden vor ihrem Martyrium, schrieb sie in ihr Tagebuch: „Tatiana las Erbauungsliteratur vor. Alle gingen. Tatiana blieb mit mir und las aus den Heiligen Propheten Amos und Obadiah[12].

Die der Zarenfamilie und ihrer Vertrauten erfolgte in der Nacht vom 16. auf den 17. Juli 1918. Die Eingekerkerten wurden um zwei Uhr Nachts geweckt und angewiesen, ins Untergeschoss des Hauses zu gehen. Dort wurde die Zarenfamilie und ihre Vertrauten von bewaffneten Tschekisten empfangen. Später berichteten diese, dass die Zarin und ihre ältesten Töchter es noch schafften, sich vor dem Tode zu bekreuzigen. Als erste wurden der Zar und die Zarin erschossen. Sie sahen nicht mehr das Martyrium ihrer Kinder, die, nach dem Erschießen noch lebendig, mit Bajonetten abgeschlachtet wurden. P. L. Wojkow, Versorgungskommissar des Uralbezirkes, der vom Körper der Zarin einen vom Zar geschenkten Rubinring an sich nahm, lieferte Schwefelsäure und Benzin, um die Körper der Ermordeten in den alten Bergwerkschächten des Vier-Brüder-Waldes zu vernichten. Es gibt Hinweise darauf, dass der Mord am Zaren (der in der orthodoxen Gesellschaft zum Zarentum geweiht war und damit als Gesalbter Gottes eine besondere sakrale Rolle spielte) und seiner Familie, der heimlich und ohne Gerichtsurteil stattfand, eine antichristliche, rituelle Opferung gewesen war.


Die Verehrung

Die Synaxis der Neumärtyrer und Bekenner Russlands
Die Synaxis der Heiligen von St.Petersburg

Die Umstände der Ermordung und der nachfolgenden Vernichtung der Körper der Zarenfamilie wurde dank der Ermittlungen von Nikolaj Sokolow bekannt. Die wenigen von Sokolow gefundenen Fragmente ihrer Körperreste wurden in das Gotteshaus zu Ehren des Gerechten Hiob dem Vielleidenden gebracht, das von der Russischen Orthodoxen Kirche im Ausland am 2. Februar 1936 in Brüssel angelegt und am 1. Oktober 1950 zum Andenken an Nikolaj II., seine Familie und alle Neo-Märtyrer und -Märtyrerinnen Russlands geweiht wurde. In diesem Gotteshaus werden die wiedergefundenen Ikonen und Ringe der Zarenfamilie aufbewahrt sowie auch die Bibel, die Alexandra Feodorowna dem Thronfolger Alexij geschenkt hatte. 1977 ließen die sowjetischen Behörden das Ipatjew-Haus wegen des Andrangs von Verehrern abreißen. 1981 wurde die Zarenfamilie durch die Russische Orthodoxe Kirche im Ausland heiliggesprochen.

1991 ließ die Bezirksstaatsanwaltschaft die Grabstätte in der Nähe von Jekaterinburg offiziell öffnen, die 1979 von G. T. Rjabow nach der Beschreibung im Bericht von Jurowski entdeckt und als Grab der Zarenfamilie angesehen wurde[13]. Am 19. August 1993 leitete die Generalstaatsanwaltschaft Russlands die Ermittlungssache № 18-123666-93 zur Untersuchung des Mordes an der Zarenfamilie ein. Es wurde ein Regierungsausschuss zur Identifikation und Umbestattung der gefundenen Überreste eingerichtet. Metropolit Juvenalij von Krutitsy, Mitglied des Regierungsausschusses, machte folgende offizielle Ankündigung über die Ergebnisse der Untersuchung: „Ich glaube, dass sie nicht mit absoluter Glaubwürdigkeit [als Überreste der Zarenfamilie] angesehen werden dürfen“ [14]. Am 26. Februar 1998 fand eine Sitzung des Geweihten Synods des Moskauer Patriarchats statt, deren Beschluss besagte: „der Geweihte Synod spricht sich für die dringende Bestattung dieser Reste in einem symbolischen Denkmalgrab aus. Wenn einmal alle Zweifel bezüglich der ’Jekaterinburger Überreste’ beseitigt und die Gründe für die Verstörung und die Konfrontationshaltung in der Gesellschaft verschwunden sein sollten, sollte über die Frage nach einem endgültigen Bestattungsort entschieden werden“ [15]. Nach der Entscheidung der säkularen Behörden Russlands fand am 17. Juli 1998 die Umbestattung der Überreste im Peter-und-Paul-Dom von St.Petersburg statt. Die Aussegnung wurde vom Vorsteher des Doms geleitet.

2000 wurde Zar Nikolaj II., Zarin Alexandra Feodorowna und ihre Kinder in der Synaxis der Neo-Märtyrer Russlands durch das Bischofskonzil heiliggesprochen. Am Ort des ehemaligen Ipatjew-Hauses wurde ein Denkmalgotteshaus „auf dem Blut“ zu Ehren aller Heiligen von Russland errichtet.


Quelle: die Orthodoxe Enzyklopädie


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Anmerkungen

  1. Von der Russischen Orthodoxen Kirche im Ausland wurde Alexandra Feodorowna als Märtyrerin heiliggesprochen und wird als solche häufig genannt.
  2. Шавельский, т. 2, 294.
  3. Кизеветтер, 322.
  4. Мейлунас, Мироненко, 11.
  5. ГАРФ, РГАКФä.
  6. Elisabeth von Thüringen wurde 1235 von der Römisch-Katholischen Kirche wegen den wundersamen Heilungen an ihrem Grab heiliggesprochen.
  7. Орем, 26.
  8. Витте, 221.
  9. Мефодий (Кульман), 68.
  10. Diese Bücher wurden aufgefunden und sorgfältig beschrieben durch Nikolaj Sokolow, Gerichtsermittler für besonders wichtige Angelegenheiten des Omsker Bezirksgerichtes, der von Alexander Koltschak beauftragt worden war, über den Mord an der Zarenfamilie zu ermitteln, nachdem die Sibirische Armee und das tschechoslowakische Korps am 25. Juli 1918 Jekaterinburg eingenommen hatten.
  11. Жильяр, 162.
  12. Александра Феодоровна, Дневниковые записи, переписка, 467
  13. Тайны Коптяковской дороги, 3.
  14. ЖМП, 1998, № 4, 31.
  15. ЖМП, 1998, № 4, 10.