Akathistos zur Gottesgebärerin

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Auflage ?
Titel (Deutsch) Akathistos zu unserer hochgelobten Gebieterin und Gottesgebärerin und Immerjungfrau Maria
Titel (Original)
Autor Alexios Maltzew
Übersetzung
Abstammung Orthodox
Herausgeber Nicht angegeben
Sprache des Originals Griechisch
Serie Keine
Verlag Christlicher Osten
Jahr 1996
Stadt Würzburg
ISBN 978-3-927894-25-9


Beschreibung

Akathistos-Hymnus – "Hymnus nicht im Sitzen zu singen" – so lautet der nüchterne Titel einer der großartigsten religiösen Dichtungen der Christenheit. Es ist weder bekannt, wer den Hymnus geschaffen hat, noch in welcher Zeit er genau entstanden ist. Sicher ist jedoch, dass er eine frühchristliche Summer der Theologie des Ökumenischen Konzils von Ephesus (431) darstellt, auf dem die Konzilsväter der Mutter Jesu von Nazareth den höchsten Titel verliehen haben, der je einem Menschen gegeben worden ist: Gottesgebärerin. Mit jenem Ereignis hat eine Verehrung Mariens begonnen, die in den Kirchen des Ostens und in der römisch-katholischen Kirche bis heute nicht nachgelassen hat. Unzählige Lieder und Gebete sind seitdem zur Gottesgebärerin aufgestiegen. Das wahrscheinlich älteste unter ihnen ist der Akathistos-Hymnus, der wie eine gute Marienikone die Mutter Jesu nicht isoliert von ihrem göttlichen Sohn, sondern in innigster Verbindung mit ihm betrachtet. Wollte man Maria für sich allein betrachten, dann bliebe sie eine gewöhnliche Frau, die sich in nichts von anderen Frauen unterscheidet. Stellt man sie jedoch in Zusammenhang mit ihrem Sohn, dann wird deutlich, welch überragende Rolle als Werkzeug, als Gefäß, das nach den Worten des Engels Gabriel "voll der Gnade" war, sie im Erlösungswerk gespielt hat. Deshalb ist sie nach einem anderen, uralten Hymnus, der täglich in der Liturgie gesungen wird, "ehrwürdiger als die Cherubim und herrlicher als die Seraphim". Sie selber hat geahnt, dass "von nun an sie alle Geschlechter selig preisen werden". Den Anfang hat der Engel gemacht, als er sie mit den Worten grüßte: "Sei gegrüßt, Maria". Der Akathistos-Hymnus nimmt diesen Gruß auf und macht ihn zum Grundelement seiner Lobpreisungen. In vierundzwanzig Strophen wird die Gottesmutter je zwölfmal vom Vorsänger begrüßt mit "Sei gegrüßt", oder mit "Freue Dich", wie man das griechische Wort "Kaire" noch genauer übersetzen kann. Und ebenso oft ertönt der Refrain des ganzen Volkes: "Sei gegrüßt, du unvermählte Braut". Jede Strophe beginnt mit einem Buchstaben des griechischen Alphabets. Die Strophen 1 bis 12 sind an das Weihnachtsevangelium nach Lukas, zum Teil aber auch an apokryphe Schriften angelehnt. In den Strophen 13 bis 24 wird der Beter zur tieferen Meditation eingeladen über das Wunder der Menschwerdung Christi aus Maria und die sich daraus für die Menschheit, ja für den ganzen Kosmos ergebenden Folgen. Es verwundert nicht, dass der Akathistos-Hymnus von Anfang an vertont worden ist, denn nur gesungen kann er seine ganze Schönheit entfalten. Besonders in der Russischen Orthodoxen Kirche ist er zum Allgemeingut der Gläubigen geworden, die ihn nicht nur an seinem Festtag, dem fünften Samstag in der Fastenzeit, sondern viele Male während des Jahres zu Ehren der Gottesmutter singen. Auch die Ikonenmaler haben sich des Akathistos-Hymnus angenommen und vierundzwanzig Strophen entweder als Freskenzyklus auf Kirchenwände oder als Miniaturen auf Holzikonen dargestellt. Im vorliegenden Buch wird jeder Strophe die entsprechende Szene aus einer alten russischen Akathistos-Ikone beigegeben, um dem Beter den Inhalt des Textes noch deutlicher zu machen. Die deutsche Übersetzung des griechischen Originaltextes mag zunächst etwas antiquiert klingen, aber auch sie ist eine Kostbarkeit für sich, denn sie stammt von dem russisch-orthodoxen Propst von Berlin, Alexander Maltzew († 1915), der als einer der ersten Orthodoxen die Schätze der byzantinischen Liturgie und Hymnologie dem deutschsprachigen Leser erschlossen hat.

Quellen

http://christlicher-osten.de/